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Montag, 23. April 2018
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Sport hilft bei Psoriasis

Celgene Österreich bietet hilfreiche Tipps, damit Schuppenflechte-Patienten für sich die richtige und angenehmste Sportart für mehr Lebensqualität finden.

Regelmäßige Bewegung kann im Kampf gegen Schuppenflechte ein enger Verbündeter sein. Welche Sportart und wie viel davon sich am besten eignet, sollte mit dem Arzt besprochen werden. Auf der Online-Plattform www.wehrdichgegenpsoriasis.at und bei Informationsveranstaltungen der Selbsthilfegruppen PSO Austria und Forum Psoriasis erhalten Betroffene außerdem hilfreiche Tipps, um sich gegen die Erkrankung zu wehren.

Mit Sport Stressabbau fördern und das Erkrankungsrisiko senken.

In unterschiedlichen Studien wurde festgestellt, dass Sport ein enger Verbündeter im Kampf gegen die Schuppenflechte sein kann – körperliche Aktivität kann demnach das Erkrankungsrisiko senken und sich günstig auf den natürlichen Krankheitsverlauf auswirken.  Forscher konnten nachweisen, dass regelmäßige sportliche  Betätigung  zu einem Anstieg von entzündungshemmenden Immunzellen, den sogenannten regulatorischen T-Zellen, führt.  Und nicht nur das: Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität und trägt zum Stressabbau bei. „Stress kann einen typischen Treiber für einen Psoriasis-Schub darstellen.

Da Sport den Stressabbau fördert, hat er einen positiven Einfluss auf die Erkrankung. Die Psyche wird gestärkt und die Lebensqualität erhöht. Zudem wirkt sich Sport positiv auf das Herz-Kreislauf-System und den Blutdruck aus“, bestätigt OA Priv. Doz. Dr. Hans Skvara, Dermatologe am Landesklinikum Wr. Neustadt. Für Menschen mit Schuppenflechte ist das ein besonderes Plus, da die Erkrankung ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringt. Auch Fettleibigkeit hat einen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf, indem sie den Körper in einen ständigen Zustand der Entzündung bringt. Durch Sport in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung kann man die überzähligen Kilos langfristig loswerden.

459093 original R K by Dieter Schütz pixelio.de  Sport hilft bei Psoriasis

Und das ist noch nicht alles: Regelmäßiges Training kann sogar zur Vorbeugung von Depressionen beitragen.  Hierbei spielen einige neurobiologische Mechanismen eine Rolle. Einerseits kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von stimmungsbeeinflussenden Botenstoffen. Dazu zählen vor allem das Dopamin, das für eine Vielzahl an Körperreaktionen verantwortlich ist, wie etwa für die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, und das Serotonin, das umgangssprachlich auch als Glückshormon bezeichnet wird. Andererseits nimmt die Sauerstoffversorgung zu, was den Transport dieser Substanzen fördert. Abgesehen davon trägt regelmäßige Bewegung maßgeblich zur Stärkung der Abwehrkräfte bei, indem sie die Funktion des Immunsystems beeinflusst. Sport hat also durchaus sehr viele positive Auswirkungen.

Individuelle Gestaltung der sportlichen Aktivität

Besonders während den heftigen Schüben der Schuppenflechte sind Betroffene in ihrer Bewegung eingeschränkt. In solchen Phasen ist ein Workout im Fitness-Studio das Letzte, wonach einem der Sinn steht. Die gute Nachricht lautet aber: Schon ein flotter Spaziergang durch einen nahegelegenen Park oder eine Yoga-Stunde im eigenen Wohnzimmer zählen als Bewegungseinheit. Denn egal ob Kraft- oder Ausdauertraining, Sportarten können ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Man muss nicht sofort mit einem Marathonlauf beginnen, sondern kann die Bewegung Schritt für Schritt in den Alltag integrieren. Eine Möglichkeit ist es, sich nicht im Kaffeehaus mit Freunden, sondern auf einen Spaziergang zu treffen. Für kleine Besorgungen und kürzere Strecken kann öfter mal das Fahrrad genommen werden.

Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge sollte man pro Woche mindestens 150 Minuten lang mäßigen körperlichen Aktivitäten nachgehen.  Wobei es von Vorteil ist, individuell sinnvolle Zeiteinheiten pro Woche anzustreben, die im Einzelfall mit Zunahme der Kraft und Belastbarkeit auch gesteigert werden können. Am wichtigsten ist, eine Sportart oder Aktivität auszuwählen, die Freude bereitet. Nur so wird sie auch konsequent verfolgt. Oftmals muss der innere Schweinehund erst besiegt werden, um wirklich aktiv zu werden. Sich die oben genannten Effekte vor Augen zu führen, kann dabei helfen.

Stigmatisierung bei Schuppenflechte ist weit verbreitet

Schuppenflechte kann selbst die einfachsten Alltäglichkeiten durch ihre unangenehmen Begleiterscheinungen negativ beeinflussen – dazu gehören besonders auch sportliche Aktivitäten.  Nicht nur der Juckreiz und die Schmerzen, sondern auch die falschen Auffassungen der Öffentlichkeit, Schuppenflechte sei eine ansteckende Krankheit oder eine Folge mangelnder Hygiene, führen oftmals zu Problemen. Betroffene berichten beispielsweise von einem Ausschluss vom Schwimmunterricht oder von starrenden Blicken im Fitness-Studio. Über 80 Prozent der Menschen mit Psoriasis geben an, dass die Krankheit ihren Selbstwert hemmt und Frust, Angst, Hilflosigkeit sowie Scham erzeugt.  Dies führt zu psychischen Belastungen, bis hin zu einem erhöhten Risiko für Depressionen.

