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Samstag, 21. Oktober 2017
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Was der Schiurlaub wirklich kostet?

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© BLL

24 beliebte Wintersportorte im Europa-Vergleich.

Kostenfalle Frankreich und Schweiz, Schnäppchenparadies Polen und Tschechien

Wer demnächst seinen Winterurlaub plant, der sollte das lesen. Gerade die ungeplanten, vermeintlichen Kleinigkeiten können in Summe ein tiefes Loch in die Geldbörse reißen. Damit die Kosten vor Ort nicht ungeplant aus dem Ruder laufen, hat der ÖAMTC in Kooperation mit dem deutschen Partnerclub ADAC einen Vergleich in 24 europäischen Wintersportorten durchgeführt. “Am meisten geschont wird die Geldbörse in Tschechien und Polen. Die Schweiz ist mit Abstand am teuersten”, fasst ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant die Testergebnisse zusammen.

Insgesamt wurden 24 Wintersportorte in sieben Ländern getestet. Im Gesamtergebnis erreichen sechs Orte die Wertung “sehr günstig”, fünf “günstig”, sechs “durchschnittlich”, einer “teuer” und sechs “sehr teuer”. Testverlierer und somit teuerster Ort bei den Urlaubsnebenkosten im Europa-Vergleich ist Zermatt in der Schweiz. Der Warenkorb mit den 31 getesteten Produkten kommt hier auf sage und schreibe 571,04 Euro. Über alle Test-Orte hinweg kostete der Warenkorb durchschnittlich 387,50 Euro.

“Testsieger ist das tschechische Spindlermühle im Riesengebirge, das mit einem Warenkorb von 224,97 Euro mehr als die Hälfte günstiger ist als der Testverlierer”, so die ÖAMTC-Expertin. Auf den Rängen folgen Zakopane/Polen, Oberwiesenthal/Deutschland, Bayrischzell/Deutschland und Oberstdorf/Deutschland. An sechster Stelle findet sich Ellmau/Österreich.

Spaghetti, Pommes und Co. können im Urlaub zum Luxus werden

Insbesondere der Einkehrschwung gestaltet sich oft teuer, vor allem in Frankreich und in der Schweiz. Die Tester trafen in diesen Ländern auf Preiswucher wie zum Beispiel Spaghetti in Zermatt/Schweiz um mehr als 18 Euro oder eine Portion Pommes Frites um 8,50 Euro in Chamonix/Frankreich.

Österreich zählt mit durchschnittlich 8,58 Euro für die Spaghetti zwar nicht unbedingt zu den Diskontern unter den Wintersportländern, findet sich jedoch im oberen Mittelfeld wieder. Am günstigsten speist man in Tschechien und Polen: Zwischen vier und sechs Euro kostet in diesen Ländern das Pastavergnügen.

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© ÖAMTC

Ischgl und Lech sind die teuersten österreichischen Schiorte, Ellmau ist am günstigsten

“Der günstigste Wintersportort in Österreich ist Ellmau in Tirol. Als einziger von insgesamt acht getesteten österreichischen Schiorten wurde Ellmau mit dem Prädikat ’sehr günstig’ ausgezeichnet”, weiß die ÖAMTC-Reiseexpertin. Der durchschnittliche Preis für den Warenkorb mit den 31 getesteten Produkten kommt hier auf 327,28 Euro. Als “günstig” beurteilt wurde Mayrhofen/Tirol (356,83 Euro), eine “durchschnittliche” Bewertung bei den Produktpreisen bekommen Saalbach/Salzburg (378,97), Obertauern/Salzburg (381,09 Euro), Schladming/Steiermark (396,72 Euro) und Kitzbühel/Tirol (401,30 Euro), während Ischgl/Tirol (446,42 Euro) und Lech/Vorarlberg (486,39 Euro) im ÖAMTC-Test mit “sehr teuer” abgeschnitten haben.

Für den Schiverleih muss man zum Beispiel in Ischgl im Schnitt satte 27 Euro pro Tag hinblättern, in Lech 25 Euro, während in Ellmau der Schiverleih mit durchschnittlichen 15 Euro pro Tag ein richtiges Schnäppchen ist. “Speisen sind in Österreich im Europa-Vergleich relativ günstig zu haben, bei den Getränken muss jedoch tief in die Tasche gegriffen werden”, sagt die ÖAMTC-Touristikerin.

So liegt der durchschnittliche Preis für einen Cappuccino in Österreich bei 3,02 Euro. Die Spanne erstreckt sich dabei von 2,58 Euro für den Cappuccino in Ellmau bis hin zu mehr als 3,60 Euro in Ischgl und Lech. “Ein positives Ergebnis ist bei den Produkten des Tagesbedarfs – etwa Sonnencreme, Lippenpflege oder Schokoriegel – hervorzuheben. Trotz prinzipiell hohen Preisniveaus in Lech sind diese Produkte dort so günstig wie ansonsten nur in den beiden osteuropäischen Testländern Polen und Tschechien”, erklärt die ÖAMTC-Expertin.

So kann die Urlaubskasse geschont werden

Wer die Wintersportausrüstung selber besitzt und nicht vor Ort ausleiht, sollte bereits vor Antritt der Reise überprüfen, ob alles komplett und intakt ist. Der Kauf von Zubehör am Urlaubsort kann teuer werden, vor allem wenn keine Auswahl vorhanden ist. Dasselbe gilt für Sonnencreme, Lippenbalsam oder ähnliches. Denn in manchen Schiorten gibt es nur wenige Supermärkte und diese bieten dann oft nur ein sehr exquisites Sortiment an.

Beim Ausleihen von Ausrüstung gilt: Je länger die Ausleihdauer, umso günstiger wird der Tagessatz. Auch Setpreise, zum Beispiel Schi, Stöcke, Helm und Schischuhe, sollten in Betracht gezogen werden. Zusätzliche Rabatte gibt es teilweise online, ein Check bereits vor dem Urlaub kann sich also lohnen. Für den Tagesbedarf am Berg sollte berücksichtigt werden, dass Schokoriegel, Wasser, Kekse oder ähnliches im Ort meist günstiger zu haben sind als an der Liftstation oder am Berg. In sehr vielen Schigebieten werden auch Gästekarten angeboten, die zum Beispiel Rabatte für Pferdeschlittenfahrten oder für den Eintritt ins Schwimmbad enthalten können.

Hintergrundinfos zur Testmethodik

Der erste Winternebenkostentest wurde vom ÖAMTC in Kooperation mit dem deutschen Partnerclub ADAC durchgeführt. Die Tester waren in 24 beliebten Wintersportorten in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Polen, der Schweiz und Tschechien unterwegs. Getestet wurden die Preise von 31 typischen Produkten und Dienstleistungen inklusive Mehrwertsteuer. Die Auswahl orientiert sich an den Bedürfnissen eines erwachsenen Schifahrers.

Die Produkte sind eingeteilt in die Kategorien “Aktivitäten” (zum Beispiel Schikurs), “Verleih” (Schiverleih, Langlaufausrüstung), “Gastronomie” (Mittagessen auf der Hütte oder Abendessen im Ort), “Tagesbedarf” (Sonnencreme, Schokoriegel und ähnliches) sowie “Zubehör” (zum Beispiel Schibrille). Die Preise für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung wurden in bis zu fünf verschiedenen Einkaufsstätten ermittelt.

Alle Details zu den Testergebnissen gibt es online unter www.oeamtc.at/reise

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