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Dienstag, 25. April 2017
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Gehirn bremst Alterserscheinungen geschickt aus

Defizite bis zu gewissem Grad mit erhöhter Aufmerksamkeit kompensiert.

 Gehirn bremst Alterserscheinungen geschickt aus

Ältere Menschen entwickeln eine höhere selektive Aufmerksamkeit, sie schauen genauer und aufmerksamer auf Details als Jüngere. Die Nachteile des Alterungsprozesses kann das Gehirn also bis zu einem gewissen Grad durch erhöhte Aufmerksamkeit ausgleichen. Zu diesem Schluss kommen aktuelle Messungen von Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum http://ruhr-uni-bochum.de .

Sortieraufgabe für Jung und Alt

Den Ergebnissen zufolge gab es zwei Kategorien von Farbkreisen, die sich jeweils in den verwendeten Farben unterschieden. Die Forscher beobachteten jüngere und ältere Menschen bei einer Sortieraufgabe. In jeder Kategorie gab es zusätzlich zwei Gruppen von Kreisen: solche, die sich insgesamt stark ähnelten, und solche, die sehr individuell aussahen. Die Versuchspersonen mussten die Kreise den beiden Kategorien zuordnen. Sie lernten erst während des Tests durch Rückmeldungen, welche Kategorien es gab.

Die Wissenschaftler haben nicht nur die Antworten der Teilnehmer aufgezeichnet, sondern erfassten über ein Elektroenzephalogramm (EEG) auch die Gehirnwellen und über einen “Eye Tracker” die Blickrichtung der Probanden. Das Ergebnis: Sowohl Jüngere als auch Ältere hatten keine Schwierigkeiten, die sich ähnelnden Kreise in ihre jeweilige Kategorie zu stecken – die Lernprozesse beider Gruppen unterschieden sich nicht wesentlich. Als sie im Verlauf des Tests jedoch die weniger eindeutigen Exemplare kategorisieren mussten, gab es Unterschiede. Die Einordnung fiel den älteren Versuchspersonen deutlich schwerer.

Eye Tracker bestätigt Annahme

“Es gibt zwei Strategien, wie man einzelne Objekte einer Kategorie zuordnen kann. Während wir ähnliche Mitglieder einer Kategorie ganzheitlich wahrnehmen, müssen wir Ausnahmen gesondert lernen und uns genau einprägen. Älteren Menschen fällt es schwerer, von einer Strategie zu der anderen zu wechseln”, sagt Expertin Sabrina Schenk. Die Messungen der Gehirnwellen zeigten aber auch, dass ältere Menschen eine höhere selektive Aufmerksamkeit entwickeln. Sie schauen genauer und aufmerksamer auf die Details als jüngere Menschen.

Auch die erhobenen Daten des Eye Trackers bestätigen die Annahme der Forscher. “Die Nachteile des Alterungsprozesses kann das Gehirn also bis zu einem gewissen Grad durch erhöhte Aufmerksamkeit ausgleichen”, so Schenk abschließend. Eine Computersimulation an der kanadischen University of Western Ontario hat die Ergebnisse der Bochumer Wissenschaftler, die im Journal “Neuropsychologia” veröffentlicht wurden, bereits bestätigt.

pte

Foto: pixelio.de/Juergen Jotzo

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