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Montag, 26. Juni 2017
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Altersbluthochdruck – Hypertonie im Alter

Wissenswertes über Ihren Blutdruck – Wann haben Sie zuletzt Ihren Blutdruck gemessen?

Etwa 50 Prozent der Menschen über 60 haben einen zu hohen Blutdruck. Obwohl oft vom Altershochdruck gesprochen wird, handelt es sich nicht um eine Erscheinung, die sich durch das biologische Altern
alleine erklärt. Die früher vertretene These, dass der Blutdruck mit zunehmendem Alter
zwangsläufig steigt, lässt sich nicht halten. Schließlich leidet die Hälfte der älteren Menschen nicht unter einer Blutdruckerhöhung. Fakt ist: Es kommt weniger auf das Alter als auf die Lebensweise an.

A2 Altersbluthochdruck   Hypertonie im Alter

Ursachen für zu hohen Blutdruck

Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Gefäße ab, sie passen sich nicht mehr
 veränderten Blutdruckverhältnissen an. Dies betrifft in besonderem Maße Gefäße in der Nähe des Herzens. Typisches Anzeichen ist ein Ansteigen des systolischen Blutdrucks, während der diastolische nicht oder kaum ansteigt. Der systolische Druck ist der Maximaldruck, also der obere Wert, der diastolische der untere, also der Minimaldruck. Dieser Art des Hochdrucks kann als normale Alterserscheinung angesehen werden.

Ohne Behandlung kommt es zur sogenannten isolierten systolischen Hypertonie (ISH). Die Blutdruckwerte übersteigen oft 140 mmHg systolisch, während es bei unter 90
mmHg diastolisch bleibt.

Durch eine ungesunde Lebensweise, besonders durch zu fettes und zu salzhaltiges Essen, Rauchen, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel kommt es zu Ablagerungen in den Gefäßen. Der Druck in den verengten Adern steigt. Dieser Anstieg betrifft beide Werte. Diese Risikofaktoren erhöhen nicht nur den Blutdruck, Sie sind sogar in der Lage den Erfolg einer medikamentösen Behandlung zu verhindern.

Psychische Ursachen übersehen viele Ärzte und Patienten. Stress jeder Art führt zu einem Anstieg des Blutdrucks. Ein archaischer Mechanismus, der den Körper mit Sauerstoff versorgt, damit er einem Kampf oder einer Flucht gewachsen ist. Der im modernen Alltag entstehende Stress führt in der Regel nicht zu einer körperlichen Aktivität. Das Stresshormon Testosteron baut sich nicht ab. Besonders gefährdet sind Menschen, die scheinbar immer gelassen reagieren. Diese stehen innerlich oft unter Dauerstress mit verheerenden Folgen für den Blutdruck.

Symptome und Folgen

Das Tückische beim hohen Blutdruck ist, dass es zu Beginn selten Symptome gibt. Die ersten Anzeichen treten spät auf und sind nicht so signifikant, dass Patienten eine schwere Krankheit vermuten. Nervosität, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche halten viele Menschen für Folgen eines hektischen Alltags. Erektionsstörungen, die ebenfalls ein Zeichen für Bluthochdruck sein können, interpretieren viele Männer falsch.

Die Folgen eines unbehandelten hohen Blutdrucks sind dramatisch. Der ständige Druck auf das Herz zwingt dieses stärker zu arbeiten, als es auf Dauer verkraftet. Es kommt zu Herzschwäche (Insuffizienz). Die ohnehin wenig elastischen Adern können platzen, Ablagerungen den Weg des Bluts zum Herz oder zum Gehirn blockieren. Herzinfarkt oder Schlaganfall sind die Folgen eines oft über Jahre nicht erkannten und behandelten Bluthochdrucks.

Wichtig: Es gibt nur einen Weg, Bluthochdruck festzustellen. Der Patient muss regelmäßig die Blutdruckwerte messen oder noch besser beim Arzt messen lassen. Warnzeichen, die auf den erhöhten Druck hinweisen, gibt es nicht.

Behandlung des zu hohen Blutdrucks

Ohne Arzt ist es nicht möglich, die Werte in den Griff zu bekommen, aber ohne die aktive Mithilfe
des Patienten, hat keine Behandlung auf Dauer Erfolg. Aufgabe des Arztes ist, ein geeignetes Medikament auszuwählen, welches den Blutdruck senkt. Er strebt bei älteren Patienten einen Zielwert von 140/90 an. Durch ein sanftes Einschleichen, mit der Gabe von zunächst niedrigen Dosen der Präparate, nähert sich der Druck diesem Zielwert langsam an. Der Patient leidet bei diesem Vorgehen kaum unter Nebenwirkungen.

Grundsätzlich müssen Betroffene die Behandlung durch eine Umstellung ihrer Ernährung unterstützen. Der Verzicht auf Fleisch und Fett zugunsten von Obst und Gemüse unterstützt die Maßnahmen des Arztes, denn eine Reduzierung des Gewichts ist unbedingt erforderlich. Zusätzlich helfen eine Raucherentwöhnung und das Einschränken des Konsums von Alkohol.

Bewegung gehört ebenso zur Therapie. Niemand muss im Alter eine Sportskanone werden. Es genügt, längere Zeit in einem flotten Tempo spazieren zu gehen oder häufig mit dem Rad zu fahren. Generell ist eine regelmäßige Bewegung besser, als sich kurzfristig stark zu belasten.

Vorbeugende Maßnahmen

Der beste Weg einem erhöhten Blutdruck im Alter vorzubeugen ist, sich schon in jungen Jahren gesund zu ernähren und auf Nikotin zu verzichten. Alkohol in Maßen ist erlaubt, aber ein regelmäßiger
 hoher Alkoholkonsum fördert hohen Blutdruck. Um die psychische Komponente auszuschalten, helfen spezielle Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Yoga.

Das Wichtigste ist, auf sein Gewicht zu achten und immer in Bewegung zu bleiben. Durch ein gesundes Leben lässt sich Altersdruck nicht immer vermeiden, aber zumindest hinauszögern und abmildern.

Foto: © Shutterstock.com / Lisa F. Young

Quellenangabe:

1.) Bluthochdruck im Alter – www.hochdruck-aktuell.de

2.) Runter mit dem Blutdruck – www.pharmazeutische-zeitung.de

3.) Bluthochdruck- Definition, Ursachen & Symptome – www.121doc.de

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