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Freitag, 30. September 2016
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GD Dr. Winfried Pinggera PV

Pinggera Offiziell 28 01 2008 830x1024 GD Dr. Winfried Pinggera PVBLL: Herr Generaldirektor Dr. Pinggera, es freut uns, dass Sie mit 43 Jahren – also recht jung – an der Spitze der Pensionsversicherung (PVA) stehen und sich um die Anliegen der älteren Menschen im Rahmen ihrer Tätigkeit bemühen. Nun zur ersten Frage, der Österreichische Seniorenbund hat ein sogenanntes Belohnungsmodell vorgeschlagen, dass jeder mindest 6% Pensionszuschlag für jedes länger gearbeitete Jahr erhalten soll. Was halten Sie davon und ist das überhaupt finanzierbar?

Pinggera: Ja ich habe schon gehört von diesem Modellvorschlag. Vorweg muss klargestellt werden: Jede Maßnahme, die einen längeren Verbleib im Erwerbsleben fördert ist positiv. In der Praxis bemerken wir, dass derzeit eine gemeinsame Interessenslage von Dienstgeber und Dienstnehmer besteht. Der Eine ist oft froh, wenn er ältere, teure Arbeitnehmer los wird- der Andere möchte möglichst früh in Pension gehen. Das ist nicht nur schädlich für das Pensionssystem, sondern auch gesamtwirtschaftlich ein großer Nachteil.

BLL: Wie viel kosten die Pensionisten im Jahr und kann die PVA dies auch weiterhin aus den Beiträgen decken?

Pinggera: Der reine Bundesbeitrag 2009 lag bei rund 3,6 Mrd. Euro, hinzu kommen Budgetmittel für die sogenannten Teilpflichtversicherten (Karenz, Arbeitslosigkeit etc.) in Höhe von rund 2,2 Mrd. Euro. Die Versicherungsbeiträge der Erwerbstätigen machen rund 19,3 Mrd aus.. Die Beiträge waren 2009 auf Grund der gesamtwirtschaftlichen Situation nur leicht steigend. Das Gesamtbudget der Pensionsversicherungsanstalt hat 2009 rund 26,2 Mrd. € betragen. Im Jahr 2010 wird der Bundesbeitrag auf Grund unveränderter Konjunkturlage weiter steigen.

BLL: Man spricht immer von Frühpensionen, wie schaut es in der Praxis aus?

Pinggera: Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter (Eigenpensionen) in Österreich liegt bei Männern bei 58,9 Jahren und bei Frauen bei 57 Jahren. Von den “Frühpensionen“ ist die vorzeitige Alterspension bei langer Vesicherungsdauer („Hacklerregelung“) mit derzeit rund 71.000 Personen die größte Gruppe.

Sorgen bereitet uns der signifikante Anstieg der Invalititäts- und Berufsunfähigkeits-pensionen, so sind psychiatrische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems mit rund 49% bei den Angestellten ein sehr hoher Wert. Besonders in diesem Bereich ist die Diagnose sehr schwierig.

BLL: Sind Sie der Meinung, dass sich Österreich eine Nullrunde bei den Pensionen leisten soll oder wird es das nicht geben?

Pinggera: Diese Frage ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu beantworten. Es gibt eine klare Regelung im Gesetz (VPI). In den letzten Jahren hat man bei guter Wirtschaftslage mehr als das gesetzlich Vorgesehene gegeben, es bleibt also abzuwarten, wie der Gesetzgeber im Herbst entscheidet.

BLL: Wenn ich es richtig verstanden habe, haben Pensionisten – im Unterschied zu Angestellten – keinen Anspruch auf Rehabilitationsmaßnahmen bei Freizeitunfällen?

Pinggera: Laut Gesetz ist dies so, wir entscheiden im entsprechenden Fall und zahlen auch Rehabilitationsmaßnahmen, denn oftmals würden dann die nötigen Pflegekosten ein Vielfaches ausmachen.

BLL: Wie kommt ein Österreicher oder eine Österreicherin zu seiner/ihrer Pension? Wird Sie/Er verständigt und muss man nur zuwarten?

Pinggera: Grundsätzlich muss sich jeder um seinen Pensionsantritt selbst kümmern (Antragsprinzip). Daher empfehlen wir Menschen schon einige Jahre vor Erreichen des Pensionsalters zunächst alle ihre Dienstzeugnisse, Präsenzdienstzeiten, Kindererziehungszeiten, Auslandstätigkeiten usw. zu sammeln, eventuell eine Beratung bei einer unserer Landesstellen aufzusuchen und eine Überprüfung der Anspruchsvoraussetzungen zu beantragen.

Dieser Durchlauf (Überprüfung) kann bis zu 6 Monate dauern, da oftmals fehlende Unterlagen vom AMS, Schulen, Unis, Sozialversicherungen usw. organisiert werden müssen.

Daran anschließend kann eine Vorausberechnung der zu erwartenden Pensionshöhe erfolgen. Die Pension muss dann selbst beantragt werden.

BLL: Sie geben auf der Homepage der PVA auch Ratschläge zur Vorsorge, gesundes Leben, Fitness, Essen und Bewegung. Was machen Sie auf dem Sektor Vorsorge?

Pinggera: Grundsätzlich führen wir 17 Rehabilitationszentren und haben an die 100 Vertragspartner unter Vertrag. So fördern wir beispielsweise Raucherentwöhnungen oder Gewichtsreduktion im Rahmen von durch einen Hausarzt beantragten Kuren.

Vielen Dank für das Gespräch.

