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Dienstag, 22. August 2017
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Ein Stück Freiheit auf der Insel Föhr

Wir haben die zwei Nordfriesischen Inseln südlich von Sylt besucht und fanden eine intakte Inselwelt aus Natur und Menschen, die darauf achten das dies so bleibt.

2 150x150 Ein Stück Freiheit auf der Insel FöhrDie Insel Föhr ist 82 Quadratkilometer groß

Auf die Insel Föhr gelangt man mit der Fähre von Dagebüll mit einer Fahrzeit von rund 50 Minuten aus. Die Nordseeinsel Föhr auch die Friesische Karibik“ genannt, eignet sich für einen Wochenendtripp oder auch für einen Aktivurlaub gleichermaßen. Föhr wird umschlossen vom Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, das so einzigartig ist, dass es 2009 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt wurde. Föhr ist die größte echte Insel, denn nur Föhr kann man per Luft oder per Schiff über das Wasser erreichen – und nicht etwa über einen künstlich angelegten Damm.

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9.000 Kühe, 2.500 Schafe, 850 Pferde – und 8.500 Einwohner

Rund 8.500 Insulaner leben dauerhaft auf Föhr, davon etwa die Hälfte im Hafenstädtchen Wyk. Um 1700 gegründet, wurde Wyk 1819 zum ersten staatlich anerkannten Seebad an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins ernannt. Besonders beliebt ist der Sandwall, die großzügige, rund drei Kilometer lange Strandpromenade entlang des Wyker Strands. Von hier aus genießen Urlauber einen in Deutschland einmaligen Blick auf die Welt der Halligen, deren einzelne Warften wie Schaumkronen aus dem glitzernden Wattenmeer ragen.

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Wyk selbst besticht durch verwinkelte Gassen mit urigen Friesenhäusern, durch attraktive Geschäfte und zahlreiche Restaurants und Cafés. Daneben gibt es das Friesenmuseum, die mittelalterliche St. Nicolai-Kirche im gemütlichen Ortsteil Boldixum sowie zwei Parkanlagen, auf denen sich teils exotische Pflanzen und sogar Störche – sehr zur Freude der Gäste – angesiedelt haben.

Typisch Föhr: Die „Friesendörfer“

Einfach bezaubernd – insgesamt elf Inseldörfer findet man auf der Insel Föhr mit ihrem typisch friesischen Flair: Zum Beispiel der alte Walfängerort Nieblum, ganz im Süden der Insel. Malerische Straßen mit urigen Kapitänshäusern und bunt blühenden Vorgärten laden hier zum Träumen und Verweilen ein. Spektakuläres Wahrzeichen des Ortes ist der altehrwürdige „Friesendom“ St. Johannis im Dorfkern Nieblums – die Anfänge der Kirche reichen bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück. Wer etwa im Inseldorf Utersum den flach abfallenden, weißen Sandstrand betritt, erlebt in den Abendstunden zauberhafte Sonnenuntergänge über der Nordsee und einen herrlichen Blick hinüber zu den Nachbarinseln Sylt und Amrum.

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Die Nachbarinsel Amrum ist übrigens nur acht Kilometer von Föhr entfernt und bei Ebbe sogar fußläufig zu erreichen. Vom Westen der Insel laufen naturbegeisterte Urlauber acht Kilometer hinüber – natürlich nur mit wind- und wettererfahrenen Wattführern.

Jede der elf Friesendörfer auf Föhr haben ganz eigenen Reiz: Pferdeliebhaber beispielsweise lieben Alkersum mit seinen Reiterhöfen. Oevenum zeichnet sich durch seine gemütliche Ursprünglichkeit und durch die langjährige Landwirtschaft besonders aus. Im Westen der Insel inspiriert das ursprüngliche Dörfchen Oldsum mit seiner Schönheit und Ruhe Urlaubsgäste und Künstler, die über die Jahre hinweg hierher gezogen sind.

