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Samstag, 23. September 2017
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Uni-Abschluss ist ideale Gesundheitsvorsorge

 Uni Abschluss ist ideale Gesundheitsvorsorge

Foto: pixelio.de/Kölsch

Bildung schützt Frauen vor Diabetes, Männer vor Schlaganfall.

Je geringer der Bildungsgrad, desto höher ist generell das Gesundheitsrisiko – und umgekehrt. Frauen und Männer profitieren von Bildung jedoch gesundheitlich völlig unterschiedlich, haben Sozial- und Gendermediziner der MedUni Wien ermittelt. “Bildung ist gesund. Gut gebildete Frauen haben ein geringeres Risiko für Diabetes und Bluthochdruck, während bei Männern das Schlaganfall-Risiko sinkt”, fasst Studienautorin Alexandra Kautzky-Willer im Interview die Ergebnisse zusammen.

Jedes Schuljahr ein Gewinn

Für ihre Studie, die soeben im Online-Journal “BMC Public Health” publiziert wurde, stützten sich die Forscher auf 13.600 Interviews zur Gesundheit der Statistik Austria. Augenmerk lag dabei auf chronischen Erkrankungen und Lebensstil, beide in Beziehung zum Geschlecht und Bildungsgrad. “Grundsätzlich ist jedes zusätzliche Ausbildungsjahr ein Gewinn für die Gesundheit. Mit Lehre ist man besser dran als mit reinem Pflichtschulabschluss, das günstigste ist jedoch ein Uni-Abschluss”, betont Kautzky-Willer. Die Ergebnisse aus Österreich decken sich mit jenen, die kürzlich für Deutschland publiziert wurden.

Frauen mit Pflichtschulabschluss weisen ein viermal höheres Risiko auf, an Diabetes zu erkranken, vergleicht man die Zahl mit jener der Uni-Absolventinnen. Für Bluthochdruck steigt das Risiko auf das Zweieinhalbfache. “Eine der Hauptursachen dürfte hier das Übergewicht sein. Frauen mit schlechtem Sozialstatus haben mehr psychische Belastungen und dürften auch von Frustessen häufiger betroffen sein. Übergewicht bedeutet für Frauen oft ein schlechteres Körperimage, mehr Stigmatisierung und Depressionen”, sagt die Forscherin. Anders das Ergebnis bei Männern: Die Schlaganfall-Rate beträgt mit Pflichtschulabschluss das Neunfache als nach einem Studium.

Bildung prägt Lebensstil

Als “naheliegende, jedoch nicht alleinige Erklärung” für die Unterschiede führt Kautzky-Willer den Lebensstil an. Je mehr Bildung, desto besser ist man normalerweise in Gesundheitsfragen informiert und nutzt Angebote wie etwa Vorsorge-Untersuchungen. Dazu kommen sozioökonomische Effekte, da die meist gutverdienenden Bessergebildeten mehr Sport betreiben und leichter Zugang zu Fitness-Center oder hochqualitativer Ernährung haben. Auf eine untersuchte Krankheit – den Herzinfarkt – hat Bildung allerdings keinen Einfluss, wenngleich dies auf dessen Risikofaktoren zutrifft.

Steigt die Bildungsrate, verringert sich das kardiovaskuläre Risiko. Frauen dürften deshalb künftig theoretisch gesünder werden, erklärt die Gender-Expertin. Einige der Ergebnisse gelten jedoch auch unabhängig vom Bildungsgrad. “Männer machen generell mehr Bewegung als Frauen, ernähren sich aber ungesünder und essen etwa mehr rotes Fleisch. Frauen verzeichnen öfter als früher Stress und Doppelbelastung, zudem wächst der Anteil der jungen Raucherinnen stark”, so Kautzky-Willer. Relevant für die Pflegedebatte sei das Ergebnis, dass ältere Frauen viel öfters alleine leben als ihre männlichen Alterskollegen.

pte

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