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Montag, 21. August 2017
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Bluthochdruck: Therapien für beide Geschlechter

 Bluthochdruck: Therapien für beide GeschlechterFrauen werden mit Diuretikum behandelt, Männer mit ACE-Hemmern.

Blutdruckpatientinnen erhalten nicht die gleiche Behandlung wie Männer. Sowohl die Medikation als auch das Behandlungsverfahren unterscheidet sich aufgrund des Geschlechts teils erheblich, wie eine Analyse der schwedischen University of Gothenburg ergeben hat. Die Doktorarbeit untersuchte 40.825 Patienten, die aufgrund von hohem Blutdruck in Behandlung waren.

Alter sollte keine Grundlage sein

Frauen und Männern bekamen grundsätzlich unterschiedliche Medikamente verschrieben, um den Blutdruck auf das Normalmaß zu senken. Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen während der Behandlungszeit den Blutdruck auf die Zielwerte senken können, ist jedoch geringer als bei Männern. Dabei wird Frauen öfters als Männern ein Diuretikum verschrieben, während Männer üblicherweise ACE-Hemmer erhalten.

“Internationale Leitfäden empfehlen, dass Blutdruck- und Diabetes-Patienten mit ACE-Hemmern behandelt werden sollen”, so Studienautorin Charlotta Ljungman. “Frauen erhalten viel seltener diese Form der Behandlung als Männer. Die Tatsache, dass Frauen meistens älter sind als Männer, wenn Bluthochdruck diagnostiziert wird, sollte kein Grund sein, dass sie Blutdruckziele aufgrund ihrer Therapie seltener erreichen.”

Challenge für Gesundheitssystem

Vorherige Studien haben gezeigt, dass ältere Patienten mit hohem Blutdruck auch sehr stark von der Medikamentenbehandlung profitieren. Frauen sind generell weniger oft von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen als Männer und bekommen solche Krankheiten durchschnittlich auch in einem späteren Lebensalter.

Laut Ljungman ist dies ein Grund dafür, warum das Gesundheitssystem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen unterschätzt. “Das Ziel der Behandlung solcher Patienten ist es, einen bestimmten Blutdruckwert zu erreichen. Die Tatsache, dass Frauen dieses Ziel weniger oft erreichen als Männer, ist bemerkenswert und sollte dazu führen, dass Schritte eingeleitet werden, um die Behandlung zu verbessern”, sagt Ljungman abschließend.

pte

Foto: pixelio.de/hamma

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