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Dienstag, 26. September 2017
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Niemand muss Schmerzen erleiden

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Foto: fotodienst.at/A.Rauchenberger

Chronische Schmerzen nehmen im Alter zu.

Dennoch sollten ältere Menschen nicht nur mit den Nachbarn über ihre Leiden reden , sondern auch mit einem Arzt. “Wir können nicht durch die Altersheime gehen und Patienten suchen, die schreien“, sagt Oliver Emrich, Leiter des DGS-Schmerzzentrums Ludwigshafen und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie im Gespräch. Der Mediziner kritisiert nicht nur die “stillen Leider”. Auch Ärzte würden Schmerzen häufig nicht ernst nehmen.

Akute Schmerzen können chronisch werden, wenn sie nicht adäquat behandelt werden“, sagt Barbara Ritzert, Biologin und Chefin der Agentur ProScience Communications. Wer Schmerzen habe, bewege sich kaum, was die Schmerzen verstärke. Die Folgen seien Rückzug, Depression und soziale Isolation. Der Aktionsradius wird eingeschränkt. Zudem neigen ältere Menschen mit Schmerzen zu Stürzen. “Viele dieser Patienten meinen, Schmerz sei etwas normales, ist es aber nicht”, sagt Emrich. Schmerz gehöre nicht zum Alter.

Hälfte der 60- bis 75-Jährigen betroffen

Diabetes, Herzschwäche, entzündliche Gelenkserkrankungen, Bluthochdruck oder Gefäßerkrankungen sind dennoch typische Erkrankungen älterer Bevölkerungsgruppen. Manchmal kommt nicht eine Beschwerde allein. “Fast die Hälfte der 60- bis 75-Jährigen und über die Hälfte der über 75-Jährigen leiden gleichzeitig unter mehreren Schmerzformen“, sagt Not-Rupprecht Siegel vom Geriatriezentrum Neuburg.

Unsere Gesellschaft wird immer älter, die Menschen möchten aber keine Einbußen in der Lebensqualität haben. Schmerzen sind ein Störfaktor. Die Menge der Schmerztherapie-Patienten wächst. “Die am stärksten wachsenden Bevölkerungsteile sind die über 90-Jährigen“, sagt Emrich. In vierzig Jahren werde sich in den Industriestaaten der Anteil der über 80-Jährigen mehr als verdreifacht haben.

Man werde die “Krücke Medikation” zwar niedriger dosieren. “Ganz ohne schmerzwirksame Medikamente werden wir nicht auskommen.” Medikamente seien eine wesentliche Säule der Behandlung. “Alternative Verfahren werden nicht als Alternative gesetzt sondern ergänzend“, sagt Ritzert. Man könne dennoch den Patienten beispielsweise Akupunktur nicht vorenthalten, nur helfe dieser bei jüngeren Patienten besser.

pte

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