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2 Kommentare zu “GD Dr. Winfried Pinggera PV”

  1. Hannes Goriupp sagt:

    Liebes Informationsportal!
    Wo sind diese ganzen Vorsorgen damit man nicht arbeitslos wird. Bei meinem Verschlechterungsantrag wurde laut Arbeiterkammer nach einem Gespräch mit der PVA-Graz geschlampt. Diese haben meine Operation die ich jetzt am 6.September hinter mir hatte, leider übersehen.
    Momentan habe ich einen Vollgips von der Hüfte bis zum Hals.Ich kann meine ganzen Krankheiten die ich habe, hier nicht alles hereinschreiben.
    Wegen diesem Fehler verliere ich am 1.November einen sicheren Arbeitsplatz. Leider kann ich vor diesem Zeitpunkt nicht Arbeiten gehen.
    Ich habe mehrere Schreiben an Herrn GR Winfried Pingger geschrieben. Leider bekam ich nur ein Schreiben von einer Frau Doris Aigner, diese Dame soll im Auftrag von Herrn Geraldiretor handeln. In diesem Schreiben stand, dass ich eine Stellungsnahme von der PVA bekäme. Leider blieb diese Stellungsnahme irgendwo in einer Leitung hängen.
    Diese ganzen Hilfen die in gewissen Zeitungen erscheinen gibt es nicht. Man wird eher in eine Arbeitlosigkeit verdammt.Es hilft das ganze hübsche Bild von Herrn Geraldirektor nichts wenn man keine Hilfen bekommt.
    Ich weiß nur nicht was ich mache wenn ich meine Arbeit verliere usw. wie ich auch meine kranke Frau ernähren soll.Es darf sich keiner wundern, wenn sich kranke Menschen die sich in solchen Aussichtslosen Situation befinden, sich etwas antun.Ich mich jetzt nur mehr bei Herrn Geraldirektor bedanken, wenn man solche fähige Mitarbeiter in diesem Unternehmen hat.Ich kann nur hoffen, dass ich in diesem Unternehmen meine Fähigkeit also ordentlicher Mitarbeiter unterkomme.Ich glaub auch nicht das dieser Kommentar erscheinen wird.
    Es kann mich jeder unter dieser Teln.0664/9621299 und unter dieser e-Mailadresse hannes67@gmx.net erreichen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hannes Goriupp

  2. Anton Gruber sagt:

    Sehr geehrter Dr. Pinggera,

    WUSSTEN SIE das man nach 45 Jahren mit vielen Überstunden das für die Familie ein Hausgebaut werden konnte mit viel Eigenleistung, den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen dann GENUG hat.
    7 ½ Jahren bin ich im Schichtdienst mal Früh Tagwache um 4h, mal Mittags und mal Nacht bis 6h Früh und der Körper muss sich immer umstellen, oft kann man am Tag nicht schlafen weil der Lärm einer Baustelle im Nebenhaus oder die Einsatzkräfte oder die liebe Kirche am Sonntag von 7h bis 12h gleich 6X Sturm läutet.
    Jahrzehnte wurden die Leute weit vor dem 50. Lebensjahr in die Pension geschickt oder sogar gemoppt das sie gehen dass weis ich aus dem eigenen Umfeld!!!
    Wie viele junge Menschen gehen nicht arbeiten seit wir die Grundsicherung eingeführt haben. Statt dessen trinken sie und kaufen sich Drogen um sich gesundheitlich zu schaden.
    Was ist mit der Fettleibigkeit die nimmt immer mehr zu und viele junge Menschen können nicht einmal mehr ein bis zwei Stockwerke zu Fuß gehen da brauchen sie schon ein Sauerstoffzelt und haben einen Muskelkater das alles sind Erfahrungen aus dem Alltag.
    Das ALLES trägt dazu bei unsere Pensionen zu schmälern und das Gesundheitssystem in die Roten Zahlen zu bringen!!!!
    Für unseren alten Mitmenschen meine Mutter bald 80 Jahre von Freunden der Vaterweit über 80 Jahre Gesundheitlich sehr schlechter Zustand keine Pflegestufe über 1 hinaus möglich weil ja die Familie alles macht.
    Es sollten ALLE ihre 45 Jahre arbeiten dann bräuchte ich nicht 50 Jahre zu arbeiten um dann vielleicht bald zu sterben!!!!!
    Unsere Generation die unsere Eltern und Großeltern haben genug und auf vieles Verzichtet und dafür weil wir so BRAV gearbeitet haben dürfen wir noch mal 5 Jahre drauf machen.
    Ich finde es eine Verarschung zuerst haben wir kein Geld für die Pensionen und plötzlich ist Geld da um mehr zu bezahlen???
    Was ist mit den Politikern die sind oft nur ein paar Monate im Amt oder Regierung und bekommen schon die Politiker Pension na das wäre mal was wo ihr einsparen könntet nicht immer beim Fußvolk!
    Gerade die Staats nahen Betriebe ÖBB, OMV, POST ja selbst im Rathaus in Wien schickt man die Mitarbeiter weit früher in die Pension mit Golden Handshake!!!!!
    Ja und sie schalten auch noch um unser sauer verdientes Geld eine ENTGELDLICHE EINSCHALTUNG in den Medien das wir länger arbeiten sollen.
    Euer ach so informatives Schreiben kostet nur unnötiges Geld unser Geld!!!
    Was denken sich sie und die Verantwortlichen eigentlich dabei, sicher nix weil ihr habt ja Eures sicher im trockenen!
    Ich kann nur hoffen das sie bis 65 Jahre arbeiten gehen!!!!
    ICH SICHER NICHT!!!!!!!!!!
    MIT FREUNDLICHEN GRÜßEN
    Gruber A.

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