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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Dialyse: Granatapfel reduziert Infektionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

thumb554671 Dialyse: Granatapfel reduziert Infektionen und Herz Kreislauf ErkrankungenStudie bestätigt geringeres Risiko bei regelmäßiger Einnahme von Granatapfelsaft

Der Granatapfelsaft kann bei Dialyse-Patienten Infektionen und Herzerkrankungen verhindern. Dies hat ein internationales Forscherteam herausgefunden: Menschen mit Nierenversagen, die regelmäßig Granatapfelsaft zu sich nehmen, haben ein geringeres Risiko, sich zu infizieren und erkranken seltener an Herz-Kreislaufbeschwerden, berichteten Wissenschaftler um Batya Kristal vom Western Galilee Hospital in Israel auf einer Konferenz der American Society of Nephrology in Denver.

Um herauszufinden, ob Granatapfelsaft eine positive Wirkung auf Dialyse-Patienten hat, hatten die Forscher 101 Dialyse-Patienten in zwei Gruppen geteilt: Eine Gruppe verabreichten sie über einen Zeitraum von einem Jahr dreimal pro Woche Granatapfelsaft. Die anderen Studienteilnehmer bekamen zur gleichen Zeit einen Placebo-Saft. Das Ergebnis: Patienten, die den Granatapfelsaft tranken, bekamen weniger Infektionen und hatten weniger Schäden durch oxidativen Stress davon getragen. Außerdem mussten sie deutlich seltener aufgrund von Infektionskrankheiten ins Krankhaus: Während die Wahrscheinlichkeit, ein Mal ins Krankhaus zu müssen, um 40 Prozent sank, war die einer zweiten Aufnahme sogar um 80 Prozent reduziert. Krankenhausaufenthalte wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzierten sich um 36% für den ersten Aufenthalt und 44% für den zweiten Aufenthalt.

Auch das Risiko, Herzerkrankungen zu erleiden, war deutlich gesenkt: Die Patienten hatten einen niedrigeren Blutdruck, ein besseres Lipidprofil und weniger Herz-Kreislauf-Zwischenfälle. Nach der einjährigen Versuchsphase beobachteten die Forscher die Patienten für weitere drei Monate. Während dieser Zeit wurde der Granatapfelsaft abgesetzt. Die Folge: Die positiven Effekte waren vollständig verschwunden – die Patienten unterschieden sich nicht von der Placebo-Gruppe.

Die Wissenschaftler betonen, dass sich ihre Studie in eine Reihe von Untersuchungen einordnet, die schon früher gezeigt hatten, dass Granatapfelsaft antioxidative und antientzündliche Eigenschaften hat. “Dauerhafter Konsum von Granatapfelsaft reduziert offenbar das Risiko von Erkrankungen bei Dialyse-Patienten und erhöht damit die Lebensqualität dieser Menschen”, resümiert Kristal. Obwohl in der Studie keine negativen Nebenwirkungen auftraten, empfehlen die Forscher, den Saft auf Dauer nicht ohne ärztliche Überwachung einzunehmen. Denn er enthält viel Kalium, und das kann in Übermaßen bei Menschen mit Nierenleiden ein zusätzlicher Risikofaktor sein.

Für die Wirkungen des Granatapfels sind besondere Pflanzenstoffe, die Polyphenole, in ausreichend hoher Konzentration besonders wichtig. Polyphenole wirken antioxidativ, antientzündlich und krebshemmend. Täglich sollten mindestens 500 mg Granatapfel-Polyphenole verzehrt werden, wobei lebendfermentierte Polyphenole eine höhere Bioaktivität haben sollen.

Das Heilungspotenzial des Granatapfels bei Infektionen ist z. B. seit Jahrtausenden aus dem indischen Ayurveda bekannt. Das kann uns besonders im Winter zu gute kommen. Denn Granatapfel-Polpyhenole verfügen über breite antivirale und antimikrobielle Wirkungen (Neurath et al., 2004 und 2005, Reddy et al., 2007). Granatapfel-Polpyhenole töten auch Influenza-A-Grippeviren ab und hemmen deren Vermehrung (Haidari et al., 2009). Wichtig hierbei ist die lokale Anwendung der Granatapfel-Polpyhenole am Eintrittsort der viralen Infektion (Hals, Rachen).

pte

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