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Samstag, 16. Dezember 2017
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Stift Klosterneuburg informiert über Vorhaben

Hl. Leopold – Orientierung und Wegweiser auch in unserer Zeit.

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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat im Rahmen des Leopolditag, beim traditionellen Auftakt zum Landesfeiertag im Stift Klosterneuburg, eine Publikation der Landeschronik Niederösterreichs vorgestellt. Über die neuesten Aktivitäten des Stiftes, vor allem im Bereich der Wissenschaft, informierten Propst Bernhard Backovsky und Wirtschaftsdirektor Andreas Gahleitner.

Das Stift Klosterneuburg sei ein „wichtiges kulturelles Erbe und geistiges Zentrum“ des Landes, hob die Landeshauptfrau zunächst die Bedeutung des Stiftes hervor.

Spurensuche download 768x1024 Stift Klosterneuburg informiert über VorhabenDer Propst des Stiftes Klosterneuburg, Prälat Bernhard Backovsky, und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner präsentierten ein rund 2.000 Jahre altes römische Diplom das es bei der Jahresausstellung „Römerlage Arrianis“ 2018 im Stift Klosterneuburg sehen sein wird.

Das Stift sei aber auch „ein Spiegelbild unserer Geschichte und ein Ort der Wissenschaft“, betonte sie. Die Landeshauptfrau nutzte die Feierlichkeiten zum Landesfeiertag im Stift Klosterneuburg auch dazu, „an diesem wunderschönen Ort ein geschichtsträchtiges Buch zu präsentieren“. Die Publikation „Niederösterreich – Eine Spurensuche“ zeige „unsere Geschichte, die vielfältig, spannend und sehr interessant ist“, sagte Mikl-Leitner, die weiters hervorhob: „Dieses Buch erzählt sehr viel über unsere Geschichte. Gerade in einer Zeit der Umbrüche und Veränderungen könne Orientierung und Wegweiser in die Zukunft sein, so wie es der heilige Leopold für uns ist“.

Prälat Bernhard Backovsky, Propst Stift Klosterneuburg, erinnerte an die Persönlichkeit Leopolds, der sich „schon damals in Güte und Verantwortung“ für die Menschen eingebracht habe. Er bedankte sich auch bei der Landeshauptfrau „dafür, wie du dich einbringst für die Menschen“.

Wirtschaftsdirektor Andreas Gahleitner berichtete von den neuesten Forschungsprojekten des Stiftes.

Im Zusammenhang mit dem Weingut habe man sich mit der „Weidlinger Eiche“ auseinander gesetzt, ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der optimalen Weinqualität bei der Traubenauslese. Im Bereich der Kultur verwies er auf die Forschungsprojekte „Performanz von Heiligkeit am Beispiel Leopold III.“, das von der Akademie der Wissenschaften gefördert und „Kloster Musik – Sammlung Niederösterreichs“, das vom Land NÖ unterstützt wird.

Außerdem wies er auf die Jahresausstellung 2018 mit dem Titel „Römerlager Arrianis – Der Limes in Niederösterreich“ hin. Denn in den Ausstellungen des Stiftes Klosterneuburg spiegeln sich diese wissenschaftlichen Erkenntnisse wider, die erst dadurch einem breiten Publikum zugänglich sind.

Hier finden Sie alle Informationen für Ihren Besuch im Stift Klosterneuburg im Rahmen des Leopoldifestes.

Wissenswertes über Markgraf Leopold III. – Heiliger und Landespatron

Der Babenberger Leopold III. (geboren um 1075) folgte seinem Vater 1095 als Markgraf der bayrischen Mark Ostarrichi, die zum Schutz der Ostgrenze gegen Ungarn errichtet worden war. Seine Regierungszeit war durch eine Friedenspolitik und Stärkung seines Landes gekennzeichnet.

Als 1105 der Streit zwischen Kaiser Heinrich IV. (der durch seinen Gang nach Canossa bekannt ist) und der päpstlichen Partei zu einem Bürgerkrieg in Deutschland zu eskalieren drohte, beendete sein Rückzug vom kaiserlichen Heer diese Gefahr. Quasi als Anerkennung dieser Tat gab ihm Kaiser Heinrich V. seine Schwester Agnes zur Frau, deren reiche Mitgift Leopold in den Ausbau seines Landes investierte: Er verlegte seine Residenz nach Klosterneuburg und stiftete 1114 dort ein Kloster als religiösen, sozialen und kulturellen Mittelpunkt der Mark. Durch eine reiche Ausstattung sicherte er die wirtschaftliche Lebensfähigkeit dieses Stiftes, das er 1133 dem Orden der Augustiner-Chorherren übergab.

Bereits 1125 war er zu solchem Ansehen gelangt, dass ihn deutsche Fürsten als Kandidaten zur Königswahl nominierten, doch Leopold verzichtete auf diese Kandidatur, „um nicht in die Wirren im Reich hineingezogen“ zu werden.

Am 15. November 1136 starb Leopold an den Folgen eines Jagdunfalles. Sein Grab im Stift Klosterneuburg wurde sehr rasch zum Wallfahrtsort, denn die Bevölkerung trauerte um seinen „mildtätigen“ Fürsten und selbst der Papst sandte ein Kondolenzschreiben.

1485 wurde Leopold als Vorbild von der katholischen Kirche heiliggesprochen. Gründe dafür waren seine Friedenspolitik, sein soziales Engagement, sein vorbildliches Familienleben und die Förderung der Kirche durch die Gründung der Klöster Klosterneuburg, Heiligenkreuz und Kleinmariazell.

1663 erhob der Habsburger Kaiser Leopold I. den hl. Leopold zum Schutzpatron von Nieder- und Oberösterreich. In den 1950er Jahren wurde er zum Landespatron von ganz Österreich ernannt. Heute ist er der oberste Landespatron von Niederösterreich und Wien.

Leopolds Regierungszeit war nicht nur die längste Friedensepoche in der österreichischen Geschichte, mit Ausnahme der Zeit seit 1945, sondern er legte auch die Basis für die österreichische Selbständigkeit. Es gelang ihm, eine Landesherrschaft aufzubauen und diese durch seine Frau Agnes für seine Söhne abzusichern: Bei der Heirat mit Leopold war Agnes bereits verwitwet nach dem Herzog von Schwaben. Einer ihrer Söhne aus dieser ersten Ehe wurde der erste deutsche Stauferkaiser, der wiederum die Unterstützung seines Halbbruders gegen die Welfen in Bayern benötigte. Als sich die Streitparteien aussöhnten, belohnte Kaiser Friedrich I. Barbarossa den Babenberger mit dem „Privilegium minus“: Heinrich, der Sohn von Leopold und Agnes wurde zum ersten österreichischen Herzog.

Fotos: RGE Fotos

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