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Samstag, 23. September 2017
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Studie überführt Calcium als Herzensbrecher – 30 Prozent mehr Herzinfarkte durch zu hoch dosierte Calciumpräparate

thumb56311 Studie überführt Calcium als Herzensbrecher   30 Prozent mehr Herzinfarkte durch zu hoch dosierte Calciumpräparate  Calcium ist gesund – aber nur in Maßen

Millionen Menschen schlucken regelmäßig Calcium-Pillen. Vor allem Frauen greifen gern zu den Tabletten – nicht ohne Grund: Etwa 30 Prozent aller Frauen entwickeln nach den Wechseljahren eine Osteoporose. Dagegen hilft Calcium, denn das Mineral sei gut für die Knochen, heißt es. Dass Calciumpräparate allerdings nicht ganz ohne sind, befürchteten Wissenschaftler schon lange.

Im British Medical Journal erschien unlängst eine umfassende Übersichtsstudie von neuseeländischen Forschern um Ian Reid von der University of Auckland, welche die Zweifel an dem Nutzen der Calciumbomben noch verstärkte: Offenbar steigern Calciumpräparate ohne Vitamin D das Risiko eines Herzinfarkts um 30 Prozent, auch mehr Schlaganfälle und Todesfälle treten auf. Das betrifft vor allem diejenigen, die mehr als 800 mg Calcium als Ergänzungsmittel täglich schlucken.

Handelsübliche Präparate enthalten meistens hochdosiertes Calciumcarbonat. Das ist zum einen oft zu viel für den Körper und zum anderen regelrecht widernatürlich. Denn Calciumcarbonat kommt in keinem natürlichen Lebensmittel vor, sondern vor allem in Gesteinen. “Wir sind von den Ergebnissen der Studie nicht überrascht”, sagt Andrea Rosanoff vom Center for Magnesium Education & Research. Eine Langzeitwirkung von Magnesiummangel sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen – vor allem, wenn dem Körper zu viel Calcium zugeführt wird. Calciumpräparate müssen demnach mit ausgewogenen Mengen Magnesium abgestimmt sein, so die Forscherin.

Übersäuerung greift den Knochen an

Wer vital bleiben möchte, muss nicht nur genügend Mineralien aufnehmen, sondern auch auf seinen Säure-Basen-Haushalt achten: Fehlernährung, Bewegungsmangel und Stress können zu einer Übersäuerung der Zellen führen. Die Folge: Man ist reizbar, übermüdet, überempfindlich und wird leicht sauer – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Stress macht sauer und sauer macht Stress: Eine einseitige säurereiche Ernährung und Stress führen zu einer systematischen Übersäuerung des Körpers. Dadurch werden nicht nur Magnesium, Calcium, Kalium und Zink vermehrt verbraucht und ausgeschieden, sondern das erschöpft auch die Pufferreserven und greift die Knochen an: Um ein Absinken des Blut-pH-Wertes zu vermeiden, werden basische Mineralien aus den Knochen geholt. Und das kann zu Osteoporose führen. Außerdem setzt der Körper in einem sauren Milieu vermehrt entzündungsfördernde Substanzen frei, die den Knochenabbau zusätzlich beschleunigen.

Vor allem eine basenreiche Ernährung kann die Knochen langfristig vor dem Raubbau schützen: Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich der hohe Basengehalt in pflanzlicher Kost positiv auf die Knochendichte auswirkt. Zusätzlich kann dem Knochenverlust durch die Einnahme eines Citrat-Basenpulvers entgegengewirkt werden. Allerdings sollte das Pulver Calcium in einem ausgewogenen Verhältnis mit Magnesium und dem basischen Mineral Kalium enthalten. Klinische Studien zeigten wiederholt, dass Kaliumcitrat der Osteoporose nachweislich gleich von zwei Seiten entgegen wirkt: Zum einen verhindert es den Calciumverlust über die Niere und zum anderen senkt es den Calciumabbau aus den Knochen. Nehmen Frauen in den Wechseljahren täglich 3 Gramm Kaliumcitrat zu sich, steigt ihre Knochenmasse deutlich an, wie ein schweizerisches Forscherteam um Sigrid Jehle (Kantonsspital Bruderholz) herausfand. Die Effekte waren mit denen von Östrogenrezeptor-Modulatoren vergleichbar. Die Medical Tribune (MTD, 14 / 2010) berichtete in diesem Zusammenhang: “Eine erhöhte Säurebelastung hemmt die Osteoblasten [Knochenbildende Zellen], treibt den Muskelabbau und vermutlich auch die Gefäßalterung voran.” Präbiotische Ballaststoffe und Vitamin D steigern die Aufnahme von Calcium und Magnesium aus der Nahrung, und Vitamin D schützt zusätzlich vor Entzündungsreaktionen, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen.

Prinzipiell gilt: Ein ausgewogener Mineralstoff-Haushalt erhält die Gesundheit. Ergänzt werden sollte allerdings in der Regel nur, was in der Ernährung zu kurz kommt. Dazu gehören meist organische Basen wir Citrate, die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und in gesundem Maße Calcium mit Vitamin D- und in den meisten Fällen kein Natrium.

Weitere Informationen: http://www.ernährungsheilkunde.de

pte

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