„Um die vielen Begleitsymptome, wie unter anderem emotionalen Stress, zu unterdrücken, ist es wichtig, dass Patienten möglichst früh zum Arzt gehen und sich behandeln lassen“, betont Doz. Skvara. Die vergangenen Jahre haben neue und aussichtsreiche Behandlungsmöglichkeiten hervorgebracht. „Mittlerweile stehen uns zielgerichtete und sehr potente Therapien zur Verfügung, welche die Lebensqualität der Betroffenen im Vergleich zu früher deutlich verbessern können“, so der Experte. Viele Betroffene waren seit Jahren nicht mehr beim Hautarzt und haben sich mit der Krankheit mehr oder weniger arrangiert. Celgene Österreich will mit Unterstützung der Patientenorganisationen PSO Austria und Forum Psoriasis mittels der Informationskampagne „Wehr Dich gegen Psoriasis“ genau diesen Personen Mut machen, den Kampf gegen die entzündliche Hauterkrankung erneut aufzunehmen. Dazu gehört es auch, wieder körperlich aktiv zu werden.

Auf der Online-Plattform der Kampagne www.wehrdichgegenpsoriasis.at finden sich ein Fragebogen zur Lebensqualität sowie eine einfach zu bedienende Ärzte-Suchfunktion, die dem Benutzer mit nur wenigen Klicks den nächstgelegenen Facharzt für Dermatologie vorschlägt. Außerdem erhalten Betroffene Tipps, um sich bestmöglich auf den Hautarzt-Termin vorzubereiten. Damit soll zur Erfüllung des größten Wunschs der Betroffenen, nämlich dem Wohlfühlen in der eigenen Haut, beigetragen werden.

Welche Aktivität passt zu mir?

Bevor man in ein Trainingsprogramm einsteigt, ist es vernünftig, mit dem behandelnden Arzt abzuklären, welche Aktivität geeignet ist. Worauf sollten Menschen mit Schuppenflechte beim Sport achten? „Hautverletzungen sind auch beim Sport zu vermeiden, da ebendort neue Psoriasisherde entstehen können. Bei Patienten, die an Psoriasis Arthritis leiden, ist darauf zu achten, dass die gewählte Sportart die Gelenke nicht zu sehr belastet“, rät Doz. Skvara. Wichtig ist das Tragen von atmungsaktiver und hautfreundlicher Kleidung. Auch gibt es Spezialkleidung mit Nähten an den Außenseiten, die dadurch weniger reibt.

Schutz der Haut als Grundvoraussetzung

Beim Sport ist es generell ratsam, besonders auf Hautpartien zu achten, wo es zu Reibung kommen kann. Diese sollten bei Bedarf entsprechend geschützt werden. Gerade der Winter ist eine belastende Zeit für Menschen mit Schuppenflechte, denn Wind und Kälte haben eine austrocknende Wirkung. Die tägliche Hautpflege – und zwar auch in erscheinungsfreien Phasen – ist die Grundlage für jeden Psoriatiker, um einen gewissen „Schutzmantel“ zu gewährleisten. Eine gute Pflege nach dem körperlichen Training schützt zusätzlich vor Irritationen. Beim Sport im Freien darf ein UV-Schutz mit entsprechender Sonnenschutzcreme nicht fehlen. „Einen Sonnenbrand sollte man unbedingt vermeiden. Dieser würde die Haut noch zusätzlich reizen und schädigen“, appelliert Gerhard Hoch, stellvertretender Obmann des Vereins PSO Austria, der selbst seit mehr als 50 Jahren mit der Erkrankung lebt und um die Problematiken der Betroffenen weiß.

Für Menschen mit Schuppenflechte ist es nicht immer leicht, sich mit ihrem Schicksal zurechtzufinden. Wertvolle Unterstützung bieten Schulungen, Informationstage und das abwechslungsreiche Beratungsprogramm der Selbsthilfegruppen. Gabriele Schranz, Obfrau von PSO Austria, bestätigt: „Wir haben erst kürzlich wieder ein Treffen veranstaltet, bei dem es ausschließlich um Sport ging. Dazu luden wir einen Experten ein, der nach seinem Vortrag für sämtliche Fragen zur Verfügung stand. Man kann sich bei uns also das Herz ausschütten und sich außerdem hilfreiche Tipps holen.“

Was Sie über Psoriasis wissen sollten

Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine systemische, chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Die Schwere dieser nicht ansteckenden Erkrankung kann von einzelnen, leicht betroffenen Hautstellen bis hin zu einer großflächigen Entzündung der Haut reichen. Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Plaque-Psoriasis, die bei rund 80 Prozent der Betroffenen auftritt. Psoriasisherde finden sich häufig in der Nähe von Gelenken, wie den Ellenbogen- und Kniegelenken, können aber auch an der Kopfhaut auftreten. Psoriasis betrifft Frauen und Männer gleichermaßen und hat großen Einfluss auf das emotionale und soziale Wohlbefinden der Betroffenen, wie auch auf ihren Tagesablauf und ihre Arbeitsfähigkeit.

Foto: Dieter Schütz_pixelio.de

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