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Dienstag, 26. September 2017
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Koriander ist natürliches Antibiotikum

 Koriander ist natürliches Antibiotikum

Foto: FlickrCC/Kochtopf

Öl der Gewürzpflanze tötet resistente Bakterien.

Öl aus Koriander hat das Zeug, Nahrungsvergiftungen und Medikamenten-resistente Infektionen zu bekämpfen. Denn es macht gefährliche Bakterien unschädlich, behaupten portugiesische Forscher im “Journal of Medical Microbiology”. “Korianderöl könnte künftig Lebensmittel vor Verderb durch Bakterien schützen und in Lösungen, Mundspülungen oder Pillen Infektionen mit multi-resistenten Bakterieninfektionen entgegenwirken”, so Studienleiterin Fernanda Domingues von der Universität Beira.

Kampf gegen Bakterien

Koriander ist mit seinem intensiven Aroma fixer Bestandteil der Küche Südeuropas. Doch auch das Öl, das aus den Samen der Gewürzpflanze gewonnen wird, gehört zu den weltweit am häufigsten verwendeten essentiellen Ölen. Um dessen Vorteile und Heilwirkungen wissen Volkstraditionen schon lange, darunter die Schmerz- und Krampflinderung, die Hilfe bei Übelkeit, die Unterstützung der Verdauung sowie die Behandlung von Pilzerkrankungen.

Die Forscher testeten die Wirkung einer Lösung mit 1,6 Prozent Korianderöl auf zwölf verschiedene Bakterien, darunter Stränge von Escherichia coli, Bacillus cereus, Salmonellen sowie vom Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA). Alle getesteten Stränge wurden im Wachstum gebremst und großteils auch abgetötet. “Korianderöl zerstört die Membran um die Bakterienzelle und verhindert dadurch deren Atmung, was in letzter Folge das Bakterium tötet”, beschreibt Domingues.

Keine Option fürs Spital

Dass Korianderöl oder Naturprodukte ähnlicher Wirkung bald im Krankenhaus Einzug halten, glauben zumindest Spezialisten für Infektiologie nicht. “Es könnte nach erfolgreichen klinischen Tests durchaus als Beiwerk zu Antibiotika angewendet werden, wird diese jedoch nie ersetzen. Die Verantwortung, die man hier übernehmen müsste, ist zu groß”, urteilt Stefan Breyer von der Infektionsambulanz der Medizinischen Universität Wien.

pte

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