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Donnerstag, 23. November 2017
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Der Pakt für mehr Energieeffizienz

P1000509 1024x768 Der Pakt für mehr Energieeffizienz

(v.l.n.r.) Pfarrwaller, Anzengruber, BM Mitterlehner, Wutscher, Kappacher

Was verbirgt sich dahinter?

Am 22. November 2010 stellte BM Mitterlehner sein Projekt „Pakt für Energieeffizienz“ bei dem namhafte  Industrieunternehmen wie REWE, Philips, Siemens und der Verbund mitmachen vor.

Bei diesem Pakt, der gestern im Rahmen einer Podiumsdiskussion in der Hofburg unterzeichnet wurde, geht es um Energieeffizienteres  und nachhaltiges Miteinander. Die Details sind derzeit noch geheim, werden aber demnächst vorgestellt.

P1000507 Der Pakt für mehr Energieeffizienz

(v.l.n.r.) Pfarrwaller, Anzengruber, BM Mitterlehner, Monika Langthaler Moderation, Kohler, Wutscher, Kappacher

Im Rahmen der Diskussion, an der auch Stephan Kohler Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie Agentur teilnahm, stellte BM Mitterlehner fest, dass in Österreich der Bund ein enormes Sparpotenzial noch hat, dass es umzusetzen gilt. So tauschte er bereits in seinem Büro, bei seinem historischen Deckenleuchter, die alten Glühlampen gegen moderne und energiesparende LED Lampen aus. Nur einkleines Beispiel wie jeder zu Hause seinen Beitrag leisten kann.

Werner Wutscher, Vorstand REWE International erläuterte, dass bei REWE in Österreich der Energiebedarf 1% des gesamten Energiebedarfs Österreich ausmacht. So arbeite REWE schon seit geraumer Zeit an einen nachhaltigen Energieeinsparung in allen Bereichen. Besonders deutlich zeigen sich Verbesserungen bei den BILLA – Kühlregalen – die durch die steigende Tiefkühlprodukte zwar immer mehr zulegen – aber trotzdem der Energieverbrauch gesunken ist.

Als Beispiel von fasch verstandenen Marketing in Zusammenhang mit Energiesparen, erwähnte Stephan Kohler, die 40%-ige Verkaufssteigerung von 100 Watt Glühlampen bei der Umstellung auf Energiesparlampen.

Gunther Kappacher Vorstandsmitglied von Siemens Österreich sieht mit seinem Beitritt zum Pakt auch einen Wettbewerbsvorteil für Österreich, denn wenn wir die ersten sind, werden wir auch wachsen und Arbeitsplätze erhalten können. Auf den Zug aufspringen, wenn anderen schon Vorreiter sind, dann ist es zu spät, meint Kappacher.

Der Verbund Chef Wolfgang Anzengruber spricht sogar von einer gewissen „Lustvollen Energieoptimierung“ und ruft alle auf, sich dazu Gedanken zu machen. So meint er, dass wir Konsumenten keinen Liter Heizöl, keinen KW Strom kaufen, sondern eine „moderne Energieleistung“, um es zu Hause warm zu haben, oder um unsere beruflichen Fahrten zu erledigen. Die Industrie ist somit gefordert.

Für J. Robert Pfarrwaller Generaldirektor Philips Austria bedeutet das große Sparpotential bei den Glühlampen (rund 24 Mio Stück pro Jahr) erst der Beginn. So beträgt das Lichtvolumen (Glühlampen) derzeit 14% des gesamten Energieverbrauchs in Österreich. Bei einer Glühbirne beträgt die Lichtleistung nur 5% und 95% sind Wärmeleistung. Eigentlich sind Glühlampen Wärmelampen. Durch die neuen LED Lampen verkehrt sich dieser Faktor.

Eines war allen Podiumsteilnehmern klar, dass auf uns Konsumenten noch viele Aufgaben warten und vor allem die Bereitschaft neue Technologien anzuwenden  gegeben sein muss, bis es zu einer besseren nachhaltigen und energieefizienter Nutzung kommt.

Das Thema muss erst die Köpfe der Menschen erreichen, da bedarf es noch einiger Marketinganstrengungen, meinte abschließend BM Mitterlehner.

