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Dienstag, 26. September 2017
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Weiter geht es in die Lessingstadt Wolfenbüttel

Teil 2: Begleiten Sie uns weiter auf unseren Streifzug von Goslar nach Wolfenbüttel. In gut 35 Minuten schaffen Sie die Autofahrt nach Wolfsbüttel.

Die Lessingstadt Wolfenbüttel

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Wolfenbüttel liegt am Fluss Oker und ist die größte Stadt des Landkreises Wolfenbüttel in Niedersachsen, in der rund 52.000 Einwohnern leben. Die Stadt ist zudem auch Bischofsstadt und Sitz der Kirchenregierung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche.

Die Stadt Wolfenbüttel und ihr heutiges Aussehen prägten über viele Jahre die Welfen. Über vier Jahrhunderte (bis 1754) war die Stadt Residenz der kultur- und kunstliebenden Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg, ein Zentrum des Geistesleben und der schönen Künste. Die Herzöge holten sich während ihrer Regentschaft die besten Baumeister und Stadtplaner ihrer Zeit. Wolfenbüttel gilt als erste nach Plan gebaute Renaissance-Stadt Deutschlands. Noch heute sichtbarstes Zeichen der ehemaligen Welfenherrschaft ist ihr mitten in der Stadt gelegenes prächtiges Residenzschloss, zweitgrößtes seiner Art in Niedersachsen und Wahrzeichen Wolfenbüttels.

Wenn Sie in Wolfenbüttel ankommen, stellen Sie ihr Auto ab, denn fast alle Sehenswürdigkeiten erkunden Sie zu Fuß. Freuen Sie sich auf die vielen Sehenswürdigkeiten die Sie bei ihrem Rundgang erwarten, oder wie Gotthold Ephraim Lessing schon sagte: “Ein Vergnügen erwarten, ist auch ein Vergnügen.”

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Aber nicht nur Lessing arbeitete und weilte hier, auch Wilhelm Busch war im Sommer sehr gern bei seinem Bruder in Wolfenbüttel, verlebte hier aber auch häufig Silvester in gemütlicher Runde. Seine Nichte Grete Fehlow war ihm besonders ans Herz gewachsen und brachte ihn auf heitere Gedanken, wenn er wieder einmal in Wolfenbüttel weilte und das Leben in der Kleinstadt studierte. Dieser Ort, Klein Venedig genannt, ist heute auch ein beliebter Treffpunkt für Verliebte – davon zeugen die vielen Liebesschlösser am Geländer – früher Teil eines umfangreichen Grachtensystems, das holländische Städtebauer im 16. Jahrhundert angelegt haben und die das Stadtgebiet planmäßig durchzogen. Der bis heute erhaltene Rest ist, auch dank des wunderschönen Blumenschmucks, eines der beliebtesten Fotomotive in Wolfenbüttel.

Die Altstadt von Wolfenbüttel

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Als sogenannte „Gute Stube“ in der Wolfenbütteler Altstadt gilt ein Platz von einzigartiger Geschlossenheit. Das mächtige Fachwerkrathaus mit Ratswaage und historischen Ratssaal nimmt den gesamten westlichen Teil ein. Die „Alte Apotheke“ am Übergang zum Kornmarkt ist das repräsentativste Hofbeamtenhaus der Stadt mit aufwändigen Schnitzereien . Auf der Ostseite prägt das wohl schönste Standesamt Norddeutschlands, mit zwei Herzen im Giebel, die geschlossene Häuserreihe.

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Mitten auf dem Platz findet man noch eine Besonderheit: das Herzog-August-Reiterstandbild, bei dem der Reiter neben seinem Pferd steht. Hier das ganze Jahr über viele Veranstaltungen statt. Unser Weg führt uns weiter durch Gassen mit bunten Fachwerkshäusern und Renaissancebauten bis wir zur Kanzleistraße kommen.

Die Brauergilden- und Kanzleistraße

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Zwei Straßen – die Brauergilden- und die Kanzleistraße – im Zentrum der Altstadt, die reich an besonderen Gebäuden sind. Die Kanzleistraße wird beherrscht von dem wuchtigen Renaissance-Steinbau der herzoglichen Kanzlei, der heute eine Abteilung des Braunschweigischen Landesmuseums beherbergt. Da die weiteren Häuser in dieser ehemaligen Hauptstraße architektonisch besonders reich gestaltete Hofbeamtenhäuser sind, sollten Sie sich hier beim Flanieren genug Zeit lassen. Die Brauergildenstraße, die sich anschließt, ist eine ehemalige Gildenstraße und bezieht ihren Reiz durch die Vielzahl seiner meist einfachen Häuser.

Die Hauptkirche “Beatae Mariae Virginis”

Mit dem ersten bedeutenden Kirchenbau des Protestantismus, der durch den Rückgriff auf die Tradition mittelalterlicher Hallenkirchen geprägt ist, hat die Altstadt Wolfenbüttels ihre überragende Dominante erhalten. Der Bau wurde von Herzog Heinrich Julius, Wegbereiter der Reformation in Wolfenbüttel, in Auftrag gegeben. Es sollte eine Predigt- und Abendmahlskirche zur Verkündigung des reformatorischen Glaubens für die Gemeinde werden, zugleich aber auch den Wunsch nach fürstlicher Repräsentation erfüllen und Grablege für die fürstliche Familie sein.

