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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Schweiz manipuliert unliebsame Wikipedia-Artikel

Allein 2015 knapp 400 Texte betroffen – Seit 2003 über 5.500 Eingriffe.

 Schweiz manipuliert unliebsame Wikipedia Artikel

Schweizer Beamte schreiben ihnen unliebsame Wikipedia-Artikel um. Wie die Tageszeitung “Nordwestschweiz” berichtet, sollen es allein im zurückliegenden Jahr 398 deutschsprachige Texte gewesen sein, die von Computern der Bundesverwaltung aus verändert wurden. Damit nicht genug: In den fünf Jahren zuvor sollen mehr als 1.500, seit 2003 insgesamt über 5.500 Artikel manipuliert worden sein.

IP-Adressen öfter gesperrt

Weil die Staatsdiener die Texte so häufig umgeschrieben haben, wurde der IP-Adressblock der Schweizer Bundesverwaltung in den vergangenen zwei Jahren gleich mehrfach gesperrt. Der Vorwurf: In die Artikel mehrerer Bundesämter sollen regelrechte Werbetexte eingefügt worden sein. Wikipedia-Administratoren erkannten viele der Änderungen jedoch und machten sie wieder rückgängig.

Die im öffentlichen Dienst stehenden Eidgenossen sollen nicht nur harmlose Rechtschreibfehler korrigiert haben, sondern etwa auch unerwünschte Erwähnungen der Vorratsdatenspeicherung oder unrühmliche Details über den Schweizer Nachrichtendienst NDB entfernt oder umgeschrieben haben. Wikipedia bestätigt indes, dass von Computern aus dem Netz der Bundesverwaltung so häufig auf die Wiki-Server zugegriffen und “anonym und unpassend Artikel verändert” wurden, dass man sich zum Einschreiten veranlasst sah.

Bundesamt wusste Bescheid

Das Vorgehen scheint koordiniert – auch wenn dies unbestätigt ist. Denn: “Damit sie nicht auffliegen, arbeiten Schreiber mitunter während Monaten an einem Artikel. Stück für Stück entfernen sie einzelne Informationsbrocken”, heißt es in dem Bericht. Nichtsdestotrotz hat das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation bestätigt, von den Sperrungen der IP-Adressen gewusst zu haben. Dennoch gäbe es “keine zentralen Richtlinien oder Prozesse für die Bundesverwaltung”, um Wikipedia-Artikel zu bearbeiten.

Bleibt nur zu hoffen dass dies in Österreich nicht passiert und auch keine Nachahmer findet,

meint Ihre Spitzfeder.

pte

Foto: wikipedia.org

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