Flagge Österreich Flagge Österreich
Donnerstag, 23. November 2017
Besser Länger Leben » Gesund und Fit » Fasten-Trend: Vitalität wichtiger als Abnehmen

Fasten-Trend: Vitalität wichtiger als Abnehmen

443947 web R B by sigrid rossmann pixelio.de  Fasten Trend: Vitalität wichtiger als Abnehmen

Foto: sigrid-rossmann_pixelio.de

Mediziner: “Körper braucht Auszeit von äußeren Reizen”.

Eine regelmäßige Auszeit durch Fasten kann die Gesundheit stärken und dabei helfen, sich besser auf Wesentliches im Leben zu konzentrieren. Das haben Vertreter der Österreichischen Gesellschaft für Gesundheitsförderung (GGF) http://gesundheitsfoerderung.at in einer Pressekonferenz in Wien dargelegt. Die Experten aus Medizin und Psychologie präsentieren das Fasten als Antwort auf den Verlust des Lebensrhythmus durch die zunehmende Beschleunigung im Alltag.

Boomende Nische

Von “Fasten in der City” und “typgerechtes Fasten” bis hin zu “Basenfasten am Meer” und sogar eine “Fasten für Genießer-Hotelgruppe”: Die Palette der Angebote für Fastenwillige wächst merklich. “Der ruhige Urlaub in Form von Fastenwochen liegt im Trend. Man kommt bei dieser Auszeit von rein körperlichen Zielen wie etwa der Gewichtsabnahme ab und verfolgt zunehmend die seelisch-geistige Veränderung”, berichtet Ulrike Borovnyak, Fastentrainerin und GGF-Geschäftsführeri. Hintergrund sei die Getriebenheit im Alltag, die für viele zur Überforderung wird.

Auszeit für den Darm

“Fasten lässt den Körper von äußeren Reizen in Ruhe”, erklärt Martin Spinka, ärztlicher Leiter der Kneipp-Kurbetriebe. Das betrifft vor allem den Darm. “Der Magen-Darm-Trakt bildet die größte Fläche des Menschen, die mit der Außenwelt in Berührung kommt. Seine Schleimhäute sind meistens chronisch entzündet. Eine Zeit des Fastens ohne Festnahrung hebt die Belastung auf und hilft dabei, dass die gestörten Funktionen wieder heilen.”

Derzeit verbreitete Methoden sind Heilfasten, Früchtefasten, Suppenfasten und Basenfasten. Eine schulmedizinische Erklärung der dabei ablaufenden Prozesse gibt es nicht. Zumindest seien vielfältige positive und anhaltende Folgen dokumentiert, betont Spinka. “Bei manchen ist nach dem Fasten eine Allergie verschwunden, bei anderen chronische Schmerzsymptome, manche brauchen Medikamente für Bluthochdruck nicht mehr. Wichtig ist beim Fasten der ganzheitliche Ansatz. Viele sehen durch Fasten ihre Aufgaben im Leben klarer.”

Nicht für jeden geeignet

Anders als in Russland und den USA, wo aktuelle Fastentrends ihren Ursprung nahmen, haben sie in der deutschen Ausprägung nach Otto Buchinger und Hellmut Lützner sowie in der österreichischen nach Franz-Xaver Mayer kaum Exklusivitätsanspruch. “Die günstigste Form ist, sich ein Fastenbuch zu kaufen. Doch auch eine Fastenbegleitung im Alltag ist nicht teuer und fördert nachhaltige Effekte. Ausgebildete und geprüfte Fasten-Coaches helfen jedem, das jeweilige Optimum herauszuholen”, so Borovnyak.

Spinka rät auch aus medizinischer Sicht zur Begleitung. Einerseits sei es wichtig, das Fasten auf den jeweiligen Menschentyp abzustimmen, zudem sei das Fasten rein körperlich nicht für jeden der richtige Weg. Andererseits helfe die Begleitung beim Durchhalten. “Gelingt die im Alltag oft zu oberflächliche Selbstwahrnehmung durch das Fasten wieder, kann dies neue Prozesse auslösen. Dabei sind auch plötzliche Schmerzen möglich, die eine geschulte Führung besser erklären kann.” Die Gruppe sei ein zusätzlicher, unterstützender Faktor.

pte

Share