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Samstag, 23. September 2017
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Wie gut sind die Öffis in Wien

strassenbahn Wie gut sind die Öffis in Wien

Wie gut sind die Öffis in Wien im Vergleich zu 22 anderen Großstädten?

Fahrzeit, Informationsangebot, Ticketpreise: So gut oder schlecht ist der Öffentliche Verkehr in Wien und weiteren 22 europäischen Großstädten

Wien – Nicht schlecht fürs Erste, aber es geht noch besser: So lässt sich das Ergebnis des jüngsten EuroTest zusammenfassen, den der ÖAMTC mit 15 seiner europäischen Schwesterclubs durchgeführt hat. Die öffentlichen Verkehrsmittel von 23 europäischen Großstädten wurden unter die Lupe genommen. Zagreb erhielt als einzige Stadt ein “sehr mangelhaft”. Im Gegenzug schnitt München als einzige mit “sehr gut” ab. Wien wurde mit “gut” beurteilt und liegt – hinter München und Helsinki – an der dritten Stelle.

“Ein Öffi-Angebot wird dann angenommen, wenn es möglichst viele Vorteile für den Fahrgast bringt”. Wie weit das den Städten gelingt, zeigt der Test. Geprüft wurde nach vier Kategorien: Reisezeit, Umsteigemodalitäten, Informationen für den Fahrgast vor und während der Fahrt sowie die Fahrtkosten. In den 23 getesteten Städten wurden nach einem einheitlichen Schema Haltestellen ausgewählt, zwischen denen sich die Tester in den verschiedenen Verkehrsmitteln (Bus, U-Bahn etc.) bewegten.

Was zeigen die Unterschiede zwischen München und Wien?

Der Sieger München macht Lust auf Öffis und hat Vorbildfunktion. Fast alle Verbindungen sind deutlich schneller als im europäischen Durchschnitt – ob man vom Flughafen ins Zentrum fährt oder innerstädtisch unterwegs ist. Die Preise wurden im Test zwar als etwas zu hoch eingestuft, es gibt aber viele Ticketvarianten, darunter ein Kurzstreckenticket um 1,10 Euro. “Die Beratung durch das Personal der öffentlichen Linien ist kompetent”. In den Fahrzeugen sind Extra-Plätze für mobilitätseingeschränkte Passagiere und Rollstühle ausgewiesen. Die Fahrplanauskunft und umfassende Informationen sind im Internet in fünf Sprachen verfügbar (in London erfolgt die Information sogar in sagenhaften 16 Sprachen). Der Transport von Fahrrädern ist in S-Bahn und U-Bahn sowie teilweise in Regionalzügen möglich. Es gibt auch ein eigenes Fahrrad-Mietsystem.

In Wien bietet sich ein ähnlich positives Bild wie in der Bayernmetropole, hinsichtlich Barrierefreiheit hatte Wien beim Test sogar die Nase vorne. Alle zwölf Test-Haltestellen waren barrierefrei und auch die Fahrkartenautomaten meist in rollstuhlgerechter Höhe angebracht. Verbesserungsbedarf gibt es allerdings bei der Ausstattung der Bushaltestellen mit verlässlichen Angaben, wann der nächste Bus kommt. Kritisiert wird auch die Beschilderung mit Haltestellennamen in zu kleiner Schrift. “Außerdem sind die Aushangfahrpläne häufig außerhalb der Wartehäuschen montiert, was bei Regen äußerst unangenehm für die Fahrgäste ist”. Im internationalen Vergleich sind die Innenstadtfahrten mit 1,80 Euro im Vorverkauf eher teuer. “Die Information über Kurzstreckenfahrten zum halben Preis wird zu wenig kommuniziert”.

Und last but not least liegt Wien im internationalen Vergleich beim Park+Ride-Angebot (Parkplatz in Verbindung mit Öffi-Ticket) eher hinten. In und um München beispielsweise gibt es Monatstickets bereits ab 7,50 Euro. Im Vergleich dazu kostet beispielsweise P+R in Wien-Hütteldorf im Monat 46,80 Euro in Kombination mit einer Zeitkarte der Wiener Linien, ohne Zeitkarte sogar 55 Euro. In Helsinki sind beispielsweise drei Viertel des P+R Angebots gratis.

Summa summarum lässt sich nach dem Test festhalten: Will man den öffentlichen Verkehr in den Städten attraktiver gestalten, müssen die meisten Verkehrsbetriebe noch stärker auf die Wünsche der (potentiellen) Fahrgäste eingehen. “Dazu braucht es attraktive Verbindungen und Ticketpreise sowie saubere und sichere Fahrzeuge in ausreichender Zahl. Unerlässlich sind auch umfassende Informationen, an die man als Fahrgast ohne Aufwand herankommen kann”, meint der ÖAMTC Experte abschließend.

Die Ergebnisse zu allen Städten aus diesem EuroTest findet man unter www.oeamtc.at/tests

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