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Freitag, 19. Januar 2018
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Elektrofahrräder groß im Kommen?

P10000881 1024x768 Elektrofahrräder groß im Kommen?Was taugen sie und wie fahren sie……

Elektro-Fahrräder liegen im Trend. Umweltfreundlich und preislich erschwinglich unterstützen sie die Radler, sobald diese in die Pedale treten. Doch wie fahren sie sich? Ist der Mehrpreis zu herkömmlichen Fahrrädern gerechtfertigt? Sind sie schon ausgereift? Was kosten sie?

Der ÖAMTC hat acht gängige Modelle einem Praxistest unterzogen – hier bei uns die Testerfahrung:

KTM eCross: Es ist von allen Probanden das technisch am weitesten entwickelte E-Fahrrad. “Qualität hat aber ihren Preis”. Es überzeugt durch die hervorstechende Qualität seiner Verarbeitung, den starken Motor mit vierstufig zuschaltbarer Energieunterstützung und die hydraulischen Scheibenbremsen. Als einziges der getesteten Bikes gewinnt es beim Bremsen und Bergabfahren Energie zurück. Das KTM eCross ist ˆ wie der Name schon sagt ˆ als reines Sportgerät konzipiert und bietet eine Menge Fahrspaß. Lediglich der Sattel könnte bequemer sein. Mittlerweile sind von KTM auch straßenverkehrs-taugliche E-Fahrräder erhältlich, die zum Beispiel über die gesetzlich vorgeschriebene Beleuchtung verfügen. Gewicht: 25 kg, Preis: 2.199 Euro.

Merida City 7 Electric: “Von allen getesteten E-Fahrrädern bietet dieses Modell das beste Preis-Leistungsverhältnis”. Es verfügt über eine Siebengang-Nabenschaltung, ist relativ leicht und kann per Gasgriff (auch ohne in die Pedale zu treten) beschleunigt werden. Freude bei den Testern löste auch die von einem Dynamo mit Energie versorgte Lichtanlage aus. Das Ladegerät ist klein und handlich und kann problemlos mitgenommen werden. Einen Nachteil hat aber auch dieses Rad: Es ist ohne Motorunterstützung schwer zu treten. Gewicht: 25 kg, Preis: 1.299 Euro.

Giant Twist Comfort CS Lite: Dieses Bike bietet eine bequeme Sitzposition, einen ordentlichen Gepäckträger samt serienmäßiger Satteltasche und einen kräftigen Vorderradmotor. Es eignet sich besonders für den Stadtgebrauch. Besonderes Plus: das handliche Ladegerät, das man überall problemlos mitnehmen kann. Wermutstropfen ist der fehlende Bremssensor, wodurch der Motor beim Bremsen weiter dreht. Gewicht: 29 kg, Preis: 1.699,99 Euro.

ANWB Adventure Lithium: Unangenehm fiel auf, dass sich der Motor bei 25 km/h einfach abstellte, kurz darauf wieder einschaltete und so versuchte, die gesetzlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 25km/h zu halten. Nachteilig ist auch, dass die Lichtanlage mit Batterie betrieben wird. Dafür punktet das Fahrzeug mit dem integrierten Fahrradschloss und der gut gewählten Position des Akkus (unterhalb der Sattelstütze). Gewicht: 27 kg, Preis: 1.899 Euro.

Bechle I-vela: Positiv fällt auf, dass das Auf- und Absteigen leicht fällt. Auch der (im Vorderrad untergebrachte) durchzugsfreudige Nabenmotor, die Anfahrhilfe sowie die grifffreudigen Bremsen gefielen den Testern. Im Alltagsgebrauch ist es aber sicher lästig, dass der Akku nur nach Abmontieren von Sattel und Sattelstütze mitgenommen werden kann. Und das Rad lässt sich ohne Motorunterstützung schwer treten. Gewicht: 29 kg, Preis: 1.915 Euro.

Gepida Reptila 1000: An diesem E-Bike stach den Testern einiges negativ ins Auge: Felge und Pedale sind schlecht verarbeitet, der Motor ist schwach, das Ladegerät weist kein europäisches Prüfzeichen auf. Die Liste an Verbesserungsvorschlägen ist lang.  Die Basis (Rahmen, Fahrverhalten, Achtgang-Nabenschaltung) ist aber solide und alltagstauglich, ein Lithium-Ionen-Akku ist mit an Bord. Gewicht: 28 kg, Preis: keine Angabe.

Hercules Idos 7: Positiv fällt der kräftige Motor sowie der stabile Rahmen auf. Aber das kann den schlechten Eindruck, der durch die schlampigen Details entsteht, nicht wettmachen: Die Bremsleitungen sind teilweise mit Kabelbindern montiert, Steckverbindungen teilweise unsauber abgedichtet. Bei einem Rad dieser Preisklasse darf man sich als Kunde Besseres erwarten.  Außerdem wird bemängelt, dass der Motor relativ laut ist. Und wenn man ihn abstellt, tritt ein großer Tretwiderstand auf. Gewicht: 28 kg, Preis: 1.599 Euro.

Elite Bernstein, das Schlusslicht im ÖAMTC-Test: In der Theorie lässt sich das Rad per Gasgriff bequem (auch gänzlich ohne Tretunterstützung) beschleunigen. “Im Praxistest hat das Bernstein allerdings unaufgefordert beschleunigt und konnte erst durch das Unterbrechen der Stromversorgung ausgeschaltet werden. Das ist eindeutig gefährlich”, beschreibt Kerbl die größte Schwäche des Probanden. Weiters zu bemängeln ist die schwache Bremsleistung. Der Akku kann nur nach einer Sattel-Demontage abgenommen werden. Positiv fällt auf, dass der Tretwiderstand sehr gering ist. Gewicht: 30 kg, Preis: 1.395 Euro.

Alles in Allem kann ein Elektro-Fahrrad durchaus eine interessante Alternative sein und bequem ist es zugleich.

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