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Dienstag, 26. September 2017
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Reisemängel, was kann man als Verbraucher tun

costa concordia dpa massimo percossi Reisemängel, was kann man als Verbraucher tun

Foto: noows.de

Das  kürzlich vor der Insel Giglio havarierte Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ gibt aktuell Anlass, eine Übersicht über Reisemängel im Zusammenhang mit Kreuzfahrten aufzugreifen.

Zum Glück ereignen sich solche Unglücksfälle sehr selten. Die Geltendmachung mangelhafter Leistungen beschäftigt aber immer wieder die österreichischen Gerichte.

„Grundsatz der Prospektwahrheit“ – alles was im Reiseprospekt beschrieben oder mit bunten Fotos bebildert wird, gilt grundsätzlich als zugesagte Eigenschaft einer Pauschalreise. Sollte die gebuchte Reise nicht in vollem Ausmaß den Prospektangaben entsprechen oder während der Reise sonstige Beeinträchtigungen auftreten, kann der Reisende grundsätzlich vom Reiseveranstalter Ersatz begehren.

In erster Linie sollte man gleich vor Ort Verbesserung verlangen, sofern eine Verlegung in eine andere Kabine eine Behebung des Mangels herbeiführt. Man spricht in diesem Zusammenhang von Gewährleistung. Es sind keine Aufzahlungen zu leisten!

Sollte eine Verbesserung vor Ort nicht möglich sein, gilt es Beweise zu sichern (schriftliche Bestätigung von der Reiseleitung vor Ort, Fotos und Videos sowie Namen und Adressen von Leidensgenossen), damit nach der Heimkehr eine Preisminderung gegen den Reiseveranstalter geltend gemacht werden kann. Sämtliche Mängel sollten schriftlich zusammengefasst und samt Bestätigung der Reiseleitung und tauglichen Fotos an den Reiseveranstalter übermittelt werden. Gut wäre es auch, den Schaden konkret zu beziffern.

Die österreichische Rechtsprechung lehnt sich bei ihren Entscheidungen an die „Frankfurter Liste“ (ein Werk von Richtern in Reisesachen am Landesgericht Frankfurt) an. Diese dient als unverbindliche Orientierungshilfe bei der Bemessung der Reisepreisminderung; weder Gerichte noch Reiseveranstalter sind jedoch daran gebunden.

Trifft den Reiseveranstalter oder seine Erfüllungsgehilfen am verpatzen Urlaub ein Verschulden, dann steht neben der Gewährleistung auch Schadenersatz zu. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Schadenersatz wegen „entgangener Urlaubsfreude“. Dieser steht allerdings erst zu, wenn die Mängel nicht unerheblich sind. In weniger gravierenden Fällen sind die mit mangelhaften Reiseleistungen typischerweise verbundenen Unlustgefühle schon durch die Preisminderung abgegolten.

Gewährleistungsansprüche müssen binnen 2 Jahren ab Rückkehr aus dem Urlaub, Schadenersatzansprüche binnen 3 Jahren ab Eintritt des Schadens gerichtlich geltend gemacht werden. Es gilt trotzdem: je rascher, desto besser!

Auch für die Passagiere der Costa Concordia gelten obige Grundsätze und Rechtsbehelfe.

Ansprüche im Zusammenhang mit der Nichterfüllung oder Mängel von zugesicherten Leistungen sind beim jeweiligen Reiseveranstalter geltend zu machen. In Betracht kommt die Rückerstattung des Reisepreises (als Form der Gewährleistung), darüber hinaus – bei Vorliegen von Verschulden – auch Schadenersatz hinsichtlich zerstörten Gepäcks, Heilungskosten und auch Schmerzengeld. Auch steht Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreude zu.

In Österreich wurde der VKI (Verein für Konsumentenschutz) beauftragt, die österreichischen Geschädigten des Kreuzfahrtunglücks in Italien bei der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen zu unterstützen.

Zu beachten ist, dass eine kostenlose Stornierung einer für die Zukunft gebuchten Kreuzfahrt jedoch nicht möglich ist, da es sich um ein hoffentlich einmaliges Unglück dieser Art handelt.

Entscheidungsauszug:

112 Reisemängel, was kann man als Verbraucher tun

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