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Sonntag, 17. Dezember 2017
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Blecha: Nur an einer Pensions-Schraube drehen: Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters


BLECHA 2 oemag 250x248 Blecha: Nur an einer Pensions Schraube drehen: Anhebung des faktischen PensionsantrittsaltersFrühpension soll in Zukunft nur mehr eine Ausnahme sein, brauchen altersgerechte Arbeitswelt

Im Vorfeld der am kommenden Montag zusammentretenden Pensionskommission ist für Pensionistenverbands- und Seniorenrats-Präsident Karl Blecha klar: „Das faktische Pensionsantrittsalter muss steigen, dass ist die einzige Pensionsschraube, an der wir drehen können.“

Blecha: „Über 40 Prozent der Frühpensionisten kommen aus der Arbeitslosigkeit. Daher müssen wir am Arbeitsmarkt und in den Betrieben Maßnahmen setzen!“

Der PVÖ-Präsident kritisierte „die gängige Praxis vieler vor allem größerer Unternehmen, die ältere Arbeitnehmer in die Pension ‚entsorgen‘ bzw. ihnen den Abschied in die Pension ‚schmackhaft‘ machen. Leider ist der öffentliche Sektor dabei ein sehr schlechter Beispielgeber.“

Und Blecha weiter: „Viele ältere Dienstnehmer werden von ihrem Dienstgeber in die Pension gedrängt, dann darf man sich nicht wundern, dass das Pensionsantrittsalter so niedrig ist!“

Der Pensionistenverbands-Präsident schlägt eine Reihe von Maßnahmen vor, die „das Pensionsklima verändern sollen: die Frühpension soll in Zukunft nur mehr eine Ausnahme sein!“ Die Dienstgeber sollen laut Blecha stärker in die Pflicht genommen werden. So soll ein verbesserter Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer eingeführt werden. Blecha kann sich auch „eine Pönale“ für Betriebe vorstellen, die sich älterer Dienstnehmer „entledigen“ und bei Kündigung eines älteren Beschäftigten sollen sie eine gewisse Zeit die Kosten der Arbeitslosigkeit zahlen.

In den Betrieben könnte die bisher freiwillige Gesundheitsvorsorge zu einer Verpflichtung umgewandelt werden. Wie überhaupt die altersgerechte Arbeitsorganisation in den Betrieben erst Eingang finden muss. Hierfür schlägt Blecha spezielle Beratungsstellen für Betriebe vor.

Blecha: „Wir müssen erkennen, dass die Zukunft in altersgerechten Arbeitsplätzen liegt – dafür brauchen wir gesunde Arbeitsbedingungen, ergonomische Büros, eine besondere Gefahrenverhütung, die Reduktion von Schwer- und Schichtarbeit bei älteren Dienstnehmern, angepasste Pausenregelungen und arbeitsmedizinische Sonderprogramme. Blecha: „Zu einer altersgerechten Arbeitswelt gehören auch ein neuer Führungsstil in den Geschäftsführungen, ein neues Leitbild mit einer guten Durchmischung der Belegschaft von jüngeren und älteren Dienstnehmern und neue Altersteilzeitmodelle.“

Der PVÖ-Präsident kritisierte auch das ‚Ausgrenzen‘ älterer Dienstnehmer von Weiterbildungsmaßnahmen und damit Karrieresprüngen. „Wir müssen das reiche Erfahrungswissen, die hervorragende Entscheidungs-, Urteils- und Kommunikationsfähigkeit, die Zuverlässigkeit und das Verantwortungsbewusstsein, die Loyalität und die Stabilität von älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr schätzen. Denn sie sind zu gut, zu wichtig und zu wertvoll, als dass man sie in die Frühpension abschiebt“, so Blecha abschließend.

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