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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Tomaten verhindern Depressionen

 Tomaten verhindern Depressionen

Foto: Foto: pixelio.de, H.D.Volz

Neben Nährstoffen auch Organoleptik stimmungserhellend.

Tomaten können das Risiko, eine Depression zu erleiden, um die Hälfte verringern. Zu dieser Erkenntnis sind Forscher der Tianjin Medical University gekommen. Die Wissenschaftler untersuchten die geistige Gesundheit und das Ernährungsverhalten von rund 1.000 Frauen und Männern ab 70 Jahren, da in diesem Alter die Gefahr für depressive Verstimmungen höher ist.

Diejenigen, die zwei bis sechs Mal pro Woche Tomaten aßen, hatten um 46 Prozent ein geringeres Risiko an einer Depression zu erkranken als diejenigen, die sie seltener als einmal wöchentlich zu sich nahmen. Tomaten haben reichlich antioxidante Chemikalien, die auch gegen viele andere Krankheiten schützen sollen.

Tryptophan als Stimmungsträger

“Es ist bekannt, dass sich Serotonin positiv auf die Stimmung auswirkt”, erklärt die Leiterin der Landesgruppe Wien für österreichische Diätologen Barbara Angela Schmid im Gespräch. “Das Hormon Serotonin hat Auswirkungen auf die Stimmungslage, den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Schmerzwahrnehmung, die Körpertemperatur und die Nahrungsaufnahme.

Serotonin passiert nicht die Blut-Hirn-Schranke und wird erst im Gehirn aus Tryptophan, eine essentielle Aminosäure gebildet”, sagt die Diätologin. Tryptophan-haltige Lebensmittel seien sehr vielfältig. Guten Quellen seien dabei unter anderem Milch, Topfen oder Eier, aber auch Fleisch und Fisch. “Das heißt, je mehr Menschen mit Tryptophan versorgt sind, umso besser können sie auch Serotonin herstellen”, erläutert Schmid.

Eine gleichzeitige Aufnahme von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln sei zur effizienten Bildung von Serotonin jedoch notwendig. Denn erst die Insulinausschüttung bewirke den Übertritt von Tryptophan an der Blut-Hirn-Schranke und somit die Umwandlung in den Stimmungsaufheller Serotonin.

Melatonin ermüdend

Gegensätzlich dazu bewirkt Melatonin eine Ermüdung und ist der Antagonist von Serotonin. “Aus diesem Grund haben Menschen, die schlecht schlafen auch eine schlechte Stimmung”, sagt Schmid. Ebenfalls verursacht das Hungern laut der Diätologin eine negative Laune. Generell würden eine defizitäre Ernährung sowie physiologische Mängelzustände zu Stimmungsschwankungen führen.

“Nicht nur Nährstoffe, sondern auch organoleptische Faktoren wirken sich auf das Wohlbefinden aus”, so die Fachfrau. Dabei spiele die Aktivierung aller Sinne sowie das Essensverhalten, zum Beispiel in der Gemeinschaft, eine wesentliche Rolle. Bei Tryptophan-haltiger Milchschokolade beispielsweise sei das geschmackvolle Schmelzen auf der Zunge als physiologischer Faktor gleichermaßen wesentlich für eine positive Stimmung.

pte

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