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Mittwoch, 20. September 2017
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Handy stellt Quecksilber im Wasser fest

 Handy stellt Quecksilber im Wasser fest

Foto: pixelio.de, H.H. Ramm

Herkömmliche Bildbearbeitungssoftware bestimmt Gehalt.

Smartphones können die Menge an Quecksilber an einer speziellen Oberfläche identifizieren. Chemiker der Universität Burgos haben eine Membran entwickelt, die ihre Farbe bei Vorhandensein von Quecksilber im Wasser wechselt. Das Smartphone fotografiert diese und kann zusätzlich die Quantität des Giftmetalls feststellen. Das dünne Blatt wird für fünf Minuten ins Wasser gelegt und bedeutet bei Rot-Werden einen generellen Gehalt von Quecksilber. Um die Menge herauszufinden, wird lediglich eine Bildbearbeitungssoftware benötigt, die auf Handys oder Tablets installiert wird.

Metall kann Krebs auslösen

Die spanischen Forscher haben für die Mengenbestimmung das konventionelle “GIMP”-Programm verwendet und die Farbkoordinaten mit den Bezugswerten verglichen. Vor allem in Entwicklungsländern stellt die toxische Materie ein großes Gesundheitsproblem dar und kann langzeitige neurologische Erkrankungen verursachen.

“In großen Mengen kommt Quecksilber vor allem beispielsweise in Rumänien, beim Versuch, Gold abzubauen, vor. Dies wurde jedoch letztes Jahr vom WHO in Genf verboten”, erläutert Helmut Dietrich Köster, Ärztlicher Leiter des Medizinischen Labors Bremen, im Interview.

“Die EU hat kürzlich auch die Energiesparlampen zurückgenommen, die auch mit Quecksilber vergiftet sind und Kinder sowie Eltern krank machen”, sagt er. Quecksilber kann unter anderem Leber und Nieren zerstören sowie Magen-Darm-Störungen verursachen und sogar Krebs auslösen.

Bestimmung durch aufwendige Tests

Farbtests findet Köster generell nicht effektiv. “Farbtests sind störanfällig und unspezifisch. Für das Bestimmen von Quecksilber sollten die Proben an ein Labor gehen, das durch aufwendige Methoden den Gehalt in allen möglichen Substanzen wie Blut oder Urin untersuchen kann”, schließt der Experte ab.

pte

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