Flagge Österreich Flagge Österreich
Sonntag, 17. Dezember 2017
Besser Länger Leben » Gesund und Fit » Muskel- und Wadenkrämpfe: Experten-Tipps von Professor Hademar Bankhofer

Muskel- und Wadenkrämpfe: Experten-Tipps von Professor Hademar Bankhofer

1 Muskel  und Wadenkrämpfe: Experten Tipps von Professor Hademar Bankhofer

© Prof. Hademar Bankhofer

Warum vor allem schnelles Magnesium dabei helfen kann.

Sie treten tagsüber während einer unwillkürlichen Bewegung auf oder abends sowie nachts im Bett: die quälenden Muskel- und Wadenkrämpfe. Sie rauben tagsüber Energie und nachts den Schlaf. In den meisten Fällen ist die Ursache für die Krämpfe und Verspannungen eine Unterversorgung mit dem lebenswichtigen Mineralstoff Magnesium. Im Grunde genommen sollte der tägliche Bedarf an Magnesium über Essen und Trinken gedeckt werden, das gelingt nicht immer. Besonders wichtig ist das bei Diabetikern, schwangeren Frauen, Sportlern und älteren Menschen. Sie benötigen oft deutlich mehr Magnesium. Warum dieses Mineral so wichtig für den Organismus ist und wie man die Magnesium-Vorräte regelmäßig auffüllen kann, darüber gibt Prof. Hademar Bankhofer Auskunft.

Interview mit Prof. Hademar Bankhofer:

Die meisten haben den peinigenden Schmerz eines Waden- oder Muskelkrampfes schon erlebt. Warum spielt dabei Magnesium zur Vorbeugung eine so wichtige Rolle?

Magnesium gehört zu den sogenannten essenziellen Mineralstoffen, ist somit lebenswichtig. Es kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden und ist für mehr als 300 verschiedene Vorgänge im Organismus zuständig, zum Beispiel für das Zusammenspiel zwischen Muskeln und Nerven. Magnesium entkrampft die Muskeln, entspannt und stärkt die Nerven.

Wie zeigt sich ein Magnesium-Mangel? Was sind da die typischen Symptome?

Ein Mangel an Magnesium äußert sich hauptsächlich in Form von nächtlichen Wadenkrämpfen. Oder es kommt zu Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur. Weitere Anzeichen können Zuckungen im Augenlid sowie Kribbeln in den Fingern sein.

Wieviel Magnesium braucht der Mensch jeden Tag? Und: Benötigt jeder Mensch gleich viel Magnesium?

Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine durchschnittliche Magnesiumzufuhr von täglich 300 bis 400 Milligramm. Neue Untersuchungen zeigen, dass Magnesium vor allem auch in der Prävention bei der Entwicklung von Diabetes Typ 2 und für den Knochen- und Muskelapparat von bedeutender Rolle ist.

Wie kommt der Körper an das lebenswichtige Magnesium? Welche wichtigen Magnesium-Quellen bietet unsere Nahrung?

Das Positive ist, dass Magnesium in sehr vielen Lebensmitteln enthalten ist: in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Walnüssen, Kürbiskernen, Erdnüssen, Mandeln, Bananen, Fisch sowie in den meisten Obstsorten und in speziellen Mineralwässern. Das Problem heutzutage allerdings ist, dass durch hohe industrielle Bearbeitung vieler Lebensmittel Mineralstoffe verloren gehen. Eine Ursache für eine Unterversorgung mit Magnesium ist eine nicht ausgewogene, mineralstoffarme Ernährung.

Nehmen die Österreicher ausreichend Magnesium zu sich?

Bei einem Teil der Bevölkerung ist das nicht der Fall. Daher sind Wadenkrämpfe und Muskelverspannungen nicht selten sowie eine verstärkte Stress-Anfälligkeit, die bei vielen zu beobachten ist. Magnesium wird ja auch als Anti-Stress-Mineral bezeichnet. Daher macht es Sinn, Magnesium – ergänzend zur Nahrung – zuzuführen. Wichtig dabei ist allerdings, dass das Magnesium von höchster Qualität ist und dass es schnell vom Körper aufgenommen werden kann.

Wie ist das zu verstehen?

Das Magnesium sollte – wie in den Lebensmitteln – in organischer Form als Magnesiumcitrat zur Verfügung stehen, denn es muss gut verträglich sein, soll schnell vom Körper aufgenommen werden und auch rasch wirken.

pte

Share