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Die Insel Föhr ist vom Wattenmeer tatsächlich von allen Seiten umschlungen – um den Nationalpark zu erleben, brauchen Sie hier kein Eingangstor! Das Wattenmeer ist weltweit einzigartig und vielseitig. Alle sechs Stunden wechseln sich Ebbe und Flut ab und verändern in jedem Augenblick die Landschaft fast magisch. Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten leben in diesem einzigartigen Lebensraum. Davon gibt es allein 250 Tier- und Pflanzenarten nur im Wattenmeer und nirgendwo sonst auf der Welt. Seeskorpione und Wattwürmer gibt es hier ebenso zu bestaunen wie Miesmuscheln und Strandkrabben.

Lebensraum Marsch

Die saftige Marsch ist eine sehr viel jüngere Landschaft als die Geest. Sie ist sehr flach und erreicht nur Höhen von ein bis zwei Metern über dem Meeresspiegel. Zum Geestkern hin fällt sie leicht ab. Im Osten der Insel – wo der Deich verläuft – findet man das „Föhrer Vorland“, wohin sich die Marsch in die Nordsee entwässert. Hier gibt es eine reichhaltige Salzwiesenvegetation. Die Marsch wird vom Menschen hauptsächlich als Weideland genutzt. Viele Urlaubsgäste und Einheimische lieben die Marsch aber auch, weil sie so prächtig grün und wunderbar ruhig ist. Überhaupt inspirieren die Einwohner und die friedliche Natur hier zu entspannen und zu genießen.

Föhr mit dem Fahrrad entdecken

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Doch nicht nur per Pedes, sondern auch per Pedale können die Urlauber die „Friesische Karibik“ erkunden. Es gibt fünf gut ausgeschilderte, abwechslungsreiche Radrouten, die vorbeiführen an urigen Friesenhäusern, alten Windmühlen und satten grünen Wiesen. Insgesamt 203 Kilometer Radweg machen die Nordseeinsel Föhr zu einem Freizeitereignis für jede Altersstufe. Wer angesichts der vielen Wege glaubt, den Überblick zu verlieren, kann auf das bequeme Fahrrad-GPS zurückgreifen. Eine Download-Möglichkeit bietet dieser Link.

Auch Golfer kommen auf Föhr nicht zu kurz

Bereits 1925 entdeckten die Golfer das Potenzial der grünen Landschaft. Heute zählt die Anlage zu einer der schönsten in Norddeutschland. 3 x 9 Löcher von höchst unterschiedlichem Charakter sind das überaus attraktive Markenzeichen des Golf Club Föhr. Spielbahnen mit Wald, Wasser, Heide, Ginster und Dünenformationen spiegeln die Vielfalt der Insel Föhr wieder. Egal ob Fischer, Wellenreiter, Nordic Walker, Reiter, Golfer oder auch nur Erholungssuchende finden hier auf Föhr das Seine.

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Zum Beispiel das Anti-Stress-Programm im AQUAFÖHR

Das AQUAFÖHR macht der „echten“ Nordsee Konkurrenz, denn es verspricht ein weiteres Meererlebnis. Die moderne Badelandschaft garantiert Spaß und Entspannung zu jeder Jahreszeit, bei Wind und Wetter. Das Salz des Wassers hat eine heilende Wirkung auf die Haut und hilft ihr, sich zu regenerieren.

Das AQUAFÖHR bietet aber auch eine spezielle Therapie- und Wellnessmethode, die auf der Kraft des Meeres mit seinem enormen Potenzial an Spurenelementen, Proteinen und Mineralstoffen beruht: Thalasso. Abgeleitet von dem griechischen Wort „thalassa“ für „Meer“, bezeichnet es die Behandlung mit kaltem oder erwärmten Meerwasser, Meeresluft, Sonne, Algen, Schlick und Sand.

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Der hohe Gehalt an Jod und fein zerstäubtem Meerwasser in der Luft lassen die Bronchien im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen und stärken die Abwehrkräfte. Unscheinbare, kleine Algen werden bei Rücken- und Nackenschmerzen angewendet, so dass die Durchblutung gefördert wird, die Muskeln entspannen und Verspannungen gelöst werden. Ergänzend wirkt der Duft der Algen sehr beruhigend.

