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Montag, 11. Dezember 2017
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Autofahrer die Bösen, ARBÖ setzt dagegen.

MagGeraldKumnig 21 Autofahrer die Bösen, ARBÖ setzt dagegen.BLL: Herr Generalsekretär, der ARBÖ als Österreichweite Autofahrerorganisation bietet seinen Mitgliedern Leistungen und Services an – können Sie unseren Lesern diese etwas näher vorstellen.

Gerald Kumnig: Der ARBÖ als Automobilclub hat zwei Kernaufgaben: Einerseits bieten wir unseren rund 400.000 Mitgliedern ein optimales Mobilitätsservice. Dies reicht von klassischer Pannenhilfe über Verkehrs- und Reisetipps bis hin zur Rechtsberatung und Versicherungsleistungen. Andererseits vertreten wir die Interessen unserer Mitglieder gegenüber der Politik im Gesetzgebungsprozess, damit die Anliegen der Autofahrer bestmöglich vertreten und umgesetzt werden.

BLL: Landauf, landab wird gegen Autofahrer mobil gemacht, Parkflächen werden beschnitten, teure Parkgebühren in Städten eingeführt, es wurden Milliardenteure Autobahnen gebaut und nun darf man nur mehr 100 Stundenkilometer fahren wie in Salzburg und im Inntal. Inzwischen sind die Autofahrer die „Melkkuh der Nation“ und bei jeder Steuerreform werden Autofahrer zur Kassa gebeten. Was sagen Sie als Autofahrervertretung dazu und wie wollen Sie das verhindern?

Gerald Kumnig: Brandaktuell sind natürlich die Diskussionen um diverse Steuererhöhungen für Autofahrer. Diese sind nicht zu akzeptieren und beschäftigen den ARBÖ derzeit nahezu rund um die Uhr. In den vergangenen Jahren haben die Kfz-Besitzer schon genug zum Staatshaushalt beigetragen: Allein zwischen 2004 und 2014 hat es für die Autofahrer zehn massive finanzielle Erhöhungen gegeben. Dreimal wurde die Mineralölsteuer angehoben (2004, 2007, 2011), fünfmal wurde die Nova-Regelung verschärft (2008, 2010, 2011, 2013, 2014), dann gab es im Vorjahr die Erhöhung der motorbezogene Versicherungssteuer und Neuberechnung der Nova. Jetzt soll der Sachbezug für Dienstkraftwagen von 1,5 auf 2 Prozent erhöht werden. Die Belastungen für Autofahrer müssen endlich ein Ende haben.

BLL: Viele Menschen, speziell auch ältere Menschen, brauchen ihr Auto, um ihre täglichen Besorgungen zu erledigen. Diese Gruppe treffen diverse Kfz-Abgaben und Erhöhungen besonders stark. Zuletzt wurde wieder die Versicherungssteuer angehoben.  Da hat man von den Autofahrerorganisationen nicht viel bis gar nichts dazu gehört. Wie werden Sie bei zukünftigen Erhöhungsdiskussionen dagegen auftreten, um dies zu verhindern?

Gerald Kumnig: Das stimmt so nicht, dass von uns dazu nichts zu hören war. Der ARBÖ setzt sich vehement gegen Erhöhungen ein und kommuniziert das auch in alle Richtung, insbesondere zu politischen Entscheidungsträgen.

BLL: Das Verhalten der Autofahrer wird sich vermutlich in Zukunft stark verändern, denken wir an Elektroautos, an Carsharing, an Mobilitätsangeboten wie Bahn – Auto, Mobilitätskarten von Kommunen. Wie reagieren Sie darauf und welche Angebote kann der ARBÖ hier anbieten?

Gerald Kumnig: Das Angebot an Mobilitätslösungen ist gerade in den Städten extrem vielfältig geworden. Diese Entwicklung ist zu begrüßen und wir sind überzeugt, dass es in Zukunft noch mehr innovative Verkehrslösungen geben wird. Wir reagieren darauf mit Forderungen, etwa jener, Busspuren für E-Autos zu öffnen oder sie von der Tempo 100-Regelung auszunehmen, da sie ja weder Lärm noch Schadstoffe verursachen. Auch sollten diese Fahrzeuge kostenlos parken dürfen. Für so genannte „Green Cars“ braucht es Ausnahmebestimmungen, um den Kaufanreiz zu erhöhen.

BLL: Haben Sie eine Erklärung dafür, warum immer noch bei manchen das Auto als „böses Vehikel“ gesehen wird, obwohl die Unfallziffern – trotz deutlich gestiegener Kilometerleistungen und Zulassungen, deutlich gesunken sind, trotz der Tatsache das ein Mittelklasse-PKW heute deutlich weniger verbraucht und weniger CO2 ausstößt.

