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Montag, 21. August 2017
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Makedonien – Badeurlaub und Ausgrabungen

Von Thessaloniki aus erreicht man den Teil der Makedonien genannt wird in gut 1,5 Stunden mit dem Auto.

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In der Region Makedonien leben rund 5.0 Mio. Menschen.

Pieria der Teil, den wir ansteuern und ist eine Region die hauptsächlich von Landwirtschaft und Tourismus lebt. Die Landschaft ist meist sehr flach und erst zum Berg Olymp hin wird es wieder hügelig.

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Ein Blick auf den fast immer bewölkten Berg Olymp

Der bekannte Teil von Pieria ist die so genannte olympische Riviera. Es ist ein ca. 70 Kilometer langer Sandstrand, der sich fast über die ganze Küste Pierias erstreckt. An diesem Strand befinden sich viel Badeorte, die Touristen und Badegäste anziehen, aber auch viele Orte, die von Griechen zur Erholung genutzt werden. Die bekanntesten Badeorte sind Pieria, Paralia, Platamon und Leptokaria.

In Platamonas liegt das Hotel Cronwell Platamon Ressort ein großzügig ausgebautes 5-Sterne Hotel das über einen eigenen Badesstrand, aber auch In- und Outdoorpool verfügt. Speziell Familien kommen hier auf ihre Rechnung, wird doch für die Kleinen einiges geboten wie zum Beispiel die Kinderbadelandschaft. Fitnessraum, Massagemöglichkeit, großzügige Aufenthaltsräume und eine Bar runden das Angebot ab.

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Hier zahlt es sich aus, einige Tage richtig auszuspannen und den herrlichen Badestrand zu genießen.

Ein kurzer Blick in die Geschichte Makedoniens

Das Gebiet des späteren Makedoniens war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Einer Forschungsansicht zufolge sind die Makedonier gemeinsam mit den Nordwestgriechen um 1200 v. Chr. in dieses Gebiet eingewandert und haben sich dort angesiedelt. Einige antike Historiker beschreiben die Makedonier hingegen als eine Mischbevölkerung aus Phrygern, Thrakern und Illyrern, die nicht als ein griechischer Stamm eingewandert seien. Die momentan vorherrschende Forschungsmeinung sieht die Makedonier als nordgriechischen Stamm an, der sich zunächst aufgrund enger Kontakte zu Thrakern und Illyrern kulturell von den übrigen Griechen unterschied, doch wird dies nach wie vor von einer großen Minderheit bezweifelt, die darauf hinweist, dass die antiken Hellenen die Makedonier eindeutig und einhellig nicht als Griechen betrachteten, sondern als Barbaren.

In der Antike gab es keinen einheitlichen Staat Griechenland, sondern die durch gemeinsame Kultur, Religion und Sprache verbundene Gemeinschaft der griechischen Klein- und Stadtstaaten. Von besonderer Bedeutung war die Teilnahme von Angehörigen des makedonischen Königshauses an den Olympischen Spielen. Sie ist erstmals für König Alexander I. bezeugt, der um 500 v. Chr., noch vor seinem Regierungsantritt, als junger Mann in Olympia zugelassen wurde, da er die dortigen Priester überzeugen konnte, er sei ein Nachfahre von Herakles und Achilleus und daher ein Grieche.

Philipp II., König Makedoniens (359–336 v. Chr.)

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Den Grundstein zur Großmachtstellung legte König Archelaos I. (413 bis 399 v. Chr.). Unter seiner Herrschaft zog es viele griechische Gelehrte und Künstler an seinen Hof. Zur führenden Macht im antiken Griechenland wurde Makedonien binnen weniger Jahre jedoch erst ab 356 v. Chr. durch König Philipp II.

Er konnte Ober- und Niedermakedonien erstmalig fest miteinander verbinden, organisierte das Heer neu und begann, den makedonischen Einflussbereich durch Eroberungen und Unterwerfungen auszuweiten. Die Ausweitung des makedonischen Herrschaftsbereichs unter Philipp II. brachte das Königreich Makedonien in einen Konflikt mit Athen, welches seine Interessen in Makedonien und zwar den Erzbergbau am Pangeo-Gebirge, weiters Siedlungen und Handelsstützpunkte auf der Chalkidiki gefährdet sah.

Der Konflikt mit Athen wurde mit der Einnahme von Amphipolis östlich des erzführenden Pangeo-Gebirges durch makedonische Truppen unter Philipp II. mehr als offensichtlich. Philipp II. zerstörte 348 v. Chr. Olynth, löste den Chalkidikischen Bund auf und hatte hiernach „den Rücken für eine Auseinandersetzung mit den griechischen Stadtstaaten frei.“

Wiederum eröffnete Philipp II. nicht direkt einen Feldzug gegen die griechischen Stadtstaaten, sondern verschaffte sich mit seinem Eingreifen in den dritten heiligen Krieg der delphischen Amphyktionie, einem religiösen Bund der griechischen Stadtstaaten, Respekt und Anerkennung sowie einen Sitz im Rat der Amphyktionie.

