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Dienstag, 26. September 2017
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Zwangspensionierungen? Nein Danke!

P1000724 Zwangspensionierungen? Nein Danke!

© BLL

Alter kann und darf in Österreich kein Kündigungsgrund sein.

Zwangspensionierungen, das Hinaus-Mobben aus dem Beruf, das Schmackhaft-Machen eines vorgezogenen Ruhestands, die Golden-Handshakes – viele große Unternehmen machen sich schuldig am Pensionssystem. Damit muss endlich Schluss sein!” forderte Seniorenratspräsident Karl Blecha im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz des Österreichischen Seniorenrates und des Österreichischen Journalisten Clubs.

Blecha führte weiters aus: “Denn viele Medienunternehmen, aber auch staatliche und staatsnahe Betriebe sind hier besonders schlechte Vorbilder, obwohl sie eigentlich mit gutem Vorbild voran gehen sollten. Es ist nämlich auch eine Frage der Glaubwürdigkeit: Man kann als Medium nicht die Frühpensionierungen ständig anprangern, das Pensionssystem schlecht schreiben, auf die Politik schimpfen und sich selbst als Dienstgeber in großem Stile mitschuldig machen am zu frühen Pensionsalter, in dem man sich älterer Beschäftigter VOR dem Regelpensionsalter ‘entledigt’. Und zwar obwohl diese noch gerne arbeiten würden! Gleiches gilt auch für den öffentlichen Bereich: Wer als politisches Ziel vorgibt, das Pensionsantrittsalter anheben zu müssen, muss auch als Dienstgeber dafür sorgen, dass Menschen über 50 Jahre nicht in die Pension gedrängt, sondern sie als wertvolle, erfahrene, verantwortungsvolle, loyale, kommunikative und zuverlässige Mitarbeiter geschätzt werden.”

Seniorenratspräsident Dr. Andreas Khol zeigt sich ebenso verärgert: “Alle öffentlich rechtlichen Unternehmungen – so auch der ORF als Stiftung öffentlichen Rechts – sind an Recht und Gesetz gebunden und sollten die generelle Politik der Bundesregierung mittragen. Dies gilt selbstverständlich auch für das von allen Seiten nunmehr unterstützte Vorhaben, das faktische Pensionsantrittsalter rasch und merklich zu erhöhen. Das heißt also auch für den ORF, den Druck zur Frühpension einzustellen. Generaldirektor Wrabetz ist daher dazu aufgerufen, seine Frühpensionspolitik entsprechend zu überdenken. Mit Zwangspensionierungen muss in allen staatsnahen Bereichen endlich Schluss sein! Schließlich sind Frühpensionen längst kein Privileg mehr, sondern vielmehr eine Diskriminierung aufgrund des Alters.

Anlass zu diesen Stellungsnahmen ist die Tatsache , dass der Österreichische Rundfunk (ORF) derzeit alle männlichen, journalistischen Mitarbeiter der Jahrgänge 1949/1950 kündigt. Diese altersbedingten Kündigungen wurden mit dem Hinweis ausgesprochen, dass die Betroffenen in die Korridorpension gehen können. Viele dieser für den ORF langjährig und verdienstvoll tätigen Journalisten wollen jedoch bis zum 65. Lebensjahr weiter arbeiten.

Finanzielle Einbußen sind damit verbunden

Besonders schmerzlich für die Betroffenen, es vermindert sich die Höhe ihres Pensionsanspruchs.

Der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs Fred Turnheim dazu: “Die Zwangskündigung von erfahrenen Journalisten dient nicht der ‘Belebung’ des Arbeitsmarktes, sondern soll ausschließlich der ‘Kostensenkung’ im ORF dienen. Gleichzeitig verliert damit der ORF erfahrene und arbeitswillige Journalisten. Die vom ORF ausgesprochenen altersbedingten Kündigungen werden mit Erreichen des 62. Lebensjahres automatisch ausgesprochen. Diese zwangsweise Ausnutzung der Korridorpension durch den öffentlich/rechtlichen ORF widerspricht völlig den Intentionen der Bundesregierung zur Entlastung der Pensionskassen und belastet das Pensionsbudget und damit die Allgemeinheit.

Leider unterstützt der ORF-Betriebsrat nicht jene Journalisten, die sich gegen diese Alters-Kündigungen ORF-intern wehren wollen. Der ÖJC hat diesen Sachverhalt der österreichischen Bundesregierung in mehreren Briefen mitgeteilt. Auch der Sozialminister bestätigt die Rechtsansicht des ÖJC, dass es in Österreich keine Kündigungen aus Altersgründen geben darf.”

Der Österreichische Seniorenrat startet daher die Kampagne ZWANGSPENSIONIERUNGEN? NEIN DANKE!

Die Kampagne soll auf diese Thematik aufmerksam machen und fordert die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, die altersbedingte Kündigungen untersagt.

Jedenfalls finden Blecha, Kohl und Thurnher, dass mit diesen „Alterskündigungen“ das derzeitige durchschnittliche Pensionsantrittsalter bei Männer von 58,9 Jahren niemals auf dass von der EU geforderte Antrittsalter von 62,5 Jahren gehoben werden kann.

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