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Sonntag, 17. Dezember 2017
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Schlaganfall: Gehirn hält Sauerstoffmangel aus

 Schlaganfall: Gehirn hält Sauerstoffmangel aus

Schlaganfall: Gehirn kann bestimmte Zellen schützen (Foto: SPL)

Protein verhindert Absterben – Entwicklung neuer Therapien im Fokus.

Forscher der University of Oxford haben herausgefunden, warum sich ein Teil des Gehirns vor einem Schlaganfall schützen kann. Es ist seit über 85 Jahren bekannt, dass manche Gehirnzellen den Mangel an Sauerstoff aushalten. Das Team um Alastair Buchan hofft, eines Tages ein Medikament zu entwickeln, das das ganze Gehirn schützen kann. Ergebnisse wurden in Nature Medicine veröffentlicht.

Hamartin entscheidend

Die Behandlung eines Schlaganfalls ist ein Rennen gegen die Zeit. Gerinnsel verhindern die Versorgung der Gehirnzellen mit Sauerstoff und Zucker. Die Folge ist ein rasches Absterben der Zellen. 1926 wurde erkannt, dass manche Zellen im Hippokampus nicht betroffen waren. Laut Buchan leben sie weiter, obwohl sie laut den Vorhersagen absterben sollten. Experimente mit Ratten haben gezeigt, dass die überlebenden Zellen begannen, das Protein Hamartin zu produzieren.

Dieses Eiweiß zwingt die Zellen dazu, Energie zu sparen. Sie hören auf, neue Proteine zu bilden und bauen bestehende ab, um an die Rohstoffe zu gelangen. Als die Wissenschaftler die Zellen daran hinderten, Hamartin zu produzieren, starben sie wie die anderen Zellen ab. Laut Buchan wurde damit erstmals nachgewiesen, dass das Gehirn über Mechanismen verfügt, die es zum eigenen Schutz einsetzen und damit Gehirnzellen am Leben erhalten kann.

Forschung geht weiter

Warum gerade diese Zellen über einen Schutz verfügen, ist bislang unklar. Nahegelegene Zellen im Hippokampus verfügen über diesen Schutz jedoch nicht. Bei den absterbenden Zellen handelt es sich um CA1-Zellen, die sehr formbar sind und eine Rolle bei der Entstehung von Erinnerungen spielen. Die überlebenden CA3-Zellen sind weniger anpassungsfähig. Laut Buchan liegt der Schwerpunkt der Forschung jetzt darauf, die Gehirnzellen am Leben zu erhalten. Das könnte bei Alzheimer oder Verletzungen des Rückenmarks auch Auswirkungen über die Behandlung eines Schlaganfalls hinaus haben.

pte

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