Der Makedonenkönig vereinte nun die zersplitterten und meist zerstrittenen griechischen Stadtstaaten im Korinthischen Bund auf der Basis eines Allgemeinen Friedens und schuf damit erstmals in der Geschichte ein geeintes Griechenland, nur mit Ausnahme Spartas und der griechischen Kolonien im westlichen Mittelmeer.

Der Feldzug Alexanders des Großen – Römische Provinzen unter Trajan (117 n. Chr.)

Unter Philipps Sohn, Alexander dem Großen erreichte Makedonien den Höhepunkt seiner Macht und seine größte Ausdehnung. Er eroberte nacheinander Ägypten und das Persische Kernland und dehnte sein Reich bis zum Hindukusch und zum Indus aus. Damit schuf er die Voraussetzung für die Hellenisierung ganz Vorderasiens. Nach Alexanders Tod im Jahr 323 v. Chr. in Babylon zerfiel das Großreich unter den Kämpfen seiner Nachfolger, der Diadochen.

Das Königreich Makedonien selbst, das im Alexanderzug und in den blutigen Diadochenkriegen zahllose Männer eingebüßt hatte, verlor dagegen zunächst an Bedeutung, es kam zu Thronwirren.

Seit der Errichtung des römischen Kaisertums durch Augustus erlebte das Gebiet einen gewissen Aufschwung. Bei der so genannten Reichsteilung von 395 n. Chr. fiel das Land dann an das Oströmische Reich, das kulturell und sprachlich griechisch geprägt war. Im 4. und 5. Jahrhundert fielen Hunnen und Goten in Makedonien ein, ließen sich dort jedoch nicht nieder. Mit den Slawen- und Awareneinfällen im späten 6. Jahrhundert endete dann in dieser Region die Spätantike.

Ein Besuch der antiken Königsgräber in Vergina

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Vergina ist heute ein kleiner Ort mit nur rund 1.000 Einwohnern in der Gemeinde Veria und rund 75 km östlich von Thessaloniki. Die Ausgrabungsstätte bei Vergina ist vermutlich identisch mit der antiken Stadt Aigai, die bis 410 v. Chr. Hauptstadt des Königreiches Makedonien war. Auch später noch diente der Ort als Begräbnisstätte der makedonischen Könige. Die Ausgrabungsstätten von Vergina zählen seit 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe und sind unbedingt einen Besuch wert.

Im Jahr 1855 entdeckte der französische Archäologe nach Angaben eines Hinweises die heutigen Fundstellen. Aber erst 1937 wurden die Ausgrabungen unter dem Archäologieprofessor Romaios wieder aufgenommen. Aber erst in den Jahren 1977 und 1978 entdeckte man die Anlagen der drei Königgräber, die von einem runden Erdwall gut geschützt waren.

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Das größte der Gräber gehörte Phillip II. (336 v.Chr.), ein kleineres stammt wahrscheinlich aus dem 4. Jahrhundert und ein truhenförmiges Grab gehörte seiner Frau. Nach und nach wurden beispielsweise an der Stelle von Palioporta, Teile des großen Palastes und Teile eines hellenistischen Gebäudekomplexes entdeckt.

Neben den Grabstätten fanden die Archäologen im Laufe der Zeit, wertvolle Grabbeigaben, Speerspitzen, Reliefe, Vasen, Diademe, Armreifen und Gegenstände des damaligen Lebens, die alle im Museum ausgestellt sind. Aber auch wertvolle Wandmalereien aus dem 4. Jahrhundert v.Chr. sind zu bewundern.

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Besonders beeindruckend ist es im Museum die beiden Grabstätten mit ihren schweren Toren in rund 10 Meter unter der Erdoberfläche zu bestaunen.

Das es sich bei der Identität des Toten mit Sicherheit um den König Phillip II. handelt, beweisen alle Funde dass es sich um ein Königgrab handelt, der Kranz, das Diadem kann nur einem König gehört haben. Aufgrund der Altersbestimmung des Grabes muss schlussgefolgert werden dass es sich um Phillip handelt, denn im Zeitraum 350 -325 v.Chr. ist kein anderer König in Makedonien verstorben.

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Für den Besuch der Königgräber müssen Sie sich mindest drei Stunden einplanen, wenn Sie anschließend auch so überwältigt sind, wie wir, dann kaufen Sie sich noch einen Führer samt Bilder, denn die Museumsleitung ist sehr streng und Foto sind strengstens verboten. Sie haben dann aber keine Erinnerungen für zu Hause.

Am Abend sitzt man dann auf der Hotelterrasse und denkt noch lange an die bleibenden Eindrücke aus der Grabstätte und ist ergriffen wie viele Jahrtausende Geschichte hier gefunden wurde.

Karte © Google Maps

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