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Montag, 20. November 2017
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Unser Service: Gratis-App als Mobil-Therapeut

 Unser Service: Gratis App als Mobil Therapeut

Foto: flickr.com/Fox valley

“EmotionSense” kombiniert Sensordaten mit User-Befragung.

Computeringenieure der Cambridge University haben eine Smartphone-App entwickelt, die den Usern einen besseren Einblick in die jeweils eigene Gemütslage verschaffen soll. “EmotionSense” http://emotionsense.org greift für seine emotionale Statusanalyse sowohl auf relevante Daten aus diversen Handysensoren als auch auf die persönliche Wahrnehmung der eigenen Befindlichkeit zurück. Während Erstere beispielsweise Umgebungslautstärke oder Gesprächspartner erfassen, müssen Nutzer auch regelmäßig Befragungsrunden über sich ergehen lassen, um ein möglichst akkurates Analyseergebnis zu erzielen. Dieses kann dann längerfristig auch für therapeutische Zwecke ausgewertet werden, hoffen die App-Erfinder.

“Die meisten anderen Ansätze für derartige Software sind eher grobkörnig, wenn es darum geht, zu definieren, was ein Gefühl eigentlich ist”, zitiert BBC News Jason Rentfrow, Senior Lectures und Mitarbeiter im Projektteam am Cambridge Computer Laboratory. So würden viele davon ausgehen, dass nur drei unterschiedliche Gemütslagen existieren: glücklich, traurig und ausgeglichen. “Unser Ziel ist es, einen wesentlich flexibleren Ansatz zu präsentieren und Daten zu sammeln, die zeigen, wie stark die einzelnen emotionalen Zustände von Person zu Person variieren können. Das ist etwas, worin sich unser System klar von allem bisher Dagewesenen abgrenzt”, so Rentfrow.

Mehrstufiges Verfahren

Die Funktionsweise der App verläuft nach einem mehrstufigen Verfahren: Wenn EmotionSense zum ersten Mal vom User gestartet wird, wird zunächst lediglich das genaue Datum und die Startzeit erfasst. Anschließend werden im Zeitraum von einer Woche verschiedene relevante Daten der Handysensoren gesammelt und durch regelmäßig aufpoppende Fragen an die Nutzer ergänzt. Nach Ablauf der Woche wird ein weiterer Sensor zum System hinzugeschaltet. Insgesamt dauert es acht Wochen, bis die Software alle zur Verfügung stehenden Sensortechnologien eines Handys nutzt. Unter anderem wird etwa die Häufigkeit von Telefonaten und verschickten bzw. empfangenen SMS-Botschaften erfasst, aber auch die User-Bewegungen und GPS-Standortdaten fließen in die Analyse mit ein.

“Die App soll eine Art Entdeckungsreise für die Nutzer sein, die ihnen Schritt für Schritt einen tieferen Einblick darin verschaffen soll, welche Faktoren die eigene emotionale Stimmungslage beeinflussen können und welche nicht”, erläutert Projektleiter Neal Lathia. Besonders wichtig sei die kontinuierliche Abgleichung der Sensordaten mit den Antworten der User-Befragung. “Auf diese Weise können wir besser verstehen, wie einerseits die Menschen selbst Dinge wahrnehmen und was sich andererseits tatsächlich verändert”, betont Lathia.

pte

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