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Montag, 20. November 2017
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FIS Präs. Gian Franco Kasper im Interview

922 FIS Präs. Gian Franco Kasper im Interview

© FIS

Kasper über Sicherheit, Älterwerden und Sportlichkeit.

BLL: Herr Präsident, dürfen wir fragen wie alt Sie sind und seit wann Sie FIS Präsident sind?

Kasper: Ich bin 1944 geboren  und seit Mai 1998 FIS Präsident.

BLL: Wie schaffen Sie es trotz des Arbeitspensums, Reisstress und ihrer vielfältigen Verpflichtungen so jugendlich zu wirken?

Kaspar: Ich bin natürlich viel in der frischen Luft, arbeite und treffe täglich mit vielen jungen Menschen zusammen, das hält jung. Dann hält mich die geistige Beschäftigung mit ständigen Neuerungen, mit neuen Austragungsorten, Material- und Sicherheitsfragen auf Trab und vermutlich auch jung.

BLL: Sie haben innerhalb der FIS Organisation auch einen eigenen Bereich für Master (ab 35 Jahren) , also für älter werdende Menschen und Freizeitsportler. Wie stehen Sie dazu?

Kasper: Ja es gibt weltweit viele Masterberwerbe – früher auch Seniorenrennen genant – in den verschiedensten Bereichen wie Ski alpin, Skispringen, Langlauf usw. Es ist schon  atemberaubend wenn 65 jährige bei Mastersbewerben Sprünge an die 60 m hinlegen, oder wenn bei Ski Alpin Bewerben Geschwindigkeiten an die 90 km/h beispielsweise im Super G gefahren werden.

Dabei geht es gar nicht so um Weiten oder Geschwindigkeit – natürlich will jeder gewinnen, sondern die Mastersbewerbe sollen verdeutlichen welche Leistungen auch ältere Menschen imstande sind zu erzielen. Aber überall steht der Spass und die Freude am Sport und das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten im Vordergrund. Ich bin immer wieder fasziniert welche Gemeinschaftlichkeit bei den Mastersbewerben herrscht.

BLL: Wie hoch ist das Verletzungsrisiko bei Mastersbewerben?

Kasper: Sorgen bereiten uns eher die jüngeren Masterteilnehmer um die 35  bis 40 Jährigen. Die übertreiben es manchmal zu sehr und sind technisch noch wie in jungen Jahren drauf, aber konditionell doch nicht mehr so trainiert wie früher. Die älteren Teilnehmer kennen doch ihre Grenzen sehr gut. Beispielsweise fahren bei Masters Weltmeisterschaften an die 10 bis 15 über 85 Jährige mit und dies in allen Disziplinen wie Slalom Riesenslalom und Super G.

BLL: Dürfen wir Sie noch über die vielzitierte Sicherheit im Weltcup fragen. Gibt es heuer Neuerungen am Materialsektor um im Skisport mehr Sicherheit zu gewährleisten?

Kasper: Wenn wir eindeutige Ergebnisse von den Mannschaften, von der Industrie haben, dann ist die FIS sofort bereit dies umzusetzen. Aber noch gibt es keine neuen Erkenntnisse.

BLL: Als letzte Frage: Welchen Tipp können Sie älteren Menschen geben um gesund älter zu werden?

Kasper: Sich selbst erkennen – wie will ich älter werden. Dann sich ein Programm aufstellen und dies auch leben. Viel frische Luft, regelmäßig Sport, aber auch die Gemütlichkeit geniessen – vielleicht ist das der richtige Schlüssel.

Danke für das Gespräch.

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