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Montag, 6. Februar 2012
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2010 – im Jahr der Artenvielfalt

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Biologische Vielfalt ist LEBEN

Die Vereinten Nationen wollen den Artenverlust stoppen und haben 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Österreich hat die Internationale Artenschutzkonvention unterzeichnet und sich damit verpflichtet, die Artenvielfalt in Österreich zu erhalten.

Unter Biodiversität versteht man die Vielfalt des Lebens auf der Erde – von der genetischen Vielfalt über den Artenreichtum bis zur Vielfalt der Lebensräume. Österreich war eines der ersten Länder, das sich dazu bekannt hat, den Verlust zu stoppen.

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Seeadler Foto J. Pickett

Dazu einige Allgemeine Informationen

● es gibt mehr als 1,9 Millionen bekannte Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen auf der Erde

● große Vielfalt des Lebens und der Lebensräume = Biodiversität genannt

● alle Lebewesen (Tier oder Pflanze) unterscheiden sich individuell

● Weitergabe an Nachkommen

● entsprechend ihrer Merkmale: zusammenfassen als Arten

● alle Tier- und Pflanzenarten: Ansprüche an Lebensräume → definieren und gestalten ihn selbst = Ökosysteme

● Ökosysteme sind zum Beispiel Wälder, Gewässer oder Wiesen

● Lebensraum mit hoher Biologischer Vielfalt: widerstandsfähiger gegenüber Störungen (natürliche oder menschliche)

● wichtiger Ansatzpunkt zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt: Erhaltung unterschiedlicher Lebensräume

● Vielfalt nimmt jedoch von Jahr zu Jahr ab

Einige Informationen zur Artenvielfalt in Österreich

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Feldhamster Foto K. Kracher

Trotz aller Bemühungen und beachtlicher Fortschritte sind viele Arten gefährdet:

→  mehr als 33% der heimischen Wirbeltierarten

→  und 40% der Farn- und Blütenpflanzen

● in Österreich sind rund 4000 Arten vom Aussterben bedroht

● Naturräumlich gehört Österreich zu den vielfältigsten Ländern Europas

Rote Liste (Tiere und Pflanzen)

• Die Bevölkerung nimmt den Artenverlust eher global wahr, weniger als „österreichische“ Entwicklung → deshalb ist die Bewusstseinsbildung und Aufklärung so wichtig!

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Sumpfgladiole Foto A. Mrkvicka

Was unternimmt das Lebensministerium im Jahr 2010?

● Biodiversitätskampagne „vielfaltleben“ gemeinsam mit dem Österreichischen Naturschutzbund, dem WWF und BirdLife

21 Leitarten

→ bekannte und weniger bekannte Tier- und Pflanzenarten, die Lebensräume symbolisieren, in denen sie vorkommen

→ 21. Art ist der Mensch: wir selbst sind der Schlüssel für die biologische Vielfalt und unsere Anstrengungen für den Erhalt der Biodiversität werden ausschlaggebend für unsere Zukunft sein

● 4 Schwerpunktregionen: Feuchte Ebene, March-Thaya-Auen, Neusiedlersee-Gebiet, Oberes Inntal

● durch die Kampagnen-Aktivitäten kann bis Ende 2010 die Situation von über 100 besonders stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten verbessert werden

● „vielfaltleben“ arbeitet an Maßnahmen und Programmen, die weit über das Jahr 2010 hinausgehen

● gemeinsam mit: Unternehmen, Gemeinden, Bundesländern, Vereinen, lokalen Initiativen, aber auch Einzelpersonen

● „vielfaltleben“ – Gemeindetagung fand Ende Jänner 2010 St. Pölten statt

→ im Rahmen der Gemeindetagung: Informationen für Gemeinden, wie sie sich für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt einsetzen können; Förderungen sind möglich

● „vielfaltleben“ Champion wird gesucht

→ jede Gemeinde Österreichs kann dabei mitmachen und bis Ende Juni ihre Aktivitäten zum Erhalt der Artenvielfalt einreichen

bis 30. Juni 2010 Einreichfrist

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Silbergrass Foto H. Wiesbauer

→ bei der großen Kampagnen-Gala am Ende des Jahres: zum „vielfaltleben“ -Gemeindechampion gekürt

→ bis zu 5.000 Euro Unterstützung seitens Kommunalkredit Austria

→ innovative Projekte und Aktivitäten sollen entwickelt und umgesetzt werden

→ „vielfaltleben“ bietet Hilfestellung, Ideensammlungen, Anregungen und Kontakte

● Woche der Artenvielfalt: vom 24. bis 29. Mai 2010

→  Höhepunkt im Jahr der Biodiversität

→ Veranstaltungen zum Thema biologische Vielfalt; spannende und abwechslungsreiche Programme; Festveranstaltung “Woche der Artenvielfalt” im Nationalpark Kalkalpen

→ Abschluss war der GEO-Tag der Artenvielfalt in allen Nationalparks am 29. Mai

→ Auf dem Dach der Wiener Staatsoper wurde ein Bienenstock aufgestellt: Tipp: Bobachtung per Webcam möglich!

