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Donnerstag, 23. November 2017
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Gesundheit und Krankheit der älteren Generation in Österreich

591027 original R K B by Gerd Altmann Anja Wichmann pixelio.de  Gesundheit und Krankheit der älteren Generation in Österreich

Foto: Gerd-Altmann-Anja-Wichmann_pixelio.de

Gesundheitsminister Stöger und Seniorenrat präsentieren Bericht zur Gesundheit der älteren Generation: Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen, Ost und WestBMG Logo RGB Gesundheit und Krankheit der älteren Generation in Österreich.

Der Bericht “Gesundheit und Krankheit der älteren Generation in Österreich” zeigt deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen, aber auch zwischen Ost- und Westösterreich auf.

Für Gesundheitsminister Stöger muss die Gesundheitsreform eine regional flexible Versorgung der Seniorinnen und Senioren garantieren. Sein erklärtes Ziel “zwei Jahre länger gesund bleiben” sowie die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) und e-Medikation bringen besonders Vorteile für die Gesundheit von Seniorinnen und Senioren. Die Präsidenten des Seniorenrats, Dr. Andreas Khol und Karl Blecha fordern ein verstärktes Gesundheitsbewusstsein und Gesundheitsvorsorge “auf allen Ebenen”.

Frauen älter und gesünder

In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird der Anteil älterer Menschen weiterhin steigen, von derzeit 18 % auf ca. 24 % im Jahr 2030. Der Frauenanteil überwiegt deutlich: 58 % der über 64-Jährigen und sogar 74 % der Hochaltrigen (über 84-Jährige) sind weiblich. Die Lebenserwartung ab der Geburt steigt nach wie vor: Im Jahr 2010 lag sie bei ca. 78 (Männer) bzw. 83 Jahren (Frauen). Männer haben damit eine um ca. fünf Jahre niedrigere Lebenserwartung.

Die Zahl der Lebensjahre, die in guter Gesundheit verbracht werden, liegen bei Männern und Frauen in etwa gleich. Stöger: “Betrachtet man die Jahre, die in Gesundheit verbracht werden, liegt Österreich unter dem Durchschnitt. Daher ist es das oberste Ziel der Gesundheitsziele, die ich ausarbeiten habe lassen, die Gesundheitserwartung bis 2020 um zwei Jahre zu steigern.”

Geschlechtsspezifische Unterschiede werden im Zeitverlauf geringer. Werden Männer sehr alt, haben sie vergleichsweise günstige Lebensbedingungen und eine gute Lebensqualität. Gemessen an Lebenserwartung, Mortalität und Hospitalisierungsraten, sind Frauen gesünder als Männer, doch es gibt einige Aspekte, die für Frauen im Alter deutlich ungünstiger sind:

• Frauen verbringen mehr Lebensjahre mit chronischen Krankheiten und funktionalen Beeinträchtigungen

• Frauen sind häufiger von Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats betroffen und damit von Einschränkungen in der Mobilität

• Sie sind häufiger pflegebedürftig und

• in höherem Ausmaß auf institutionelle Hilfe angewiesen


Ost-West-Gefälle

In mehreren Aspekten zeigt der Bericht ein deutliches Ost-West-Gefälle: So ist im Osten der Anteil älterer Menschen höher – am höchsten im Waldviertel, in Kärnten und in der Obersteiermark. Bei nahezu allen Mortalitätsraten, Krankheitsdaten und Risikofaktoren zeigt sich in Österreich ein Ost-West-Gefälle, das bei Männern deutlicher ausgeprägt ist als bei Frauen: So sterben pro 100.000 in einigen ostösterreichischen Bezirken bis zu 2.500 Menschen an Herz-Kreislauf-Krankheiten, am niedrigsten ist dieser Wert in Innsbruck mit 1.700 Todesfällen.

Gesundheitsreform, Gesundheitsziele und Nationale Aktionspläne für Bewegung und Ernährung

Auch im Alter leisten Bewegung und Ernährung einen positiven und substanziellen Beitrag zur Gesundheit. Stöger: “Die Bedürfnisse  der Seniorinnen und Senioren wurden bereits im Nationalen Aktionsplan Ernährung als auch im Nationalen Aktionsplan Bewegung, der vor der Fertigstellung steht, berücksichtigt. Auch in allen zehn Gesundheitszielen, an denen sich die Gesundheitspolitik ressortübergreifend in den nächsten Jahrzehnten orientieren wird, ist die ältere Bevölkerung berücksichtigt.” Besonders strich Stöger die Bedeutung der Gesundheitsreform und der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA für die ältere Generation hervor: “Eine klare Vorgabe bei der Spitals- und Gesundheitsreform ist, dass die Standorte erhalten bleiben sollen, sich jedoch den lokalen Bedürfnissen der Bevölkerung anpassen müssen – und das heißt auch ganz besonders den Bedürfnissen der älteren Bevölkerung.” Auch würden die Seniorinnen und Senioren im besonderen  Ausmaß von der Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte profitieren, so zum Beispiel durch die e-Medikation.

Dr. Andreas Khol und Karl Blecha, Präsidenten des Österreichischen Seniorenrates, der gesetzlichen Interessenvertretung der mehr als zwei Millionen Seniorinnen und Senioren Österreichs, halten  zur aktuellen Thematik gemeinsam fest:

Die Kenntnisse, wie man seine Gesundheit erhalten kann (sog. Gesundheitskompetenz oder “health literacy”), sind in Österreich besonders gering ausgeprägt. Untersuchungen zeigen, dass Junge in diesem Punkt weit unter dem EU-Durchschnitt liegen, Ältere weisen hier sogar noch schlechtere Zahlen auf. Eine gezielte Informationsarbeit zur Förderung der Gesundheitsmündigkeit ist daher dringend nötig und muss schon in der Vorschule beginnen. Die Seniorenrats-Präsidenten fordern daher ein verstärktes Gesundheitsbewusstsein sowie effektive und wirksame Gesundheitsvorsorge-Maßnahmen “auf allen Ebenen”.

“Der in den Rahmengesundheitszielen festgelegte Punkt 3‚ Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken‘ muss daher nun dringend operationalisiert werden. Als Vorbild gelten dabei Schweden und die Niederlande.

Entgeltliche Einschaltung des Gesundheitsministeriums

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