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Samstag, 21. Oktober 2017
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Mobilität in der Zukunft

181258 original R by schubalu pixelio.de  Mobilität in der Zukunft

Foto: schubalu_pixelio.de

Anforderungen und Lösungsansätze der verschiedenen Verkehrsmittel

Auf dem Weg zu einer umweltverträglichen Mobilität

Beim ÖAMTC-Expertenforum konnten Generalsekretär Oliver Schmerold und der Vorstand des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien (IFA), Bernhard Geringer, namhafte internationale Experten im Festsaal der Technischen Universität Wien begrüßen. Im Zuge des gemeinsam veranstalteten Expertenforums zum Thema “Mobilität in der Zukunft” wurden den interessierten Zuhörern Anforderungen, Lösungsansätze sowie die neuesten Entwicklungen aus den unterschiedlichen Bereichen der Mobilität präsentiert.

“Mobilität wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen”, stellte Gabriele Gerhardter von der Abteilung Innovation und Mobilität des ÖAMTC gleich zu Beginn fest. “Doch die Mobilitätslösungen werden andere sein, als wir sie heute gewohnt sind.” Grund dafür sind vor allem die demografischen und räumlichen Veränderungen, die ein Um- und Weiterdenken notwendig machen.

Pim van der Jagt, Geschäftsführer des Ford Forschungszentrums Aachen thematisierte zunächst die stetige Zunahme des weltweiten Fahrzeugbestands, um dann mögliche technische Lösungen zur Bewältigung des Verkehrsaufkommens aufzuzeigen. Neben der Weiterentwicklung alternativer Antriebsformen, beschäftigt sich Ford bereits seit vielen Jahren mit der effizienten und ökologisch sinnvollen Organisation wachsender Verkehrsströme. “Intelligente Verkehrsleitsysteme die beispielsweise die Verkehrsdichte berechnen und diese Informationen an die beteiligten Fahrzeuge weitergeben, vermeiden Staus und verbessern den Verkehrsfluss”, beschreibt van der Jagt. “So wird eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der Abgasbelastung erzielt.”

Der zunehmende Zuzug in die Ballungszentren steht im Fokus der Bemühungen der Hyundai Import GmbH auf der Suche nach der best möglichen Mobilität. “Das bezieht sich in erster Linie auf die Form, Größe und Ausstattung der Fahrzeuge”, berichtete Thomas-Alexander Schmid. “Um möglichst nahe an den jeweiligen Kundenbedürfnissen zu sein, obliegt die konkrete Entwicklung allerdings den regionalen Designzentren.” Parallel dazu werden jedoch auch großangelegte Feldversuche mit neuen Antriebstechnologien, wie beispielsweise Elektro- und Brennstoffzellen/Wasserstoffantrieb unter Echtbedingungen durchgeführt.

Über den Bus als zentrales Element in Zeiten intelligenter und vernetzter Mobilität wiederum sprach Michael Doktor, Leiter strategische Projekte & neue Märkte bei Daimler Buses. “Aufgrund der Zuverlässigkeit und Flexibilität werden Busse zunehmend geschätzt. Darüber hinaus ist der Reisebus mit nur 1,4 Litern Diesel und 3,1 Kilogramm CO2 pro Person je 100 Kilometer das ökologischste Verkehrsmittel.” Hinzu kommt, dass Hybrid- und Brennstoffzellenbusse bereits auf dem Vormarsch sind.

Da die Entwicklung eines neuen Flugzeugs rund zehn Jahre in Anspruch nimmt, müssen deren Konstrukteure bereits heute die Trends von übermorgen erkennen. “Die Flugzeuge der Zukunft werden leiser und noch umweltfreundlicher sein sowie eine deutlich bessere Energiebilanz als heute haben”, erklärte Nico Buchholz, Leiter Konzernflotte der Lufthansa. Berechnet man den Treibstoffverbrauch pro Passagier auf 100 Kilometer, gibt es mit dem A380 bereits heute ein Drei-Liter-Flugzeug. Da die Lufthansa Vorreiter beim Thema Ökoeffizienz ist, sind ihre Erfahrungen und ihr Wissen bei den Herstellern Airbus und Boeing besonders geschätzt.

Franz Proksch von Siemens Rail Systems CEE zeigte am Beispiel Wien die Verkehrswege-Aufteilung zwischen Pkw, öffentlichen und sonstigen Verkehrsmitteln. “Die aktuellen Zuwachsraten im schienengebundenen Verkehr bestätigen den eingeschlagenen Weg. Straßenbahn und Co punkten vor allem durch den flexiblen Fahrzeugeinsatz, besondere Komfortmerkmale und die unüberbietbare Schnelligkeit von Ort-zu-Ort-Verbindungen.”

“Bei den Großdieselmotoren wie sie in Schiffen in Verwendung sind, werden niedrigere Emissionen genauso erreicht wie beim Pkw”, erläuterte Christian Poengsen von MAN. “Neben innermotorischen Maßnahmen ist auch eine Entstickung und Entschwefelung der Abgase notwendig.” MAN arbeitet aber auch an Alternativen zu den herkömmlichen Antriebskonzepten mit Schweröl. “Dabei handelt es sich einerseits um Mehrstoffmotoren, die mit Schweröl, reinem Dieselöl oder Erdgas betrieben werden”, berichtete Poengsen. “Andererseits sind das aber auch Gasmotoren, die Erdgas oder Flüssiggas als Brennstoff verwenden.”

Trotz der vielen unterschiedlichen Betrachtungsweisen hat das ÖAMTC-Expertenforum eines deutlich gezeigt: Ohne Mobilität ist eine moderne Gesellschaft nicht mehr denkbar. Auch steht außer Zweifel, dass der Bedarf an Mobilität weiter steigen wird. Aus diesem Grund wird überall in die Bereiche Forschung und Technologie investiert, um Innovationen voran zu treiben. Dabei gehrt es nicht nur um Komfort und Wirtschaftlichkeit, sondern in erster Linie auch um Umweltverträglichkeit.

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