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Mittwoch, 30. Juli 2014
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GD Dr. Winfried Pinggera PV

Pinggera Offiziell 28 01 2008 830x1024 GD Dr. Winfried Pinggera PVBLL: Herr Generaldirektor Dr. Pinggera, es freut uns, dass Sie mit 43 Jahren – also recht jung – an der Spitze der Pensionsversicherung (PVA) stehen und sich um die Anliegen der älteren Menschen im Rahmen ihrer Tätigkeit bemühen. Nun zur ersten Frage, der Österreichische Seniorenbund hat ein sogenanntes Belohnungsmodell vorgeschlagen, dass jeder mindest 6% Pensionszuschlag für jedes länger gearbeitete Jahr erhalten soll. Was halten Sie davon und ist das überhaupt finanzierbar?

Pinggera: Ja ich habe schon gehört von diesem Modellvorschlag. Vorweg muss klargestellt werden: Jede Maßnahme, die einen längeren Verbleib im Erwerbsleben fördert ist positiv. In der Praxis bemerken wir, dass derzeit eine gemeinsame Interessenslage von Dienstgeber und Dienstnehmer besteht. Der Eine ist oft froh, wenn er ältere, teure Arbeitnehmer los wird- der Andere möchte möglichst früh in Pension gehen. Das ist nicht nur schädlich für das Pensionssystem, sondern auch gesamtwirtschaftlich ein großer Nachteil.

BLL: Wie viel kosten die Pensionisten im Jahr und kann die PVA dies auch weiterhin aus den Beiträgen decken?

Pinggera: Der reine Bundesbeitrag 2009 lag bei rund 3,6 Mrd. Euro, hinzu kommen Budgetmittel für die sogenannten Teilpflichtversicherten (Karenz, Arbeitslosigkeit etc.) in Höhe von rund 2,2 Mrd. Euro. Die Versicherungsbeiträge der Erwerbstätigen machen rund 19,3 Mrd aus.. Die Beiträge waren 2009 auf Grund der gesamtwirtschaftlichen Situation nur leicht steigend. Das Gesamtbudget der Pensionsversicherungsanstalt hat 2009 rund 26,2 Mrd. € betragen. Im Jahr 2010 wird der Bundesbeitrag auf Grund unveränderter Konjunkturlage weiter steigen.

BLL: Man spricht immer von Frühpensionen, wie schaut es in der Praxis aus?

Pinggera: Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter (Eigenpensionen) in Österreich liegt bei Männern bei 58,9 Jahren und bei Frauen bei 57 Jahren. Von den “Frühpensionen“ ist die vorzeitige Alterspension bei langer Vesicherungsdauer („Hacklerregelung“) mit derzeit rund 71.000 Personen die größte Gruppe.

Sorgen bereitet uns der signifikante Anstieg der Invalititäts- und Berufsunfähigkeits-pensionen, so sind psychiatrische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems mit rund 49% bei den Angestellten ein sehr hoher Wert. Besonders in diesem Bereich ist die Diagnose sehr schwierig.

BLL: Sind Sie der Meinung, dass sich Österreich eine Nullrunde bei den Pensionen leisten soll oder wird es das nicht geben?

Pinggera: Diese Frage ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu beantworten. Es gibt eine klare Regelung im Gesetz (VPI). In den letzten Jahren hat man bei guter Wirtschaftslage mehr als das gesetzlich Vorgesehene gegeben, es bleibt also abzuwarten, wie der Gesetzgeber im Herbst entscheidet.

BLL: Wenn ich es richtig verstanden habe, haben Pensionisten – im Unterschied zu Angestellten – keinen Anspruch auf Rehabilitationsmaßnahmen bei Freizeitunfällen?

Pinggera: Laut Gesetz ist dies so, wir entscheiden im entsprechenden Fall und zahlen auch Rehabilitationsmaßnahmen, denn oftmals würden dann die nötigen Pflegekosten ein Vielfaches ausmachen.