Facts dazu: Bsp.: ein Drittel der weltweit vorkommenden Pflanzen benötigen zur Bestäubung die Hilfe von Tieren (Insekten, Vögel) → ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion ist direkt oder indirekt von der Bestäubung durch Insekten abhängig (größte Gruppe: 20 000 Bienenarten; zu 80% dafür verantwortlich)

→ Schutz der Artenvielfalt ist auch nach der Aktionswoche wichtig

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Löffler Foto P. Bucher

Weitere Informationen zur Kampagne „vielfaltleben

● größte Natur- und Artenschutzkampagne, die es je in Österreich gegeben hat

● breite Bewusstseinsbildung

● 21 prominente Paten setzen ihren Bekanntheitsgrad für Tier- und Pflanzenwelt ein

● Start der Kampagne war im Jänner 2009

● 25 Schutzprojekte wurden erfolgreich gestartet

alle Projekte:

Die vielfaltleben Leitarten sind:

Alpenbock, Flussperlmuschel, Silbergras, Wildkatze, Wechselkröte, Seeadler, Feldhamster, Mausohr, Löffler, Osterluzeifalter, Hornviper, Smaragdeidechse, Kiebitz Seeregenpfeifer, Pinzgauer Rind, Sonnentau, Keiljungfer, Wiedehopf, Hundsfisch Sumpfgladiole und der Mensch

● gezielte Schutzprogramme und effektive Maßnahmen, die die Situation von Tieren und Pflanzen deutlich verbessern

● österreichweit: bislang 25 Schutzprojekte gestartet, die mehr als 100 Arten zugute kommen

→ z.B. Geburtsrate bei den gefährdeten Kiebitzen hat sich in Vorarlberg verzehnfacht

→ z.B. in der Leithaniederung (in NÖ) gelang der erste Brutnachweis des extrem seltenen Säbelschnäblers

→ z.B. Große Hufeisennase zählt zu den seltensten Fledermausarten Europas; auch in Österreich nur wenige Kolonien in den südlichen Bundesländern bekannt; vom Aussterben bedroht →  Forschungsarbeiten in Tirol im Rahmen der Kampagne „vielfaltleben“: im Oberland leben mindestens fünf Einzeltiere, die jedoch nicht isoliert sind, sondern mit einer größeren Population in Südtirol im Austausch stehen

→ es gibt schon Erfolge in den Maßnahmen für den Schutz des Feldhamsters: Ausbreitungskorridore wie Ackerraine, unbefestigte Feldwege und Brachen erhalten und schaffen; Handlungsleitfaden für Landwirtinnen und Landwirte

→  Erhalt von Obstbäumen als Lebensraum für Wendehals und Wiedehopf

→ Osterluzei-Pflanzaktionen in Weingärten: Pflanze ist wichtige Futterpflanze für den Osterluzeifalter und diese Lebensgrundlage ging in vielen Weingärten verloren

→ Erhalt heimischer Haustierrassen Bsp.: Pinzgauer Rind

Beitrag der Landwirtschaft zum Erhalt der Artenvielfalt

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Osterluzeitfalter Foto J. Gepp

→ viele wichtige Lebensräume durch unterschiedliche räumliche Landschaftsstrukturen und Nutzungsformen geschaffen worden

→ ländlicher Raum trägt auch maßgeblich zum Erhalt der Vielfalt bei

→ Lebensraum für wildlebende Tiere und Pflanzen

→ Bindung der heimischen Arten an Landwirtschaft sehr eng

→ viele würden gar nicht oder nur in einem weitaus geringerem Maße vorkommen, wenn es die Dynamik, die durch Mahd oder Beweidung entsteht, nicht gäbe

→ Schutz und Nutzung muss kein Gegensatz sein

→ mit jeder alten Sorte, die verloren geht, geht auch ein Stück Kulturgut verloren

→ Vielfalt in der Landwirtschaft sichert den überlebenswichtigen Genpool: für Weiterzüchtung und Anpassung der genutzten Arten an geänderte Umwelt- und Lebensbedingungen (Klimawandel)

→ Schätzungen der FAO (Food and Agriculture Organization): bereits 75% der landwirtschaftlichen Vielfalt verloren gegangen; Österreich davon nicht ausgenommen

Wichtigkeit des Waldes

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Pinzgauer Rind Foto T. Sendlhofer

→ rund 47 % der Staatsfläche

→ Waldbiodiversität; reichhaltiges Artenspektrum

→ viele Lebensräume und Arten direkt oder indirekt mit Waldbewirtschaftung verbunden

→ ökologische System im dynamischen Gleichgewicht, reagiert empfindlich auf kleinste Veränderungen, permanent bemüht, äußere Einflüsse auszupendeln

→ österreichischer Wald, in seinem heutigen Erscheinungsbild = eine seit Generationen von Menschenhand geprägte Kulturlandschaft

→ unbewirtschafteter Wald (echte Urwälder) = Naturwaldreservate

→ ebenso Maßnahmen; bereits 200 in Österreich;  Naturwaldreservate sind Waldflächen, die für die natürliche Entwicklung des Ökosystems Wald bestimmt sind und in denen jede unmittelbare Beeinflussung unterbleibt.

→  wichtiger Beitrag zur Erhaltung und natürlichen Entwicklung der biologischen Artenvielfalt

→ gesamte Vielfalt des Ökosystem Wald sichtbar: umgestürzte und vermodernde Baumriesen, mit Moosen, Flechten und Schwämmen bewachsene Stämme, Bäume in allen Entwicklungsstadien und eine Unzahl an Lebewesen

→ Waldschutz = Artenschutz

Was meint BM Niki Berlakovich – wir führten ein Interview mit ihm

Weitere Informationen finden Sie unter

www.vielfaltleben.at

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