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Dienstag, 23. Mai 2017
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Sozialpartner fordern Lobau-Tunnel und 6. Donauquerung

Auch AK Wien und WK Wien fordern: Wichtige neue Verkehrsachse muss schnell kommen, für die Menschen, für mehr Jobs und für den Wirtschaftsstandort. Nur die grüne Vizebürgermeisterin in Wien will es nicht „verstehen“.

Bei einer der wichtigsten verkehrspolitischen Entscheidungen für Wien machen Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer gemeinsam Druck: Die 6. Donauquerung und der Lobau-Tunnel müssen möglichst schnell kommen. Das wachsende Wien braucht diese neue Verkehrsachse dringend. „Es geht um schnelle Arbeitswege für die Beschäftigten, um die Lebensqualität der Menschen in der Donaustadt und darum, gute Industriearbeitsplätze zu schaffen und zu sichern“, sagt AK Präsident Rudi Kaske.

„Ohne Lobautunnel und Stadtstraße wird der Nordosten Wiens zum Problemfall. Denn nur mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur werden sich dort Betriebe ansiedeln und neue Arbeitsplätze geschaffen“, erklärt der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck. In Wien und um Wien wollen und müssen alle mobil sein, ob auf dem Weg zur Arbeit, im Lieferverkehr für die Unternehmen oder in der Freizeit. Das geht nur, wenn man alle Register zieht und Straßen und Öffis ausbaut.

Schnellere Arbeitswege

Schätzungsweise 140.000 Menschen pendeln täglich über die Donau auf dem Weg zur Arbeit. Jedes Jahr kommen mehr PendlerInnen hinzu. Die Donaustadt gehört zu den am stärksten wachsenden Bezirken Österreichs. Und der Verkehr wächst mit. Wer die Donau öfter überquert, kennt den Dauerstau aus fast täglicher Erfahrung. „Längst nicht alle können auf die Öffis ausweichen, weil sie Schicht arbeiten oder am Wohnort keine Bahnverbindung haben. Wer für die Zukunft plant, muss auch den Verkehr der Zukunft mitdenken“, so Kaske. „Dazu gehört die 6. Donauquerung mit dem Lobau-Tunnel genauso wie ein weiterer Öffi-Ausbau.“

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Stadtentwicklung Nordost-Südost

Die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt sowie die südöstlichen Bezirke Simmering und Favoriten würden vom Lobautunnel am stärksten profitieren – weil die Erreichbarkeit besser wird, die Menschen nicht mehr tagtäglich im Stau stehen müssen und die nordöstlichen Betriebsgebiete für den Wirtschaftsverkehr erschlossen werden. Insgesamt 20 wichtige Stadtentwicklungsprojekte wie die Betriebszonen Allissen, Krankenhaus Nord und Umfeld sowie Hausfeld, Breitenleer-und Pogrelzstraße würden in Floridsdorf und Donaustadt stark profitieren. Für die Seestadt Aspern sind Lobautunnel und S1-Spange Aspern lebensnotwendig.

Dort sollen bis ins Jahr 2030 20.000 Menschen leben und 20.000 Menschen arbeiten. Ohne die Anbindung an das hochrangige Verkehrsnetz wird diese Entwicklung nicht möglich sein. Generell stehen die beiden großen Flächenbezirke unter besonderem Druck. Denn die Schere zwischen Wohnbevölkerung und Arbeitsplätzen geht immer weiter auf. Damit diese Entwicklung nicht aus dem Ruder läuft, müssten bis ins Jahr 2030 über 40.000 Arbeitsplätze in den bevölkerungsmäßig stark wachsenden Bezirken 21. und 22. (Prognose: +125.000) geschaffen werden. Der Lobautunnel wäre ein notwendiger Jobturbo.

Die negativen Auswirkungen eines Investitionsstopps beim Lobautunnel wurden von der ÖIR GmbH errechnet: So würden rund 4 Mrd. Euro Wertschöpfung aus den Bereichen Wohnen, Infrastruktur und Wirtschaft nicht gehoben. In diesem Betrag sind die direkten Wertschöpfungseffekte aus dem Bauprojekt noch gar nicht enthalten. Insgesamt würden 25.000 Jobs nicht geschaffen (10.000 Jobs direkt durch den Bau und 15.000 Jobs indirekt in den betroffenen Bezirken). „Stadtentwicklung endet nicht bei Wohnbau, Öffi- und Radwegeausbau. Es braucht unter anderem auch eine leistungsstarke Straßeninfrastruktur, damit sich Betriebe ansiedeln, Jobs entstehen und die Stadt gesund wachsen kann. Es ist eine naive Träumerei, zu glauben, dass ein Bevölkerungswachstum von 125.000 Menschen in Wiens staugeplagtem Nordosten ohne entlastende 6. Donauquerung funktionieren wird“, sagt Ruck.

Die Donaustadt muss aufatmen können

Die 6. Donauquerung würde den Nord-Süd-Durchgangsverkehr aus dem Bezirk nehmen, von Schwechat bis Süßenbrunn. Mit dem Projekt Donauquerung steht oder fällt aber auch die geplante Stadtstraße in Ost-West-Richtung zwischen der Donaustadt und Floridsdorf und damit eine wichtige Anbindung der neuen Seestadt Aspern. Während der westliche Teil 2020 fertig sein könnte, wird der östliche Teil der geplanten Stadtstraße nur pünktlich fertig werden, wenn der Bau des Lobau-Tunnels rasch beginnt. Eine Stadtstraße könnte aber auch die alten Stadtkerne von Hirschstetten, Aspern, Essling und Breitenlee entlasten. Die traditionsreichen Stadteile Wiens könnten wiederbelebt werden. „Die Donaustadt muss aufatmen können“, sagt Kaske. „Die Stadtplanung muss ihr Augenmerk endlich auch auf eine gezielte Entwicklung der Bezirke außerhalb des Gürtels richten. Dazu gehört die Donauquerung ebenso wie ein Konzept für die alten Stadtkerne der Donaustadt.“

Die Arbeiterkammer Wien und die Wirtschaftskammer Wien setzen sich dafür ein:

+ Die 6. Donauquerung muss so schnell wie möglich kommen: Als Umfahrung Wiens und Bypass für die Tangente.

+ Auch die neu geplante Stadtstraße muss für die Erschließung des neuen Stadtentwicklungsgebietes Seestadt Aspern und zur Entlastung der alten Stadtkerne so schnell wie möglich kommen.

+ Die alten Ortskerne von Hirschstetten, Essling, Aspern und Breitenlee müssen wiederbelebt werden: mit Flaniergelegenheiten, verkehrsberuhigten Zonen, Plätzen.

+ Mobilität statt Stau: Dazu müssen auch die Öffis weiter systematisch ausgebaut werden. Wien braucht eine Schnellbahn über die Donau bis zum Hauptbahnhof. Dazu leistet der beschlossene Ausbau der S80 einen wichtigen Beitrag. Die S-Bahn braucht außerdem einen attraktiven 15-Minuten-Takt. Die Wohngebiete müssen mit Busverbindungen zu kurzen Taktzeiten angebunden werden. Außerdem sollten alle Züge der U2 bis in die Seestadt fahren.

ots

Foto: Erwin Schuh, AK Wien

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