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Der herzogliche Baumeister Paul Francke verschmolz in diesem Bau, der 1608 begonnen wurde, Stilelemente der Gotik, der Renaissance und des Barocks zu einer großartigen Einheit. Das nach eigener »Manier« im Kombinieren und Mischen gestaltete Gesamtkunstwerk stellt eines der wenigen Beispiele des Manierismus dar und kennzeichnet den Übergang von der Stilepoche der Renaissance zu der des Barock. Bemerkenswert sind die reichhaltigen Portale, vor allem der Haupteingang im Westen und der Reliefschmuck auf den derben Quadersteinen. Der Hochaltar ist aus Holz geschnitzt und wurde vom Freiberger Bildschnitzer Bernhard Ditterich geschaffen. Die eindrückliche Darstellung des Passionsgeschehens mit dem siegreichen Gottessohn als obere Bekrönung hat dieses Werk zu einem hervorragenden Beispiel protestantischer sakraler Bildkunst werden lassen.

Das Schloss Wolfenbüttel

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Unter den Schlössern Niedersachsens nimmt das von Wolfenbüttel einen besonderen Stellenwert ein, es ist nicht nur das zweitgrößte seiner Art, sondern beherbergt auch die einzigen hochbarocken Staatsappartements des Landes. Von ihrer glänzenden Hofhaltung künden noch heute die zwischen 1690 und 1740 gestalteten Repräsentationsräume. Sie bilden das Herzstück des Museums im Schloss Wolfenbüttel. Die authentischen Prunkgemächer zeugen vom höfischen Leben des frühen 18. Jahrhunderts.

Im Rahmen einer Führung erleben Sie die fürstliche Wohn- und Tafelkultur aus der Zeit des Absolutismus. Temporäre Sonderausstellungen sowie museumspädagogische Aktionen runden das reichhaltige Angebot des Museums ab.

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Das Schloss gilt als der Geburtsort der Stadt, die 1118 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Residenzschloss der Welfen, das den Platz beherrscht, erhielt erst im 18. Jahrhundert sein heutiges Aussehen. Beachten Sie die markante Fachwerkfassade, die barocken Figuren an der Brüstung und der Brücke und werfen Sie einen Blick in den beeindruckenden Innenhof, der von Arkaden bestimmt wird. Im Museum des Schloss’ Wolfenbüttels kann man die prächtigen Staatsappartements der Herzöge bewundern.

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Ein weiteres Gebäude, das den Schlossplatz dominiert, ist das mächtige rote Zeughaus auf der Nordseite. Es diente als Waffenarsenal und beherbergte die seinerzeit größten Geschütze Deutschlands. Heute gehört es zur Herzog August Bibliothek, deren Hauptgebäude, das Lessinghaus und die Biblioteca Augusta, den Schlossplatz in Richtung Nordwesten begrenzen. Auf der Südseite des Platzes befinden sich das „Kleine Schloss“, einst für den Thronfolger erbaut und zeitweise als Ritterakademie genutzt, sowie eine geschlossene Reihe mächtiger Hofbeamtenhäuser.

Die Herzog August Bibliothek

Die im Jahre 1572 von Herzog Julius gegründete Bibliothek war unter dem gelehrten Büchersammler und Friedensfürsten Herzog August die größte europäische Büchersammlung und wurde als achtes Weltwunder angesehen. Das heutige Bibliotheksgebäude wurde 1883 bis 1887 im Stil eines florentinischen Palazzo errichtet und ersetzte die baufällige berühmte Bibliotheksrotunde des 18. Jahrhunderts. Heute befindet sich hinter den mächtigen Mauern eine moderne Forschungsbibliothek von internationalem Rang mit einem Bestand von ca. 1 Million Bänden, davon ca. 350.000 Bände aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.

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In den musealen Räumen der Bibliothek, wie Augusteerhalle, Schatzkammer, Globensaal, Kabinett und Malerbuchsaal, können Gäste aus aller Welt die bibliophilen Kleinodien vergangener Zeiten bewundern. Wechselnde Sonderausstellungen machen einen Besuch immer wieder interessant. Schatz der Schätze in der Bibliotheca Augusta und der Besuchermagnet schlechthin ist zweifelsohne das 1983 in London für 32,5 Millionen DM ersteigerte Evangeliar Heinrichs des Löwen, eine der prächtigsten und kunsthistorisch wertvollsten Handschriften des Mittelalters, das nun seinen endgültigen Platz in Wolfenbüttel gefunden hat. Weitere bedeutende Häuser, die den Platz nach Osten begrenzen, sind das Meißnerhaus, in dem Lessing das glücklichste Jahr in Wolfenbüttel verbrachte.

Während ihres Rundgangs kehren Sie in eines der zahlreichen gutbürgerlichen Restaurants ein und erkunden Sie die heimische Küche, bevor Sie wieder weiter ziehen. Unser Tag geht zu Ende und der weitere Weg führt uns nach Hannover.

Hier finden Sie noch weitere interessante Informationen über Wolfenbüttel. www.germany.travel

Hier gelangen Sie zum Teil 1: http://www.besserlaengerleben.at/reiseangebote/ein-automobiler-streifzug-rund-um-hannover.html

Hier geht es zum Teil 3: http://www.besserlaengerleben.at/dies-und-das/hannover-und-das-schloss-herrenhausen.html

Foto © BLL

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