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Dienstag, 26. September 2017
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Was sagt Karl Blecha zur Seniorensituation?

BLECHA 2 oemag 1023x1015 Was sagt Karl Blecha zur Seniorensituation?Herr Präsident Blecha, verraten Sie uns wie alt Sie sind.

Blecha: Ich bin kürzlich 77 geworden. Nach einer Herzoperation Ende 2009 bin ich jetzt fit wie schon lange nicht. Wie viele ältere Menschen fühle ich mich jünger, weil ich aktiv bin und eine Aufgabe habe.

Seit wann sind Sie Präsident des Pensionistenverbandes?

Ich wurde am 17. März 1999 erstmals zum PVÖ-Präsidenten gewählt. Es macht mir Freude, sich als Interessensvertreter für die Anliegen der älteren Generation voll einsetzen zu können.

Nach einem intensiven und langen Politikerleben haben Sie sich entschlossen, die Präsidentschaft für den Pensionistenverband zu übernehmen. Ist Ihnen die Aufgabe nicht manchmal zu anstrengend? Was hält Sie so motiviert und jugendlich?

Ehrlich gesagt: Ich hätte mir nicht gedacht, dass die Arbeit als Pensionistenverbandspräsident arbeitsreicher ist als es die Arbeit eines Bundesministers war. Aber als anstrengend empfinde ich sie nicht, weil sie sehr abwechslungsreich ist: von den harten Pensionsverhandlungen bis zu unseren sportlichen Aktivitäten, von der Gesundheitspolitik bis hin zu der Frage, wie bekommen wir – wohlgemerkt ohne Vulkan-Flughafen-Chaos – unsere Reiseteilnehmer sicher nach Hause. Oder unserem Kampf gegen Einsamkeit und Diskriminierung bis zu schönen Momenten bei Feiern und Jubiläen. Man ist immer unter Menschen, die man vertritt.

Es gibt vermutlich wenige Personen in Österreich, die die Bedürfnislage der Österreichischen Senioren so gut kennt wie Sie. Was wünschen sich und brauchen Senioren und wo gibt es Aufholbedarf?

Wir brauchen eine Gesundheitsvorsorge, um teure Reparaturmedizin zu vermeiden. Wenn notwendig: Pflege und Betreuung, die leistbar, menschlich und von höchster Qualität ist. Wir kämpfen mit unseren vielfältigen Aktivitäten in unseren PVÖ-Gruppen in nahezu allen Städten und Gemeinden gegen Einsamkeit und Isolation. Wir kämpfen um Mitbestimmung auf allen Ebenen und gegen die Diskriminierung der Älteren am Arbeitsplatz, in den Medien und in Bildungseinrichtungen. Es gibt kaum ein Thema, das der Pensionistenverband nicht aufgreift. Ich nenne noch den Konsumentenschutz.

Der Pensionistenverband  kämpft ja Jahr für Jahr mit dem Seniorenbund um die Pensionsanhebung. Nun werden schon Stimmen laut, die meinen die Pensionisten müssen sich mit einer Nullrunde abfinden. Was meinen Sie dazu und wenn dies so kommen sollte, wie wollen Sie dies verhindern?

Wir setzen uns heftigst gegen „Nullrunden“ und Kürzungen bei Pensionen zur Wehr, wie sie europaweit bereits beschlossen wurden und gewisse Kreise aus Industrie und Wirtschaft bei uns fordern. Solange Manager wie z.B. der Herr Pinkl für zwei Pleiten bei der Hypo-Kärnten und der Volksbank, die mit Steuermitteln gerettet wurden, mit 4 Millionen Abfertigungen fürstlich belohnt wird, haben wir kein Verständnis für Pensionskürzungen. Ältere Menschen brauchen jeden Cent. Jetzt steigen die Preise wieder, die Teuerung liegt schon über 2 % und daher brauchen wir die Sicherung der Kaufkraft der Pensionisten! Sie sichert auch Arbeitsplätze!

Was bietet eine Organisation wie der Pensionistenverband und warum sollte man Mitglied werden?

Der Pensionistenverband versteht sich als Interessensvertretung, als größte Freizeitorganisation und als Vorteilsklub für Menschen über 50 Jahre. Dabei ist eines klar: Wir sind so stark, wie uns unsere Mitglieder machen. Eine Organisation wie der PVÖ mit 385.000 Mitgliedern kann gegenüber der Regierung anders auftreten, als wenn sie nur 38.500 Mitglieder hätte. Das haben wir zuletzt mit dem großen Pensionisten-Paket im Herbst 2009 bewiesen. Deshalb ist es so wichtig, immer wieder neue Mitglieder zu werben. Darüber hinaus bieten wir viele Vorteile: ein monatliches Mitgliedermagazin, sportliche Aktivitäten wie z.B. Wandertage oder jetzt sehr beliebt „Nordic Walking“, schöne Reisen in speziell ausgesuchte Regionen mit erstklassigen Unterkünften und ärztlicher Betreuung. Bei Banken und Versicherungen, bei Kultureinrichtungen und Handybetreibern, in Kaufhäusern und Kuranstalten gibt es als PVÖ-Mitglied Ermäßigungen. Natürlich kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz, unser Motto lautet: gemeinsam, nicht einsam!

Was sind ihre nächsten persönlichen und beruflichen Ziele für 2010?

Nach der Freude über den Wahlsieg unseres Freundes, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer unterstreichen wir anlässlich eines Festaktes „10 Jahre Sozialpartner Seniorenrat“, dass die älteren Menschen eine starke Interessensvertretung haben und diese in alle Entscheidungsprozesse eingebunden werden muss. Im Herbst werden wir uns für die Wiederwahl Dr. Michael Häupls als Wiener Bürgermeister engagieren. Wir bereiten uns intensiv auf die Pensionsverhandlungen vor und im November steht der „Verbandstag“ des Pensionistenverbandes auf dem Programm, bei dem ich mich der Wiederwahl als PVÖ-Präsident stellen möchte. Persönlich plane ich im Sommer mit meiner Familie einige schöne Tage in Kärnten zu verbringen. Und ich freue mich schon auf spannende Spiele bei der Fußball-WM.

Danke fürs Gespräch.

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Antworten

4 Kommentare zu “Was sagt Karl Blecha zur Seniorensituation?”

  1. Helmut Römiger sagt:

    Was seid ihr bloß für Pesionistenvertreter?
    Da schuftet man Jahrzehnte im Schichtdienst und man muß sich mit einer Nullohnrunde zufrieden geben.
    Hauptsache ihr habt euren Sack voll!!!
    Da überlegt man sich einen Austritt aus der Gewerkschaft!!!

  2. erich zöhrer sagt:

    Danke an unseren seniorenvertreter 2011 bekomme ich um
    6 euro weniger an pension als 2010 netto
    wetzt weiß ich wen ich wählen muß????

  3. Johann Scherzer sagt:

    Anstatt noch etwas vom Leben haben, soll man noch länger arbeten! Danke Karl Blecha. Bis die Leute am Arbeitsplatz tot umfallen. Die Pensionserhöhung für 2011 ist ein Witz! Von wenig bis gar nichts oder noch weniger.
    Karl Blecha vertritt nicht die Rentner. Johann Scherzer

  4. Bergmayer Herbert sagt:

    Dank an die Seniorenvertreter 1.2 Prozent Pensionserhöhung und Striechung des Alleinverdiener-Absetzbetag.Macht 30 Euro weniger Pension.2013 weiß ich wenn ich wählen muß

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