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Samstag, 21. Oktober 2017
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Bei Fehlalarm: Polizeieinsatz wird teurer

“Blaulichtsteuer” steigt um 20 Prozent – Verlässliche Alarmanlage wird wichtiger.

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Private Haushalte müssen künftig noch tiefer in die Tasche greifen, wenn ihre Alarmanlage irrtümlich einen Polizeieinsatz auslöst. Die sogenannte “Blaulichtsteuer” wird im Durchschnitt 20 Prozent erhöht, das geht aus der neuen Sicherheitsgebühren-Verordnung des Innenministeriums hervor. Die Polizei begründet den Kostenanstieg damit, dass die Gebühren seit deren Einführung 1996 noch nie erhöht wurden.

Polizeieinsätze aufgrund der Auslösung einer Alarmanlage waren schon bisher kostenpflichtig, die Gebührenerhöhung überrascht trotzdem. “Die Anhebung des Kostenersatzes wird dazu führen, dass die Hemmschwelle zur Verständigung der Polizei steigt. Es wird verstärkt versucht werden selbst zu ermitteln, ob gerade tatsächlich ein Einbruch stattfindet”, befürchtet Michael Röhrenbacher, Österreich-Chef des Sicherheitsspezialisten FirstProtect, und warnt: “Der dadurch einhergehende Verlust wertvoller Zeit kann im Einbruchsfall aber entscheidend sein.” Hinzu komme der immense Stressfaktor. Von der Gefahr, den Tätern persönlich zu begegnen, einmal ganz abgesehen.

Das Innenministerium verweist unterdessen darauf, dass die Gebühren seit deren Einführung im Jahr 1996 nicht erhöht wurden. “Auch im Zuge der Umstellung von Schilling auf Euro wurde auf eine Wertanpassung verzichtet”, erklärt Manfred Zirnsack vom Ministerium. Zudem seien die Gebühren nicht indexangepasst erhöht worden, was einen Anstieg der Kosten um bis zu 37,8 Prozent bedeutet hätte, sondern lediglich um 20 Prozent. “Damit sollen die durch die Leistungserbringung entstehenden Aufwendungen zumindest in einem adäquaten Rahmen abgedeckt werden”, so Zirnsack. Eine “Zentralstatistik” über Fehlalarme werde nicht geführt. Die Administration der Fehlalarme und Kostenvorschreibungen erfolgen dezentral.

Sicherheitsgefühl leidet

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Die Blaulichtsteuer betrifft jeden Fehlalarm, unabhängig davon ob die Exekutive automatisch verständigt wird (durch telefonische Aufschaltung der Alarmanlage) oder die vermeintlich Betroffenen persönlich bei der Polizei anrufen. Einen Beitrag zur Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls stellt die aktuelle Kostenerhöhung allerdings nicht dar. Experten wie Röhrenbacher gehen davon aus, dass mit der steigenden Blaulichtsteuer auch die Ungewissheit im Ernstfall zunimmt.

In der öffentlichen Diskussion war die Blaulichtsteuer bisher kein Thema, wenngleich die Betroffenen Firmen und Privathaushalte die erhöhten Beträge zähneknirschend begleichen müssen. Ein Fehlalarm, der persönlich oder durch einen privaten Sicherheitsdienst ausgelöst wird, kostet ab sofort 87 statt bisher 72,67 Euro. Die irrtümliche Aktivierung einer angemeldeten Alarmanlage mit Direktverbindung zur Polizei wird nunmehr mit 131 statt bisher 109,01 Euro verrechnet. Ist die Alarmanlage nicht angemeldet, muss der Verantwortliche jetzt sogar 218 statt bisher 181,68 Euro berappen.

Fehlalarme vermeiden, Gebühren sparen

Die Erhöhung der Gebühren macht Fehlalarme für die Betroffenen zu einem ärgerlichen Kostenpunkt und räumt deren Vermeidung einen noch höheren Stellenwert ein, als es bereits in der Vergangenheit der Fall war. Röhrenbacher rät Privaten deshalb zu einer audiovisuellen Fernüberwachung mit Sofortintervention. “Kostspielige Fehlalarme können dadurch herausgefiltert und unnötige Gebühren gespart werden.” Das System beruht auf modernsten Alarmgebern, die mit einer permanent besetzten Leitstelle verbunden sind. Bei einem Alarm prüft die Leitstelle akustisch oder per Video aus der Ferne, ob es sich vor Ort tatsächlich um einen Einbruch handelt.

pts

Foto 1: Petra Bork_pixelio.de

Foto 2: BMI / Egon Weissheimer


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