Eine Insel, drei Sprachen: So vielfältig ist Föhr

Neben Hoch- und Plattdeutsch wird auf Föhr auch Friesisch gesprochen. Die nordwestgermanische Sprache setzte sich bereits zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert als Umgangssprache auf der Insel durch. Heute beherrschen deutschlandweit nur noch rund 10.000 Menschen Friesisch. Föhr hat übrigens seinen ganz eigenen friesischen Dialekt, das so genannte „Fering“ oder auch „Föhrer Friesisch“, das sich von dem Wort „Feer“ herleiten lässt, wie Föhr auf Friesisch genannt wird.

Ein Besuch des Museum Kunst der Westküste

Wenn Sie auf der Insel Föhr sind gehört ein Besuch des Museum dazu. Der Stifter des Museums Kunst der Westküste ist der Unternehmer Prof. h.c. Frederik Paulsen, dessen Vorfahren von der Insel Föhr stammen. Mit der Gründung des Museums macht er seine umfangreiche Sammlung Kunst der Westküste öffentlich zugänglich und stellt ferner für die Präsentation von Sonderausstellungen einen herausragenden architektonischen Rahmen zur Verfügung.

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Frederik Paulsen ehrt mit der Eröffnung des Museums die Lebensleistungen seines gleichnamigen Vaters, Dr. Frederik Paulsen senior (1909-1997), der das Pharmaunternehmen Ferring gründete und der sich Zeit seines Lebens um die Bewahrung, nachhaltige Förderung und europäische Verankerung der friesischen Sprache und Kultur verdient gemacht hat.

Leckere Waffeln, Tote Tante, einen Pharisäer, Groddpöös und Porrenpann gehören einfach dazu

Nicht nur bei den Urlaubern, sondern auch in der Föhrer Gastronomie erfreuen sich inseltypische Köstlichkeiten und regionale Produkte großer Beliebtheit. Wer nachmittags etwa in einem der vielen kleinen Cafés einkehrt, darf sich bereits im Vorfeld auf leckere Waffeln und eine „Tote Tante“ freuen. Das heiße Kakaogetränk mit Alkohol, meistens Rum oder Amaretto, ist besonders in den kühleren Monaten ein echter Renner.

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Das Restaurant „Austernfischer“ im „Duus-Hotel“ und das Restaurant „Alt Wyk“, das im Herbst 2012 einen Michelin Stern erhielt. Beide liegen mitten in der malerischen Wyker Altstadt. Kulinarische Highlights aus der Region sowie exotische Besonderheiten bieten für jeden Geschmack das richtige. Die Föhrer Krabbensuppe steht dabei ebenso auf der Speisekarte wie Riesengarnelen. Nicht verpassen sollten selbsternannte Gourmets übrigens das zarte Föhrer Lammfleisch. Besonders die Kombination mit frischen Ofenkartoffeln und würziger Rosmarinsauce ist äußerst beliebt.

„Groodpöös“ und „Porrenpann“. Die traditionelle nordfriesische Küche ist in der Regel äußerst deftig – an Kalorien sollte man deshalb gar nicht erst denken. Besonders häufig stehen Suppen und Eintöpfe auf dem Speiseplan, doch auch exquisite Deichlämmer und fruchtige Fliederbeersuppen gehören bei einem typisch friesischen Essen dazu. „Groodpöös“ ist eine traditionelle nordfriesische Gerstengrütze mit getrockneten Pflaumen und würzigem Kassler, ein Gericht für die kältere Jahreszeit also.

Man könnte noch soviel erzählen über die Insel Föhr, aber unsere Fähre zur Insel Amrum wartet schon. Hier geht es zu unserem Bericht über die Insel Amrum.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Föhr:

Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT)

Tel.: +43 1 5132792

www.germany.travel

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