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Montag, 26. Juni 2017
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Über den Tisch gezogen ?

Hat sich Schelling über den Tisch ziehen lassen?

Ingrid Korosec die neue Chefin des Seniorenbundes meint „Da haben Ahnungslose verhandelt, das Ergebnis ist ein Skandal“.

Das meint nicht nur Korosec, auch Teile der ÖVP sind verärgert, der Wirtschaftbund und auch der ÖAAB. Auch in den diversen sozialen Netzwerken sprechen sich Betroffene offen gegen Schelling aus und sind mit dem Ergebnis des Pensionsgipfels überhaupt nicht zufrieden. Zu Recht, wie auch wir von besser länger leben meinen. In der Tat sind auch viele ehemaligen Selbständigen davon betroffen, die bedingt durch ihre geringen Pensionen oftmals gezwungen sind etwas dazuzuverdienen. Hier geht Schelling in den Kampf mit seiner eigenen Klientel, ob das gut geht?

IMG 15552 Über den Tisch gezogen ?Egal ob es die alleinstehende Pensionistin die einige Stunden in der Woche in einer Boutique aushilft, oder die ehemalige Fremdenführerin die sich bei Führungen im Museum etwas dazuverdient, sie alle trifft es. Sie alle helfen der Wirtschaft in zweierlei Hinsicht, zum ersten dadurch, dass Sie allen jenen Betrieben helfen, dort wo für Betriebe eine Vollzeitkraft sich nicht rechnet. Zum zweiten zahlen alle dafür auch ihre Steuern (Steuerlast = Alterspension + Zusatzeinkommen), dies sind pro Jahr rund 200 Mio Euro. Die Alterspension soll bis zur Hälfte (!!!) gestrichen werden.

Wenn, wie von Daniela Kittner in ihrem Artikel „Politik von innen“ am 6. März im KURIER (siehe Foto) angenommen, all jene ihre Zusatzjobs einstellen würden (weil es sich für sie nicht mehr rechnet) dann fehlen dem Staat allein dadurch schon 200 Mio. Das würde gegen die Intentionen des Pensionsgipfels laufen.

Eigentlich ist BM Schelling zum Pensionsgipfel angetreten mit dem Ziel die wachsenden Staatsausgaben für Pensionen zu verringern.

Hat er sich von BM Stöger und AK Direktor Muhm über den Tisch ziehen Lassen?

Es schaut so aus. Es steckt schon eine gewissen Ironie dahinter, dass gerade der AK- Direktor solche Forderungen stellt, der selbst in den Genuss einer weit erhöhten – um nicht zu sagen überhöhten – Pension kommt – und wenn er in seiner Pension noch als Berater von Herrn Faymann arbeitet – dann wird ihm seine Pension nicht gekürzt, weil er nicht unter diese Regelung fallen würde. Überhaupt sind von dieser Regelung alle Beamten ausgenommen, so darf der ehemalige Finanzbeamte weiterhin seine Gutachten für den Steuerberater ohne Pensionsabzüge machen. Das nennt sich Gerechtigkeit!

Auch die Beamten des Wiener Magistrates beispielsweise fallen nicht unter diese Regelung. Hier haben es sich wieder einige gerichtet.

Man wird in letzter Zeit das Gefühl in Österreich nicht los, dass Selbständige und Menschen die leistungsbezogen arbeiten auf der Strecke bleiben. Während Selbständige und Unternehmer Verantwortung für Mitarbeiter tragen, für Bankkredite persönlich haften müssen, bei Finanzkrisen die von Banken und Finanzspekulanten verursacht wurden, persönliche Einbußen hinnehmen mussten und dies überhaupt nicht berücksichtigt wird bei ihrer Pension, bei den SV Kosten, fordern beispielsweise die GRÜNEN 1.700,- Mindesteinkommen monatlich für all jene die am unteren Ende der Einkommensspirale rangieren.

Leistung, Engagement und Selbständigkeit wird nicht mehr honoriert, während jene die sich immer vor Verantwortung und Leistung „gescheut“ haben noch belohnt werden. Das ist ein falsche Ansatz, der dazu führt das junge Menschen vielfach nicht mehr bereit sind, eigene Unternehmen zu gründen und lieber in „geschützten“ Werkstätten (Staatsdienst, Magistrate udgl.) arbeiten wollen.

Noch ist die Regelung nicht durch, Teile der ÖVP und auch viele Wirtschaftsfachleute sind strikt dagegen.

Wir von Spitzfeder meinen, dass Schelling, Stöger und Muhm sich lieber die Problematik der Frühpensionierungen bei der ÖBB (Durchschnittpensionsantrittsalter 53 Jahre) annehmen sollten.

Schreiben Sie uns ihre Meinung dazu – hier.

Spitzfeder1 Über den Tisch gezogen ?

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Antworten

Ein Kommentar zu “Über den Tisch gezogen ?”

  1. August K. sagt:

    Was ist das für eine ÖVP Politik. Losgehen auf Kernwähler hat sich noch nie gelohnt.
    Zuerst Registrierkasse nun Angriff auf Zusatzverdienst in der Pension. Wir sollten nicht vergessen, dass dieser Zusatzverdienst für viele ehemaligen selbständigen überlebensnotwendig ist.
    Die SPÖ bringt diese unnötigen und wirtschaftsfeindlichen Vorschläge ein und wenn die ÖVP zustimmt lacht sie sich ins Fäustchen.

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