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Montag, 21. August 2017
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“YOU-App”: Besseres Leben mit “Mikro-Handlungen”

iOS-Software nimmt User in die Pflicht, bewusster im Alltag zu agieren.

20150115002 YOU App: Besseres Leben mit Mikro Handlungen

Das schwedische Start-up Fifth Corner Inc. http://angel.co/fifth-corner-inc will User mit seiner Smartphone-Software “YOU-App” zu besseren Menschen erziehen. Ziel der derzeit nur für Apple-Geräte erhältlichen Applikation ist es, dass Nutzer durch das Fotografieren und Posten sogenannter “Mikro-Handlungen” in Verbindung mit der sozialen Kontrolle ihres virtuellen Umfelds gesündere Alltagsgewohnheiten entwickeln.

“Wenn ich mich im sozialen Netzwerk als Gesundheitsinteressierter oute, kann das wie ein laut posaunter Silvestervorsatz wirken: Meine soziale Umgebung wird registrieren, ob ich den Vorsatz einhalte”, unterstreicht Social-Media-Experte Ed Wohlfahrt im Gespräch. Das virtuelle Bekenntnis zu gesünderem Leben könne auch als sozialer Druck in der Realität wirken.

“Likes” als Motivation

Konkret fordert die App dazu auf, von gesunden Handlungen Fotos zu machen und diese im Design an Instagram erinnernden Netzwerk zu teilen. Das Foto dient als “Beweis” der Aktivität und die virtuelle soziale Umgebung soll durch “Likes” eine verstärkende Wirkung ausüben.

Der App scheint nach dem Motto “Small things matter” der Gedanke zugrunde zu liegen, dass leichte Anstöße größere Wirkung entfalten als das Setzen von hohen Zielen und deren rigorose Überprüfung. Das Credo: in nur einer Minute täglich sein Leben verbessern. So lange braucht man laut den Machern, um seine gesunde “Tat des Tages” zu fotografieren und zu teilen.

Jamie Oliver als Zugpferd

Handy-Apps, die helfen sollen, ein gesünderes und bewussteres Leben zu führen, haben üblicherweise kein langes Leben auf dem App-Markt. YOU-app hat im Starkoch Jamie Oliver einen Unterstützer gefunden, der durch Werbung über seinen Twitter-Account 4,4 Mio. Follower erreicht. Wie intensiv er in die von Investoren mit fast einer halben Mio. Euro frühfinanzierte Unternehmung eingebunden ist, bleibt unklar.

“Die meisten Apps werden nur mehrere Tausend Male heruntergeladen. Natürlich gibt es andere Wege zum Durchbruch, aber der Promi-Faktor gibt viel her”, so Wohlfahrt. “Das Verhalten in der Küche hat sich verändert, Kochen und die soziale Dimension des Kochens liegen im Trend. Jamie Oliver scheint das zu wissen, er tritt nicht zum ersten Mal als Testimonial in diesem Bereich auf. Diese App erfüllt viele Faktoren, um am Markt erfolgreich zu sein.” In der zweiten Jahreshälfte 2015 soll auch die Android-Version der App folgen.

pte

Foto: I. Zelewitz

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