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Samstag, 25. November 2017
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Ganzkörper-Anzug simuliert Alterserscheinungen – die Industrie beschäftigt sich mehr mit Senioren

1297021842i12733 Ganzkörper Anzug simuliert Alterserscheinungen – die Industrie beschäftigt sich mehr mit Senioren“Agnes” soll bei der Produktentwicklung für ältere Zielgruppen helfen

Der Agnes-Anzug lässt den Träger künstlich “altern”

Die Bevölkerungen in den Industrieländern werden immer älter – für Unternehmen wird dadurch die Zielgruppe der älteren Menschen immer interessanter. Um für Produktentwickler die speziellen Bedürfnisse dieser potenziellen Kunden besser verständlich zu machen, haben Forscher des Massachusetts Institute of Technologie (M.I.T.) http://web.mit.edu einen speziellen Ganzkörper-Anzug entwickelt, der den Träger künstlich “altern” lässt, berichtet die New York Times.

Altersbeschwerden

Das sogenannte Age Gain Now Empathy System, kurz Agnes, simuliert Beschwerden, die mit dem Altern zusammenhängen und versetzt die Entwickler damit in den Körper eines alten Menschen. Der Anzug sieht auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Arbeits-Overall mit Helm aus. Tatsächlich sorgen unterschiedliche Vorrichtungen jedoch beispielsweise dafür, dass das Beugen der Knie erschwert, die Sicht durch eine spezielle Brille getrübt und die Bewegungsfreiheit der Arme eingeschränkt wird.

Der Anzug wurde im AgeLab des M.I.T. entwickelt, ein Labor, in dem ausschließlich im Bereich der auf ältere Menschen spezialisierten Industrie geforscht wird. “Das Altern ist ein multidisziplinäres Phänomen und wir brauchen neue Werkzeuge, um es zu analysieren”, so Entwickler Joseph F. Coughlin. “Agnes ist eines dieser Werkzeuge.”

Unattraktive Käuferschicht

Während in den vergangenen Jahren von Seiten der Wissenschaft immer wieder die Bedeutung der neuen, älteren Zielgruppen betont wurde, gelten jene Käuferschichten für Unternehmen weiterhin oft als unattraktiv. Immer mehr Firmen erkennen jedoch die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die sich dadurch erschließen. Nach wie vor sei es jedoch schwierig, Produkte für ältere Menschen zu designen, so Coughlin. “Man kann kein Alte-Leute-Produkt bauen, weil es junge Menschen genauso wenig kaufen würden wie alte Menschen.”

pte

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