Gerald Kumnig: Der ARBÖ begrüßt grundsätzlich Bestimmungen zur Schadstoffreduzierung. Wir wehren uns jedoch dagegen, dass Autos immer für die Umweltverschmutzung verantwortlich gemacht werden. Immerhin haben die Autohersteller ihre Hausaufgaben erledigt und den CO2-Ausstoß zwischen 2000 und 2014 massiv reduziert. Und zwar von 162 auf 131 Gramm pro Kilometer beim Dieselantrieb und von 176 auf 127 Gramm pro Kilometer bei Benzinautos. Ich kann daher nicht nachvollziehen, warum das Auto als „böses Vehikel“ dargestellt wird und die Autofahrer mit sinnlosen Tempolimits wie in Salzburg oder Tirol bestraft werden.

BLL: Herr Generalsekretär, der ARBÖ wurde vor einigen Jahren etwas „gebeutelt“. Wie geht es dem ARBÖ inzwischen und was sind so ihre Pläne für die Zukunft und was können sich ihre Mitglieder erwarten?

Gerald Kumnig: Wir haben uns in den vergangenen Jahren extrem positiv entwickelt und gehen diesen Weg weiter. Das ist an den Investitionen zu erkennen, die wir tätigen. Wir haben allein heuer vier neue Prüfzentren errichtet und verbessern laufend das Service für unsere Mitglieder.

BLL: Ein Wort zur Pannenhilfe, viele Automobilhersteller bieten doch heute schon Mobilitätsgarantien an, ist die Pannenhilfe des ARBÖ noch nötig und ein gewinnbringendes Geschäft oder verdienen Sie heute mehr mit Reparaturen, Reisen und Versicherungsangeboten?

Gerald Kumnig: Der ARBÖ ist Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Themenfelder Automobil und Mobilität. Wir sind 365 Tage pro Jahr von 0 bis 24 Uhr erreichbar.  Die Pannenhilfe zählt zu unseren wichtigsten Serviceleitungen. Unsere Pannenfahrer helfen sofort weiter, wenn das Fahrzeug einmal streikt. Besonders stolz sind wir, dass rund 95 Prozent der Pannen direkt vor Ort behoben werden können. Außerdem führen wir in unseren österreichweit rund 90 Prüfzentren technische Reparaturen und die §57a-Überüfung durch und es werden Ankaufstests für gebrauchte Autos gemacht. Weiters können in den drei Fahrsicherheitszentren alle Autofahrer, egal ob Fahranfänger oder Routinier, ihr Fahrkönnen verbessern. Darüber hinaus haben wir mit dem Sicherheitspass ein Angebot, mit dem die Mitglieder auch während der Urlaubsreise bestmöglich abgesichert sind und im Fall des Falles den reibungslosen Rücktransport in Anspruch nehmen können. Und last but not least sind unsere Experten jederzeit telefonisch erreichbar und helfen bei Rechtsfragen oder geben Informationen zum aktuellen Verkehrsgeschehen weiter.

BLL: Können Sie kurz unsere Leser informieren, welche Varianten von Mitgliedschaften es beim ARBÖ gibt und welche Leistungen dabei inkludiert sind?

Gerald Kumnig: Wir haben ein breites Angebot im Portfolio und bieten ein optimales Mobilitätspaket an. Am besten informieren sich die Leser von besserlängerleben.at auf unserer Homepage www.arboe.at oder unter der Telefonnummer 050 123 123, welche Mitgliedschaft am besten passt.

BLL: Speziell ältere Menschen sind bei ihren Urlaubsplanungen eher vorsichtig, es kann immer eine Krankheit dazwischen kommen und man muss die Reise stornieren oder auch wenn vor Ort etwas passiert, ist man da beim ARBÖ gut aufgehoben? Was bieten Sie um ums Reisen an Versicherungsschutz an?

Gerald Kumnig: Uns sind die Anliegen und Bedürfnisse ältere Menschen ganz wichtig und auch bewusst. Wir haben mit dem Sicherheitspass das passende Produkt, mit dem sich speziell ältere Personen sicher fühlen können. Zusätzlich bieten wir auch eine Reise-Kasko-Versicherung und eine Auslandsreise-Krankenversicherung an. Der ARBÖ ist also der sichere Partner, egal wo man sich auf der Welt befindet.

BLL: Was sind Ihre beruflichen Ziele für das heurige Jahr?

Gerald Kumnig: Ich werde mich weiterhin mit aller Kraft für die Anliegen der Autofahrer einsetzen. Die Vielfalt der Themen, mit denen wir uns beschäftigen, macht mir besonders viel Spaß.

Vielen Dank für das Gespräch.

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