Die Zehn Punkte für mehr Energieeffizienz

Die Energiestrategie Österreich definiert die energiepolitischen Schwerpunkte bis zum Jahr 2020. Dem effizienteren und sparsameren Einsatz von Energie kommt dabei die zentrale Rolle zu. Konkret soll der Endenergieverbrauch bis 2020 auf dem Niveau von 2005 bei 1.100 Petajoule stabilisiert werden.

Die Herausforderung dabei ist, dass bei steigendem Wirtschaftswachstum der Energieverbrauch zumindest konstant bleibt. Im Pakt für Energieeffizienz sind die Ziele zusammengefasst, die Österreich dazu verfolgen wird. Maßgebliche Unternehmen der heimischen Wirtschaft unterstützen die Initiative und setzen ihrerseits konkrete Maßnahmen in ihrem Wirkungsbereich um und steigern somit die Energieeffizienz.

1. Energieeffizienz hat oberste Priorität

Eine funktionierende Energieversorgung ist Grundlage für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand. Die konsequente Steigerung der Energieeffizienz in allen wesentlichen Sektoren ist der Schlüssel zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele.

2. Energieeffizienz benötigt die Unterstützung des Bundes und der Länder

Im Rahmen der bundesverfassungsrechtlichen Kompetenzverteilung werden Bund und Länder gesetzliche Regelungen erlassen, die auf die Verbesserung der Energieeffizienz und den sparsamen Energieeinsatz abzielen.

3. Energieeffizienz setzt auf informierte Konsument/-innen

Durch einen Informationsschwerpunkt für Konsument/-innen wollen wir zu intelligenterer Nutzung von Energie animieren.

4. Energieeffizienz erfordert Bildung, Aus- und Weiterbildung

Die Themen Energienutzung und Energieeffizienz sollen entlang der gesamten Bildungskette verankert werden.

5. Energieeffizienz durch thermische Gebäudesanierung reduziert den Energieverbrauch und schafft Arbeitsplätze

Die thermische Sanierung erhöht die Wohnqualität von Gebäuden und ist der beste Schutz vor hohen Energiekosten. Sie ist ein Schwerpunkt der künftigen Energiepolitik, bringt Österreichs Unternehmen zusätzliche Aufträge, schafft und sichert tausende Arbeitsplätze.

6. Energieeffizienz heißt in einem anderen Licht dastehen

Eine Initiative zu mehr Energieeffizienz in den Kommunen wird vom Gemeindebund mit Vertretern der Wirtschaft und mit Unterstützung des Energieministers umgesetzt.

7. Energieeffizienz heißt Energiemanagement in Industrie und Gewerbe und Einsatz intelligenter Technologien

Bund, Länder und Wirtschaft bilden einen Schulterschluss für industrielle Energiemangementsysteme sowie für mehr Information und Energieberatung für Klein- und Mittelunternehmen. Durch Investitionen in energieeffiziente Technologien soll der Einsatz entsprechender Antriebe entlang der gesamten Wertschöpfungskette forciert werden.

8. Energieeffizienz im Verkehr heißt die Nutzung neuer Technologien, wie die E-Mobilität

In den nächsten Jahren wird das System Elektromobilität durch regulatorische Rahmenbedingungen, durch Forschung, durch einheitliche Standards und durch die Koordination auf Bundes- und Länderebene flächendeckend aufgebaut.

9. Energieeffizienz heißt in smarte Zähler und Netze investieren

Intelligente Energienutzung braucht starke Netze. Darüber hinaus werden gemeinsam von Industrie, Energiewirtschaft und Forschung neue, intelligente Infrastrukturen und Endkundengeräte entwickelt, getestet und eingeführt.

10. Energieeffizienz durch Green IKT macht Abläufe ökonomischer

Durch Schwerpunkte in der Forschung entwickeln österreichische Unternehmen innovative IKT-Lösungen (Informations- und Kommunikationstechnologien) und bieten durch flächendeckende Breitbandinfrastruktur der Wirtschaft und den Konsument/-innen eine zukunftsweisende Infrastruktur.

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