Flagge Österreich Flagge Österreich
Dienstag, 26. September 2017
Besser Länger Leben » Vorsorge » Pflegende Angehörige: Frustriert und depressiv – dem Burn Out nahe und niemand hilft

Pflegende Angehörige: Frustriert und depressiv – dem Burn Out nahe und niemand hilft

543000 web R K B by Gerd Altmann pixelio 1.de  Pflegende Angehörige: Frustriert und depressiv – dem Burn Out nahe und niemand hilft

Foto: Gerd-Altmann_pixelio

Politik und Gesellschaft lassen Betroffene einfach im Stich.

Wenn ein Mensch zum Pflegefall wird, sind es häufig die Angehörigen, die ihn pflegen. Keinesfalls möchte der Betroffene in ein Heim. Für die Angehörigen bedeutet Pflege aber, 24 Stunden zu pflegen – rund um die Uhr.

Viele Probleme tauchen im Alltag auf:

- Angehörige möchten ihren Liebsten – sei es Mutter, Vater, Sohn oder Tochter – nicht zumuten, den persönlichen Bereich zu verlassen

- Angehörige möchten dem Betroffenen das Leben so einfach und schön wie möglich machen

- Angehörige scheuen oft Hilfe, weil sie glauben, dann nicht mehr persönlich und selbstbestimmt wohnen und leben zu können

- Angehörige haben Angst vor finanziellen Einbußen durch einen Heimaufenthalt

- Angehörige haben oft das Vertrauen in außerhäusliche Pflegeeinrichtungen und Heime verloren, aufgrund einer Vielzahl an drastischen Meldungen über Unterversorgung und schlechte Pflege in Heimen

Enorme Kraft kostet es, ein Familienmitglied im persönlichen Bereich zu pflegen. Körperlich wie auch seelisch, dies zeigt Spuren. Seelische und Bipolare Störungen treten auf. Bipolare Störungen, auch bekannt als manisch-depressiv, sind beeinträchtigende psychische Erkrankungen. Die Betroffenen leiden unter extrem ausgeprägten Stimmungen, die episodisch auftreten. Phasenweise fühlen sich die Patienten euphorisch und abnorm fröhlich bis gereizt, in anderen Phasen traurig und verzweifelt bis zur Suizidalität.

Die Zeit zwischen diesen Stimmungsextremen variiert sehr stark, in dieser Zeit gibt es aber für die meisten Betroffenen kaum Einschränkungen. Jeder kann daran erkranken, unabhängig von Alter, sozialer Schicht, Geschlecht und ethnischer Gruppe. Die tatsächliche Ursache ist nicht bekannt. Die Entstehung ist im wesentlichen auf genetische, neurochemische oder hormonelle Faktoren zurück zu führen. Auch psychosoziale Faktoren wie Überbelastung durch Pflege, oder gesellschaftlich an den Rand gedrängt, können die Krankheit beeinflussen.

Hier können Sie ein Handbuch downloaden. https://www.neue-wege-psychiatrie.de/ Dieses praktische Handbuch unterstützt Patienten mit bipolarer Störung (auch manisch depressive Patienten – MDPatienten- genannt), ihre Unterstützer, ihre Freunde und ihre Familienmitglieder. Es enthält Anleitungen, Ratschläge und mehrere praktische Hilfen für Ihr tägliches Leben.

Hier finden Sie weitere Informationen über neue Wege bei bipolare Erkrankung.

Share