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Samstag, 23. September 2017
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Parodontitis-Produkt stellt Gewebe wieder her

 Parodontitis Produkt stellt Gewebe wieder her

Foto: Straumann

Proteinpräparat Emdogain als Alternative zu Wurzelbehandlungen.

Ein zahnmedizinisches Proteinpräparat beschleunigt die Regeneration von Hart- und Weichgewebe und wirkt dadurch Parodontitis entgegen. Das Produkt “Emdogain 015″ unterstützt nach Angaben des Herstellers die Heilung der Wurzel, des Zahnzements und Zahnknochens und kann auch in Fällen eingesetzt werden, in denen bisher der Zahn gezogen oder eine Wurzelbehandlung vorgenommen wurde. Dem Fachpublikum präsentiert wurde das Produkt in neuer Packungsgröße soeben auf dem derzeit in Wien laufenden Europerio 7 http://europerio7.com , dem weltgrößten Parodontologiekongress.

Wiederherstellen statt reparieren

Um die Gesundheit des Zahnhalteapparats ist es in westlichen Ländern schlecht bestellt: Insgesamt 70 Prozent der Erwachsenen im Alter zwischen 35 und 44 Jahren sind von derartigen Krankheiten betroffen, zeigen am Kongress veröffentlichte Daten. 40 Prozent oder 260 Mio. der insgesamt 650 Mio. Bewohner dieser Region leiden an Zahnfleischrezession, fünf bis 20 Prozent an schwerer Parodontose. Letztere ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnbettes mit Abbau des Zahnhalteapparates, die zugleich der Hauptgrund für Zahnausfall ist – nicht das Alter, wie oft irrtümlich angenommen wird.

Versuchte man in der Behandlung von Parodontose bisher zu reparieren, geht der Trend nun zum Regenerieren und Wiederherstellen. “Zunehmend wird der Zahn nicht bloß gereinigt und durch ein OP-Implantat ergänzt, sondern man versucht auch die funktionale Zahnhaftung zu bessern und die Zahnzement-Struktur wiederherzustellen”, erklärt David Cochran, Vorsitzender des Department of Periodontics an der University of Texas Dental School, San Antonio, im Gespräch.

Lösung für tägliche Praxis

Konkret handelt es sich bei Emdogain um verschiedene aus dem Zahnschmelz extrahierte Proteine, die mit einer Trägersubstanz kombiniert sind. Die Proteine stimulieren das Zahnhartsubstanz-Wachstum, die Zellvermehrung und Zellhaftung sowie die Kristallbildung in der Zahnkrone. Das Produkt wird dazu auf die gereinigten exponierten Zahnwurzeln aufgetragen. Binnen Wochen regt es hier das Gewebewachstum an, nach einigen Jahren entsprechen Knochensubstanz und der für die Haftung wichtige Zahnzement wieder einem natürlichen Wachstum.

“Die Anwendung eignet sich sowohl bei Defekten des Knochens als auch bei Furkations- und Rezessionsdefekten – alleine oder in schweren Fällen in Verbindung mit einer Knochentransplantation”, erklärt Anton Sculean, Direktor der Klinik für Parodontologie der Universität Bern. Die Studienlage zu Emdogain sei außerordentlich gut, gehöre das bereits 1997 erstmals gelaunchte Produkt doch zu einem der “bestdokumentierten der Zahnmedizin”. Das ab nun in Packungen von fünf mal 0,15 ml-Injektionen erhältliche Präparat bietet laut Hersteller besonders eine Lösung für kleinere Behandlungen in der täglichen Praxis, andererseits für Patienten ohne Versicherungsschutz.

pte

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