BLL: Wie kommt ein Österreicher oder eine Österreicherin zu seiner/ihrer Pension? Wird Sie/Er verständigt und muss man nur zuwarten?

Pinggera: Grundsätzlich muss sich jeder um seinen Pensionsantritt selbst kümmern (Antragsprinzip). Daher empfehlen wir Menschen schon einige Jahre vor Erreichen des Pensionsalters zunächst alle ihre Dienstzeugnisse, Präsenzdienstzeiten, Kindererziehungszeiten, Auslandstätigkeiten usw. zu sammeln, eventuell eine Beratung bei einer unserer Landesstellen aufzusuchen und eine Überprüfung der Anspruchsvoraussetzungen zu beantragen.

Dieser Durchlauf (Überprüfung) kann bis zu 6 Monate dauern, da oftmals fehlende Unterlagen vom AMS, Schulen, Unis, Sozialversicherungen usw. organisiert werden müssen.

Daran anschließend kann eine Vorausberechnung der zu erwartenden Pensionshöhe erfolgen. Die Pension muss dann selbst beantragt werden.

BLL: Sie geben auf der Homepage der PVA auch Ratschläge zur Vorsorge, gesundes Leben, Fitness, Essen und Bewegung. Was machen Sie auf dem Sektor Vorsorge?

Pinggera: Grundsätzlich führen wir 17 Rehabilitationszentren und haben an die 100 Vertragspartner unter Vertrag. So fördern wir beispielsweise Raucherentwöhnungen oder Gewichtsreduktion im Rahmen von durch einen Hausarzt beantragten Kuren.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Ein Kommentar zu “GD Dr. Winfried Pinggera PV”

  1. Hannes Goriupp sagt:

    Liebes Informationsportal!
    Wo sind diese ganzen Vorsorgen damit man nicht arbeitslos wird. Bei meinem Verschlechterungsantrag wurde laut Arbeiterkammer nach einem Gespräch mit der PVA-Graz geschlampt. Diese haben meine Operation die ich jetzt am 6.September hinter mir hatte, leider übersehen.
    Momentan habe ich einen Vollgips von der Hüfte bis zum Hals.Ich kann meine ganzen Krankheiten die ich habe, hier nicht alles hereinschreiben.
    Wegen diesem Fehler verliere ich am 1.November einen sicheren Arbeitsplatz. Leider kann ich vor diesem Zeitpunkt nicht Arbeiten gehen.
    Ich habe mehrere Schreiben an Herrn GR Winfried Pingger geschrieben. Leider bekam ich nur ein Schreiben von einer Frau Doris Aigner, diese Dame soll im Auftrag von Herrn Geraldiretor handeln. In diesem Schreiben stand, dass ich eine Stellungsnahme von der PVA bekäme. Leider blieb diese Stellungsnahme irgendwo in einer Leitung hängen.
    Diese ganzen Hilfen die in gewissen Zeitungen erscheinen gibt es nicht. Man wird eher in eine Arbeitlosigkeit verdammt.Es hilft das ganze hübsche Bild von Herrn Geraldirektor nichts wenn man keine Hilfen bekommt.
    Ich weiß nur nicht was ich mache wenn ich meine Arbeit verliere usw. wie ich auch meine kranke Frau ernähren soll.Es darf sich keiner wundern, wenn sich kranke Menschen die sich in solchen Aussichtslosen Situation befinden, sich etwas antun.Ich mich jetzt nur mehr bei Herrn Geraldirektor bedanken, wenn man solche fähige Mitarbeiter in diesem Unternehmen hat.Ich kann nur hoffen, dass ich in diesem Unternehmen meine Fähigkeit also ordentlicher Mitarbeiter unterkomme.Ich glaub auch nicht das dieser Kommentar erscheinen wird.
    Es kann mich jeder unter dieser Teln.0664/9621299 und unter dieser e-Mailadresse hannes67@gmx.net erreichen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hannes Goriupp

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